Hochfrequenzkabel an einem Koppelnetzwerk in einem Technikraum für die Mobilfunkversorgung von U-Bahntunneln nahe dem Hermannplatz.
Untersucht wurde bei der Studie der Stand der Digitalisierung in den Bundesländern. Bildrechte: dpa

IT-Index Mitteldeutschland driftet bei Digitalisierung auseinander

Eine neue Untersuchung zeigt: Beim Thema Digitalisierung sieht es in Mitteldeutschland sehr unterschiedlich aus. Vor allem Sachsen holt im bundesweiten Vergleich auf. Und: Die Begeisterung für Soziale Medien schwindet.

Hochfrequenzkabel an einem Koppelnetzwerk in einem Technikraum für die Mobilfunkversorgung von U-Bahntunneln nahe dem Hermannplatz.
Untersucht wurde bei der Studie der Stand der Digitalisierung in den Bundesländern. Bildrechte: dpa

Bei der digitalen Infrastruktur gibt es in Mitteldeutschland große Unterschiede. Das geht aus dem Deutschland-Index zur Digitalisierung hervor, der am Montag vorgestellt wurde. Ausgewertet wurden dafür etwa Faktoren wie die Breitbandversorgung, die Erstellung von Wikipedia-Artikeln, der Fortschritt bei elektronischen Diensten der Kommunen oder der Zugang zu öffentlichem WLAN. Erstellt wurde der Index vom Kompetenzzentrum Öffentliche IT am Berliner Fraunhofer-Institut.

Für die Jahre 2017 bis 2019 lässt sich demnach vor allem in Sachen Infrastruktur und private Internetnutzung eine bundesweite Annäherung der digitalen Lebensverhältnisse beobachten. Blickt man dagegen auf die Wirtschaft und die Online-Angebote der Kommunalverwaltungen, sind die Unterschiede immer noch sehr groß.

Sachsen holt auf

Im Osten sticht besonders Sachsen (75,4) hervor. Das Bundesland hat in der vergangenen Jahren besonders stark aufgeholt und bundesweit auf Platz vier – davor liegen nur die drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Den höchsten Wert in Deutschland hat Berlin mit 102,5.

Sachsen sei besonders stark in den Bereichen Wirtschaft und Forschung sowie digitales Leben und digitale Angebote der Kommunalverwaltungen.

Thüringen und Sachsen-Anhalt mit Nachholbedarf

Ganz anders sieht es hingegen in Sachsen-Anhalt und Thüringen aus. Der Freistaat liegt mit 50,2 Punkten auf dem letzten Platz, Sachsen-Anhalt direkt davor. Schlecht steht es etwa um die Digitalisierung von Verwaltungsvorgängen in Sachsen-Anhalt: Der durchschnittliche Anteil der vollständig digitalisierten Verfahren betrug 2018 gerade einmal 3,53 Prozent und ist der niedrigste in der Studie erfasste Wert. Wenig voran geht es dort auch beim Ausbau des schnellen Internets und bei Neugründungen im IT-Bereich.

Allerdings geht der Blick für alle drei mitteldeutschen Bundesländer laut den Verfassern des Indexes grundsätzlich voran: "Hatten sie im Deutschland-Index 2017 noch die niedrigsten Verfügbarkeitsraten, zeigen sie nun den höchsten Zuwachs im Bereich von 9 bis 11 Prozentpunkten", heißt es in der Studie.

Besonders deutlich sei ein Anstieg von IT-Studienanfängern in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, "was eventuell als Reaktion auf hohe relative Zahlen offener IT-Stellen und damit verbundene gute Beschäftigungsaussichten gewertet werden kann".

Begeisterung für Soziale Netzwerke nicht mehr ungebrochen

Noch ein Ergebnis brachte der Digitalisierungs-Index: Die Begeisterung für Soziale Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram nimmt bundesweit ab – auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Lediglich in drei westdeutschen Bundesländern (Hamburg, Rheinland-Pfalz und Saarland) stieg die Nutzung geringfügig. Dass die Ost-Bundesländer mit Ausnahme von Berlin alle Werte von unter 50 Prozent erreichten, dürfte auch der Tatsache geschuldet sein, dass aus diesen Regionen in den vergangenen Jahrzehnten besonders viele junge Menschen abgewandert waren.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | 11. März 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2019, 18:09 Uhr

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2 Kommentare

12.03.2019 12:30 Gaihadres 2

@Nr.1: Bei Ihnen ist doch wohl alles politisch, oder? Die GroKo - der große Feind der Deutschen. Mit Verlaub, zeigen Sie mir ein Land in dem es keine offenen Baustellen (ob physisch oder politisch) gibt. Schauen Sie sich Deutschland vor 40 Jahren an - politische Probleme. Vor 30 Jahren? Politische Probleme. Mal geht es um Umweltschutz, mal um Flüchtlinge und mal um Digitalisierung. Vielleicht sollte man auch einmal anerkennen, dass es Fortschritte gegeben hat und nicht nur meckern. Wann haben Sie denn zuletzt zu Ihrem Techniker oder dem Straßenbauamt "Danke" gesagt - vermutlich noch nie.

11.03.2019 20:36 REXt 1

Das Ergebnis einer Vernachlässigungspolitik der Groko kommt nun langsam zum Vorschein. Es gibt doch kein Gebiet in D wo nicht eine o. mehrere offene Baustelle ist!