Dunkle Wolken über einem Kohlekraftwerk
Nach zwei Jahren Rückgang steigt die EEG-Umlage wieder. Bildrechte: dpa

Fragen und Antworten Wie stark steigt der Strompreis durch die höhere EEG-Umlage?

Stromkunden müssen sich auf höhere Preise einstellen. Im kommenden Jahr steigt die Umlage zur Förderung von Ökostrom um etwa 5,5 Prozent. Ab Januar werden nach Angaben der Netzbetreiber 6,756 Cent pro Kilowattstunde fällig. Aktuell liegt die sogenannte EEG-Umlage bei 6,405 Cent pro Kilowattstunde. Die Umlage macht etwa ein Viertel des gesamten Strompreises aus.

Dunkle Wolken über einem Kohlekraftwerk
Nach zwei Jahren Rückgang steigt die EEG-Umlage wieder. Bildrechte: dpa

Was ist die EEG-Umlage?

Die Umlage zum Ausbau der erneuerbaren Energien wird seit dem Jahr 2000 erhoben. Hintergrund ist, dass Übertragungsnetzbetreiber für den meist teuereren Ökostrom weitgehend festgelegte Preise zahlen müssen. Die Differenz zwischen den Vergütungssätzen und dem Börsenpreis soll mit der EEG-Umlage ausgeglichen werden. Bei ihrer Einführung betrug die EEG-Umlage 0,19 Cent pro Kilowattstunde Strom. Von Jahr zu Jahr gab es eine Steigerung, nur in den letzten beiden Jahren einen Rückgang.

Wer bezahlt die Umlage?

Grundsätzlich alle Stromverbraucher. Ausnahmen sind Unternehmen aus stromintensiven Branchen. Sie bekommen Rabatt, um Wettbewerbsnachteile gegenüber internationaler Konkurrenz abzufedern. 2018 erhielten laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gut 2.100 Unternehmen Ermäßigungen, darunter Bahnfirmen, Papierfabriken und die Stahlindustrie. Privatkunden bekommen keinen Rabatt.

Wie viel müssen Privathaushalte künftig mehr zahlen?

Das Verbraucherportal Check24 berechnete, ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500 Kilowattstunden werde wegen der höheren EEG-Umlage etwa 9 Euro mehr für den Strom im ganzen Jahr bezahlen. Das Verbraucherportal Verivox erwartet durch steigende Netzgebühren einen Aufschlag von im Schnitt etwa 20 Euro. Nach Aussage von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zahlen private Haushalte gut ein Drittel der gesamten EEG-Umlage, die Wirtschaft etwa die Hälfte, den Rest öffentliche Einrichtungen.

Wie wird der Strompreis für Verbraucher berechnet?

Beim Strom machen die eigentlichen Energiekosten nur knapp ein Viertel des Endpreises aus: Laut Bundesnetzagentur entfallen bei Haushaltskunden mit einem Jahresverbrauch von 2.500 bis 5.000 Kilowattstunden aktuell etwa 24,7 Prozent auf die Strombeschaffung, den Vertrieb und die Gewinnmarge des jeweiligen Anbieters. Gut 23 Prozent des Strompreises entfallen auf das Entgelt für die Netznutzung. Steuern und Abgaben machen entsprechend mehr als die Hälfte aus. Die EEG-Umlage ist aktuell mit rund 21 Prozent der größte Posten. Daneben werden hauptsächlich Strom- und Mehrwertsteuer sowie eine Konzessionsabgabe fällig.

Wer legt die Höhe der EEG-Umlage fest?

Zuständig sind die Betreiber der Stromnetze - 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW. Sie erstellen jedes Jahr eine Prognose dazu, wie viel Ökostrom im nächsten Jahr voraussichtlich ins Netz eingespeist wird, wie viel Geld sie den Erzeugern dafür zahlen müssen und wie viel sie wiederum an der Strombörse für die Energie bekommen. Auch weitere Größen wie der Gesamtstromverbrauch und der Bau neuer Ökostromanlagen werden geschätzt. Für 2020 berechneten die Netzbetreiber so nach eigenen Angaben einen Umlagebetrag von rund 24 Milliarden Euro. Die Bundesnetzagentur kontrolliert, ob die Ermittlung ordnungsgemäß abläuft.

Warum steigt die EEG-Umlage jetzt wieder?

Der Bundesnetzagentur zufolge haben die Reformen der letzten Jahre die Kostenentwicklung deutlich gedämpft. Als einen Grund für den Anstieg wird genannt, dass derzeit Windanlagen auf See in Betrieb gehen, die noch nach den alten hohen Vergütungsregeln Strom liefern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Oktober 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2019, 12:02 Uhr

66 Kommentare

frank d vor 3 Wochen

naja aber nicht staatlich meinende "Experten" kommen bei ARD&ZDF doch gar nicht zu wort, oder haben schon mal einen kritischen "Experten" dort gehört zu den Hauptthemen? Inzwischen nenne ich Menschen die von etwas Ahnung haben Fachleute um sie nicht mit "Experte" zu beleidigen.
Eine Frage sei mir erlaubt, wie konnte es passieren, dass ARD&ZDF in den letzten Jahren so viel Pech hatten mit den von Ihnen ausgewählten Experten? Kann die Realität ARD&ZDF nicht leiden? Oder kann es eventuell sein das die Redaktionell schaffenden ihre eigene Überzeugung durch genehme "Experten" untermauern wollten, leider aber der Sozialismus in der Realität immer noch nicht funktioniert?
könnte ja auch sein oder ?

frank d vor 3 Wochen

Was ist, wenn sich am Ende herausstellt, ups diese Modelle und all die engagierten hatten in ihrer These einige Rechenfehler und das mit dem CO² naja das war alles doch nicht so wie gedacht?
Haftet dann irgend jemand für den ganzen Wahn? Werden dann die Engagierten & Aktivisten die aktivsten aktivistischen berichterstattenden zu Verantwortung gezogen? Damals 2009 förderten die regierenden mit der Abwrackprämie den Absatz der Diesel die dann später als Höllenmaschinen verdammt und verbannt wurden. Was wenn es mit den E Autos schon wieder so kommt? Heute hui Morgen Pfui?
Mein Eindruck "Denn sie Wissen nicht was sie tun" Filmtitel und Tätigkeitsbeschreibung hier schon länger tätiger Politikschaffender.
Sapere Aude

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 3 Wochen

worum geht es eigentlich?
das uns gesagt wurde der Strompreis sinkt!

jetzt kommt kaluspeterwessi und meinen, naja der steigt zwar, aber ist doch nicht viel
;-))))))))))))))))))))))))))))))))))))