Nach Insolvenz Geld für Thomas-Cook-Geschädigte ab Dezember

Die von der Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook betroffenen Feriengäste sollen ab Dezember entschädigt werden. Bisherigen Berechnungen zufolge werden sie jedoch nur einen Teil ihrer Ausgaben zurückbekommen. Unklar ist weiterhin die Gesamtzahl der Betroffenen.

Eine Passagierin geht mit ihrem Koffer an einem geschlossenen Büro des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook vorbei.
Bislang sind rund 150.000 Schadensmeldungen bei der zuständigen Zurich Versicherung eingegangen. Bildrechte: dpa

Der insolvente Tourismus-Konzern Thomas Cook will ab Anfang Dezember mit der Auszahlung von Entschädigungen beginnen. Zuständig für die Auszahlung ist die Zurich Versicherung, bei der Thomas Cook Kunde ist. Ein Versicherungssprecher erklärte, es stehe noch nicht fest, wie viel Geld Kunden zurückbekämen, da die Höhe der Gesamtsumme noch unklar sei.

Schadensvolumen deutlich über Versicherungssumme

Weil das bisher gemeldete Schadensvolumen deutlich größer ist als die Versicherungssumme, müssen Geschädigte damit rechnen, dass sie nur einen Teil ihrer Auslagen zurückbekommen.

So sind bei der Versicherung eigenen Angaben zufolge inzwischen Forderungen von 250 Millionen Euro geltend gemacht worden. Thomas Cook war aber nur bis 110 Millionen Euro versichert.

Zahl der Geschädigten noch nicht sicher

Unklar ist weiterhin, wie viele Thomas-Cook-Gäste ingesamt betroffen sind. Zum Zeitpunkt der Insolvenz Ende September 2019 waren 140.000 Reisende unterwegs. Dazu kommen Gäste, die noch nicht in den Urlaub gestartet waren, ihre Reise aber schon angezahlt oder bezahlt hatten.

Nicht geklärt ist außerdem, ob die Versicherung die Kosten für Rückholungen aus Urlaubsländern in Höhe von 80 Millionen Euro zusätzlich zur Versicherungssumme übernimmt. Das Verbraucherministerium will das erreichen.

Zum deutschen Thomas-Cook-Reiseveranstalter gehören etwa Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen sowie die Fluggesellschaft Condor.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. November 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. November 2019, 16:24 Uhr

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