Ein rohes Rumpsteak und Gewürze.
Für unseren Konsum roden Rinderzüchter in Brasilien den Regenwald. Bildrechte: IMAGO

Waldbrände im Amazonas Deutsche Verbraucher mitverantwortlich für Waldbrände

Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat gibt den Deutschen eine Mitverantwortung für die Waldbrände im Amazonas. Besonders der Fleisch-Konsum sei ursächlich für die Zerstörung des Regenwalds.

Ein rohes Rumpsteak und Gewürze.
Für unseren Konsum roden Rinderzüchter in Brasilien den Regenwald. Bildrechte: IMAGO

Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hält deutsche Verbraucher für mit verantwortlich für die Waldbrände im Amazonas. Der Leiter der Projektabteilung, Thomas Wieland, sagte MDR AKTUELL, ein Grund für die Waldbrände sei die Produktion von Rindfleisch in Lateinamerika.

Mehr Waldbrände für das Rindersteak

Die Großgrundbesitzer rechneten unter der neuen Regierung mit einem wachsenden Export von Rindfleisch. Die Rinderzüchter und Landwirte, die Soja als Futtermittel anbauen, hatten deshalb ihre Flächen vergrößern wollen.

Für den 10. August sei ein "Tag des Feuers" angekündigt worden. An diesem Tag sei die Zahl der Waldbrände um 700 Prozent gestiegen.

Wieland empfiehlt den Deutschen, den Fleischkonsum einzuschränken. Im Zweifelsfall sollten ökologische, biologische und Fairtrade-Produkte gekauft werden. Diese Maßnahmen könnten die Fleischproduzenten einschränken und die Zerstörung der Natur verhindern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. August 2019 | 14:22 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. August 2019, 20:55 Uhr

8 Kommentare

Ahoi vor 2 Wochen

Solche Ausnahmen gibt es sicherlich, nicht nur auf veganer Seite. Vegan heißt ja nicht automatisch gesünder, auch hier muss jeder auf eine ausgewogene Ernährung achten. Und was für den einen gut funktioniert (Reis, Weizen), kann für den anderen verheerend sein. Es gibt keine allgemeingültige beste Ernährungsweise, das ist sehr individuell. Und ein Großteil der Bevölkerung leidet eher an Fehlernährung - also Unter- oder Überversorgung an Nährstoffen - weil eine Selbstbeobachtung ausbleibt.

Und all das ändert nichts daran, dass der Regenwald in erster Linie für den (Billig-)Fleischkonsum gebrandrodet wird und nicht, dass der Soja-Konsum der Veganer da irgendwie mit reinspielt. Um beim Thema zu bleiben.

MaP vor 2 Wochen

Die Zahl der deutschen Verbraucher ist sowieso rückläufig und deren Fleischkonsum ebenso.
Es weiß jeder, dass das Problem der Überbevölkerung woanders liegt, nur ist dies scheinbar ein Tabu-Thema.

Nur mal nebenbei, es gab erst vor wenigen Tagen einen Bericht über ein völlig unterernährtes und unterentwickeltes Kind, welches bisher vegan und mit Reismilch ernährt wurde. In diesem Zusammenhang wurde dargelegt, dass Reismilch die denkbar schlechteste "Milch" wäre.

part vor 2 Wochen

Neben Brasilien brennt auch in Angola und im Kongo der Regenwald. Doch die dortigen Feuer stoßen bei den Medien auf kaum Interesse. Dabei ist die Ursache in beiden Fällen eindeutig der Mensch. Große Feuer kommen in den feuchten Tropenwäldern ohne Zutun des Menschen nicht vor. Was hier passiert ist eine Folge des Gesellschaftssystystems, das beständig die Recourcen des Planeten ausbeutet. Aber nicht nur die fleischhungrigen Verbraucher, die zudem eine große Anzahl von Hunden und Katzen miternährem muß, sind schuld an dieser Entwicklung. China das bisher seinen Soja- Bedarf aus dem Handel mit den USA deckte, wurde nun gezwungen sich andere Erzeuger zu suchen, wegen andauernden Handelskriegen. In dessen Folge war Brasilien der Gewinner am Markt. Diese Entwicklung verläuft aber schon seit Jahrzenten auch in Argentinien, wo 60% der Waldfläche der Rinderzucht anheim fielen. Ob Monokulturen wegen Palmöl oder Kautschuk oder Futtermittelproduktion sowie Weideflächen, ein Umdenken muß geschehen.

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