Der neue Mercedes-Benz AMG GLE 53 bei der International Motor Show in Genf imi März 2019
Mercedes-Benz AMG GLE 53 bei der International Motor Show in Genf imi März 2019. Bildrechte: dpa

Image-Problem Dudenhöffer rät zur Abkehr von großen SUV in Deutschland

Mercedes, BMW, Audi und Co. sollten nach Meinung des Experten Dudenhöffer in Deutschland auf große Geländewagen verzichten. Der Verkauf dieser relativ wenigen "SUV-Monster" schade dem Marken-Image.

Der neue Mercedes-Benz AMG GLE 53 bei der International Motor Show in Genf imi März 2019
Mercedes-Benz AMG GLE 53 bei der International Motor Show in Genf imi März 2019. Bildrechte: dpa

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rät den Autokonzernen, auf dem deutschen Markt auf große Geländewagen zu verzichten. Das Segment der zunehmend unpopulären "SUV-Monster" gefährde das Marken-Image, schreibt der Direktor des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen in einer Analyse.

In Deutschland könnte es Sinn machen, diese Modelle nicht anzubieten. Es wäre eine Möglichkeit, um mehr Glaubwürdigkeit in der Klimadebatte zu erzielen.

Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer

Verzicht auf Dieselmotoren?

Ferdinand Dudenhöffer
Sieht ein Imageproblem für große SUV in Deutschland: Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zugleich regte Dudenhöffer an, bei den ganz schweren Wagen auf Dieselvarianten zu verzichten. Diese würden auf dem Großmarkt USA ohnehin kaum Abnehmer finden, seien hierzulande aber beliebt. Ein Verzicht auf Dieselmotoren würde einerseits Entwicklungskosten sparen und andererseits die soziale Akzeptanz der Premiumhersteller steigern.

Bei mittleren und kleinen SUV-Modellen sieht Dudenhöffer weniger Probleme, sie verbrauchten kaum mehr als andere Autos.

SUV weiter beliebt

Nach Auswertung der Zulassungsstatistiken waren SUV/Geländewagen im ersten Halbjahr 2019 mit einem Anteil von 31,4 Prozent das dominierende Segment auf dem deutschen Automarkt. Auch der Absatz großer SUV stieg demnach, machte aber bei den Gesamtzahlen nur einen Bruchteil aus. Für diese Nische sollte man nach Auffassung von Dudenhöffer nicht die Marke gefährden.

Das Institut rechnet der sogenannten Monster-Kategorie nur wenige Modelle zu: So waren 3,9 Prozent der SUV länger als 4,90 Meter, darunter die Modelle Audi Q7/Q8, BMW X5/X7, Porsche Cayenne und Mercedes-Benz GLE Coupé/GLS. Breiter als 1,99 Meter waren 16 Modelle mit einem Segmentanteil von zwei Prozent.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Juli 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2019, 07:57 Uhr

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11 Kommentare

23.07.2019 16:55 Jesus Riesenspargel 11

Verbote, Verbote, Verbote.

Das ist es scheinbar, was so manchem das Leben lebenswert macht. Wo Verbote bestehen (an die sich der anständige Deutsche natürlich hält!), da herrscht schließlich Ordnung und Struktur! Das macht selbständiges Denken, selbständiges Handeln überflüssig, macht das Leben so einfach. Nicht wahr?
Ja, auch mein nächstes Auto wird wieder ein Diesel. Und es wird wieder ein SUV. Warum? Genau! Weil ich mir DIE FREIHEIT nehme, dies zu tun! Weil es SPASS macht, solche Autos zu fahren! Weil diese Autos SICHER sind! Weil ihre Herstellung und ihr Betrieb UMWELTFREUNDLICHER sind als die eines Elektroautos! Und: weil der Schadstoffausstoss im Vergleich zu anderen deutschland- und weltweit betriebenen Dreckschleudern (und ich meine damit nicht nur Autos) marginal ist.

Leute, habt doch auch mal wieder Freude am Leben statt euch immer nur Verbote zu wünschen!

23.07.2019 16:31 Fragender Rentner 10

Davon rede ich schon Jahre, was ihm so plötzlich einfällt?

.

23.07.2019 14:17 Querdenker 9

Zitat: „In Deutschland könnte es Sinn machen, diese Modelle nicht anzubieten. Es wäre eine Möglichkeit, um mehr Glaubwürdigkeit in der Klimadebatte zu erzielen.“

Also Augenwischerei für den unbedeutenden deutschen Markt. Die meisten Autos gehen in den Export.

Glaubwürdigkeit in der Klimadebatte für Autokonzerne? Soll das ein Witz sein?

Elektroautos sind *indirekte* Dreckschleudern. Die gehen vor allem in Export und da in Länder mit schlechtem Strommix (siehe „bpb EU USA China: Energiemix“).

Die unglaubwürdigen Konzerne sollten gezwungen werden, Elektroautos mit Solar-Karosserie anzubieten. Auch nur solche Autos sollten gefördert werden. Die Technik ist vorhanden und relativ preiswert (siehe „wiki Sono Sion elektroauto“ und siehe „adac Sono Motors Sion Bilder Daten Batterie Preis“ und siehe „tz So viele Kilometer fahren die Deutschen pro Jahr Auto“).

23.07.2019 13:58 Uborner 8

Monster SUV ja - aber mit zusätzlicher Fahr - und Einpark! Prüfung und mit einem zusätzlichen Steueraufschlag. Die ganze MiV - Problematik wäre ohnehin am besten über die Steuer zu regulieren - bis 100 PS wie jetzt - darüber pro PS 10€. Ferdsch

23.07.2019 13:31 mattotaupa 7

@#4: wo ziehen sie die grenze? bei allen autos, die größer als das ihre sind? mein suv kann uns, unsere kinder und oma und opa zugleich transportieren oder hat halt nen ordentlichen kofferraum in den mal was für den laden meiner frau reinpaßt. warum neiden sie mir den verfügbaren platz im auto? die sitzposition ist wesentlich höher als bei unserem alten pkw, sprich es ist mehr übersicht vorhanden, das fahren ist dadurch wesentlich entspannter. warum wollen sie mir dies verbieten? ich fahre z.zt. auch mal mit klima und verbrauche 5,9 l diesel. ist es cleverer mit 2 autos zu fahren, die dann auch noch auf benzinbasis mehr co2 produzieren zu lassen? @#2: "Luftwiderstandswert der ca. 0,98 beträgt." und? corsa bis 0,77, minicooper countrymen s 0,849, hyundai atos 0,88, gumpert apollo sport 1,134(?), ford focus rs 0,893 ... außerdem finde ich für den mokka nur 0,875

23.07.2019 12:55 falko 6

Die Politik hat bei diesem Thema schon seit Jahren versagt, total. Eine Zulassung für die Strasse hätte es nie geben dürfen. Wenn überhaupt, dann nur im abgesperrten Gelände und einer Besteuerung entsprechend dem Verbrauch.

23.07.2019 12:42 FA 5

Fahre seit 9 Jahren bereits SUV. Hole mir in 2021 nochmal einen neuen, etwas größeren SUV!
- Weil ich mir die Freiheit nehme
- Weil ich Platz habe
- Weil sie so bequem sind

23.07.2019 10:39 andreas 4

Diese Monster gehören verboten[Punkt]

- aus Platzgründen
- aus Verkehrsgründen
- aus Umweltgründen
- ...

23.07.2019 10:00 Klaas aus Holland 3

Hut ab, Herr Dudenhoeffer, voellig recht. in Holland gibt es fast keine Sandwege. Viel schmale Wege. Wozu braucht man dan diese Oelschlürfer?

23.07.2019 09:00 kleinerfrontkaempfer 2

Vermeintlich "kleine" und so schicke SUV´s wie der Opel Mokka haben einen Luftwiderstandswert der ca. 0,98 beträgt.
Da muß dann Leistung/Verbrauch herhalten um so eine Kiste über das flache Land zu bewegen. Und damit sich das in Grenzen hält wird die Kiste technisch hochgezüchtet und mit Bits und Bytes optimiert. Das hat dann seinen Preis. Und meist sitzt nur der Fahrer in so einem teuren und schweren Stück Blech. Wirtschaftlich ein Totalschaden. Aber marktwirtschaftlich konform.