Voller Einkaufswagen zwischen Supermarktregalen
Zahlreiche Nestlé-Produkte drohen in Kürze aus den Regalen bei Edeka zu verschwinden. Bildrechte: colourbox

Thomy, Maggi, Wagner-Pizza Edeka verbannt Nestlé aus den Regalen

Deutschlands größte Supermarktkette streitet mit dem weltgrößten Lebensmittelhersteller Nestlé über die Preise. Um diese zu drücken, hat Edeka aufgehört, Nestlé-Produkte zu bestellen.

Voller Einkaufswagen zwischen Supermarktregalen
Zahlreiche Nestlé-Produkte drohen in Kürze aus den Regalen bei Edeka zu verschwinden. Bildrechte: colourbox

Edeka hat die Bestellung von 163 Nestlé-Produkten gestoppt. Das berichtet die "Lebensmittel-Zeitung". Demnach hat Edeka seinen rund 4.000 selbstständigen Einzelhändlern eine Liste von Produkten geschickt, die nach und nach aus dem Sortiment genommen werden sollen. Dazu gehören Maggi-Suppen, Thomy-Mayonnaise oder Wagner-Tiefkühlpizzen.

Edeka will "faire" Preise

Mit dem Schritt will Edeka offenbar bessere Einkaufspreise durchsetzen. Die Konkurrenz bekomme teils deutlich bessere Konditionen, wirft Edeka Nestlé vor. Der Boykott betrifft nicht nur die deutsche Kette Edeka, sondern auch die französische Intermarché-Gruppe und die Schweizer Coop, die mit Edeka in der europäischen Händlergemeinschaft Agecore verbunden sind. Nestlé macht laut "Lebensmittel-Zeitung" mehr als zehn Prozent des Europa-Umsatzes in den Läden der Agecore-Händler.

Hintergrund des Streits ist laut "Handelsblatt" offenbar auch der Wechsel eines führenden Managers zu Agecore. Der Italiener Gianluigi Ferrari arbeitete bis vor Kurzem für die Konkurrenz-Kooperative Cooperic, zu der auch die deutsche Rewe-Gruppe gehört. Möglicherweise, so spekuliert die Branche laut "Handelsblatt", kennt Ferrari daher die Konditionen der Konkurrenz von Edeka nur zu genau.

Auslistungen nicht ungewöhnlich

Im Rahmen der regelmäßigen Preisverhandlungen zwischen Händlern und Herstellern sind vorübergehende Auslistungen von Produkten nicht ungewöhnlich. So suchten Kunden der Supermarktkette Real im Sommer 2015 zeitweise vergeblich nach etlichen Produkten von Dr. Oetker, Nestlé oder Müller Milch. Erst als sich Händler und Hersteller im Streit über die künftigen Lieferkonditionen geeinigt hatten, füllten sich die Regale wieder.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 19. Februar 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2018, 09:24 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

10 Kommentare

21.02.2018 13:40 euer ernst? 10

War ja klar das es nur um Geld geht . als würde es Edeka um was anderes gehn . Schade das ihr nicht einen anderen Stein mit einer besseren message ins rollen gebracht habt , als euer eigens wohl und dem des Geldbeutels ..aber zum glück für euch, denken ja die meisten da ihr Nestle produkte anderen Gründen rausnehmt oder ...sowas wie menschlichkeit oder die verbesserung des Seins ;).

Peace

21.02.2018 09:55 Leif Kratz 9

Klasse, vielleicht haben jetzt wie die kürzlich in Edeka platzierte Marke Alnatura kleinere Produkthersteller eine Chance.

20.02.2018 10:02 vivi 8

Ich finde es auch super, dass Edeka momentan keine Nestlé Produkte mehr verkauft. Das schlimme dabei ist jedoch, wenn Nestlé mit den Preisen runtergeht komme sie direkt wieder ins Regal !

20.02.2018 07:10 snaz83 7

Ist leider ganz normal im Einzelhandel. Bin seit zehn Jahren dabei, und jedes Jahr gibt es solche pokereien.gerade kleinere Unternehmen trifft es dabei hart, wenn der hauptabnehmer plötzlich nichts mehr abnimmt. Was so nicht ganz stimmt ist die sache mit real. Die waren 2015 schlicht und einfach nicht on der lage ihre ware bei den Lieferant zu bezahlen. so dass diese irgendwann nicht mehr lieferten.

19.02.2018 20:33 Kritischer Bürger 6

Wäre auch ein Erfolg, wenn dann niedrigere Einkaufspreise dem Kunden zu Gute kommen würden!

19.02.2018 16:27 Atze 5

Ich brauche Nestle nicht. Gut so!

19.02.2018 14:14 Petra Stein 4

Die Motivation ist zwar nicht gerade idealistisch, aber es ist trotzdem gut, dass diese Produkte zumindest für eine Weile aus dem Waren-Verkehr gezogen werden. Da werde ich mich während dieser Nestlé-freien Zeit mal öfter für Edeka entscheiden.

19.02.2018 14:12 die Welt lebt etwas gesünder... 3

DANKE Edeka!

19.02.2018 13:55 Steffen 2

Kapitalismus in seiner schönsten Form. Mal schauen wer länger durchhält. Viele würden sagen, Nestle bricht ein, aber der größte Lebensmittelkonzern der Welt, wird ein kurzfristige Auslistung verschmerzen. Ich mache mir eher Gedanken um die ganzen (darunter viele Dicke) Leute, die nun auf ihre geliebten und gesunden Fertiprodukte verzichten müssen. Schlimm auch für die Kinder, wenn man an der Tiefkühltruhe steht, und auf die Frage“Mama was kochst du heute“, sie nur ratlos umher blickt, und sagt“ Nichts, alles leer“.

19.02.2018 12:38 Matthias - Herzlichen Glückwunsch an Edeka! 1

Die Verbannung von Nestle - Produkten hat auch noch einen gesundheitlichen Beigeschmack, denn Nestle-Produkte machen nicht selten durch einen hohen Zucker- und oder Salzanteile krank. Dafür Gratulation an Edeka!