Gerüstbauer errichten ein Gerüst.
Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich eingetrübt - nach Ansicht der Wirtschaftsweisen aber nur vorübergehend. Bildrechte: imago/United Archives

Frühjahrsgutachten Wirtschaftsweise kappen Konjunkturprognose

Der Sachverständigenrat der Bundesregierung hat die Wirtschaftsprognose für 2019 um fast die Hälfte auf 0,8 Prozent  gesenkt. Im kommenden Jahr sieht es dann wieder deutlich besser aus.

Gerüstbauer errichten ein Gerüst.
Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich eingetrübt - nach Ansicht der Wirtschaftsweisen aber nur vorübergehend. Bildrechte: imago/United Archives

Die fünf Wirtschaftsweisen haben ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr deutlich gesenkt. Der Sachverständigenrat erwartet nach Angaben vom Dienstag für 2019 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,8 Prozent. Im November waren die Wissenschaftler noch von einem Plus um 1,5 Prozent ausgegangen.

Der Chef des Sachverständigenrates, Christoph Schmidt, sieht die "Hochkonjunktur der deutschen Wirtschaft vorerst vorüber". Mitverantwortlich dafür seien die "vorübergehenden" Produktionsprobleme in der Auto- und Chemieindustrie.

Keine Rezessionsgefahr

Parallel habe sich die "Grunddynamik" der gesamten deutschen Wirtschaft verlangsamt, heißt es im Frühjahrsgutachten. Die Exportnachfrage aus wichtigen Absatzmärkten sei deutlich schwächer, in vielen Branchen seien Kapazitätsgrenzen erreicht. Auch Arbeitskräftemangel spiele eine Rolle.

 Eine Rezession ist angesichts der robusten Binnenkonjunktur aber aktuell nicht zu erwarten.

Gutachten der Wirtschaftsweisen vom 19. März 2019

Die Anzahl der Erwerbstätigen dürfte laut Sachverständigenrat weiter steigen, die Lohndynamik hoch bleiben. Die Arbeitslosenquote wird im Jahresdurchschnitt bei 4,8 Prozent gesehen. Positive Impulse werden vom privaten Konsum, der Bauwirtschaft und durch staatliche Investitionen erwartet.

Vorsichtiger Optimismus

Für das Jahr 2020 erwarten die Wissenschaftler wieder ein deutlich kräftigeres Wachstum um 1,7 Prozent. Es gebe aber Risiken: Neben dem Brexit werden insbesondere die ungelösten Handelskonflikte zwischen den USA, Europa und China sowie die Gefahr einer großen Wachstumsabschwächung in China genannt.

Die deutsche Wirtschaft war im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent gewachsen. 2017 hatte das BIP um 2,2 Prozent zugelegt.

Forderung nach Steuersenkungen

Die fünf Weisen kritisierten, dass die Bundesregierungen in den guten Jahren seit 2009 nicht genügend finanzielle Polster geschaffen hätten. Steuerpolitische Maßnahmen hätten die Regierungen nur ergriffen, wenn sie vom Bundesverfassungsgericht dazu gezwungen worden seien.

So sei die kalte Progression nur leicht korrigiert worden, die durchschnittliche Steuerbelastung für Unternehmen sei gestiegen. Da müsse es jetzt Absenkungen "auf ein internationales Niveau“ geben. Auch müsse der Solidaritätszuschlag wie bei der Einführung versprochen vollständig abgeschafft werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. März 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 15:06 Uhr

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11 Kommentare

21.03.2019 15:42 Fragender Rentner 11

@Sabrina zu 9

Wenn ich da solche Sendungen wie Visite und Co. sehe oder über so einige seltene Krankheiten, da schreibst du es noch optimistisch mit den Meinungen.

20.03.2019 18:44 Sabrina 10

@ 19.03.2019 16:36 Wolfgang Friedrich 3
Zitat:
"Innerhalb der EU gibt es ein Überangebot an Handelsware. In den übersättigten Markt drängen nun die neuen EU-Mitglieder."
.
Dass die Renten auf Sozialhilfeniveau gekürzt wurden, Arbeitslosenhilfe abgeschafft wurde, viele für Niedriglohn und sogar als Aufstocker auf Grundsicherung arbeiten müssen - und somit ALS KÄUFER DER VERMEINTLICHEN ÜBERPRODUKTION VOM MARKT GENOMMEN WORDEN - immerhin ca. 40% der Bevölkerung allein in Deutschland - ist Ihnen wohl nicht aufgefallen?

20.03.2019 18:38 Sabrina 9

Wie ich gelesen habe, sprechen die jetzt von "Gemeinschaftsdiagnosen".
.
Als hätte man es geahnt.
.
10 Ärzte 11 Diagnosen.
.
Nun ist es raus, auf welchem wissenschaftlichen Niveau die ihre Prognosen abgeben.

20.03.2019 12:57 Mane 8

Dieser Scholz ist nur zum kotzen.Nächstes Jahr werden noch mehr Milliarden in der Welt verstreut.Jeden Bürger wird es besser gehen ist seine Meinung,aber nicht den Deutschen sage ich.

20.03.2019 07:59 Lilly 7

"Der Sachverständigenrat der Bundesregierung hat die Wirtschaftsprognose für 2019 um fast die Hälfte auf 0,8 Prozent gesenkt."

ist klar, mit einem SPD Finanzminister, kein Wunder.

20.03.2019 07:23 Lilly 6

@Peter 5
"Rentner haben´s einfach. Denen wird die Rente pünktlich jeden Monat überwiesen."

Also die Netto Rente.
Die SPD hat ja die Steuer auf die Rente eingeführt ;-)

19.03.2019 19:54 Peter 5

@2 optinator: Macht die Wahl von "164" die wirtschaftliche Situation in Ostdeutschland besser?
Von den Firmen vernimmt man da ganz andere Nachrichten.
Rentner haben´s einfach. Denen wird die Rente pünktlich jeden Monat überwiesen.
Wie schaut´s aber in den Unternehmen aus, die von Weltoffenheit leben oder nur noch Migranten als neue Arbeitskräfte finden. Da könnte bei der Wahl von "164" die eine oder andere oder noch mehr auf den Gedanken kommen, in anderen Gegenden Deutschlands ist es leichter zu produzieren.

19.03.2019 18:55 Gerd Müller 4

Egal, wir haben‘s doch, egal alle rein keiner raus.
Der Tag wird kommen, wenn die Rezession anklopft.
Was dann Frau Merkel, wer bezahlt dann für Ihren Wahn zur Massenimmigration?
Dann gibt es Zustände, wie in Frankreich oder noch schlimmer. Man kann den Teuro nur einmal ausgeben.
Sparen ist für die Politkaste ein Fremdwort.

19.03.2019 16:36 Wolfgang Friedrich 3

Die positive Konjunkturprognose ist m.E. nur dann realistisch, wenn sich Deutschland nicht selbst aus dem globalen Handel zurück zieht. Aktuell ist aber anderes zu befürchten. Während die USA im Vertrauen auf den großen Binnenmarkt ihren Außenhandel rigoros zerschlagen und durch die Doktrin "viel Feind viel Ehr'" ersetzt hat, sollten dt. Politiker prüfen, ob sich die Kopie des US-Protektions- und Boykott-Modell wirklich lohnt. So sind die Handelsbilanzdefizite der USA hausgemacht, denn wer nicht exportieren kann oder nicht exportieren will, schadet seiner Bevölkerung selbst. Innerhalb der EU gibt es ein Überangebot an Handelsware. In den übersättigten Markt drängen nun die neuen EU-Mitglieder. Das hat Grenzen: die größer gewordene EU muss ihre Wirtschaftskraft global entfalten, anstatt nach Boykotten zu rufen. Die Akzeptanz unsere Demokratie setzt Wohlstand voraus. Wer nicht alles zum Erhalt dieses Wohlstands tut, verrät die Demokratie.

19.03.2019 15:57 optinator 2

Über diese Brücke, das es nächstes Jahr besser aussieht gehe ich nicht.

Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Ich werde mich nicht quälen, einfach 164 wählen !