''5G'' steht an einem Stand beim Mobile World Congress.
Anfang 2019 sollen in Deutschland die 5G-Lizenzen versteigert werden. Bildrechte: dpa

Schnellere Übertragung 5G-Netze - Verband kommunaler Unternehmen fordert zügigen Ausbau

Die Entwicklung von neuen, sehr schnellen 5G-Netzen gilt als Schlüsseltechnologie für moderne Industrien oder selbstfahrende Autos. Am Dienstag will sich der Verband kommunaler Unternehmen dazu äußern. Er hatte sich erst kürzlich für einen Ausbau auch in ländlichen Regionen ausgesprochen.

''5G'' steht an einem Stand beim Mobile World Congress.
Anfang 2019 sollen in Deutschland die 5G-Lizenzen versteigert werden. Bildrechte: dpa

Der künftige Übertragungsstandard 5G gilt als Zukunftstechnologie. Mit Hilfe neuer Netze sollen Daten bald noch schneller übertragen werden. Darauf hofft auch die Wirtschaft. Am Dienstag will der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) seinen Standpunkt dazu erläutern. Dabei soll es etwa um die Entwicklung smarter Städte und Regionen gehen. Für den VKU ist der Ausbau von 5G-Netzen "moderne Daseinsvorsorge", wie der Verband Ende Oktober schrieb.

Versteigerung Anfang 2019

Im ersten Quartal 2019 sollen zunächst die künftigen Lizenzen für die neuen, ultraschnellen 5G-Netze versteigert werden. Wie das "Handelsblatt" berichtete, erwartet Bundesfinanzminister Olaf Scholz von der SPD durch die Vergabe der Lizenzen Einnahmen von vier bis fünf Milliarden Euro.

5G-Netz Mit dem neuen Übertragungsstandard können Daten künftig noch schneller übertragen werden. 5G ist die fünfte Generation der Übertragungssysteme für Mobilfunkkommunikation und soll Daten etwa zehn Mal so schnell übermitteln wie der derzeitige Standard LTE. Durch die schnellere Übertragung sollen künftig etwa Maschinen besser vernetzt werden. Derzeit wird weltweit an der neuen Technologie geforscht – etwa an der TU Dresden.

Aus einem Entwurf der Bundesnetzagentur für die Versteigerung geht demnach hervor, dass jeder Anbieter garantieren muss, bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland mit einer Datenrate von 100 Megabit pro Sekunde zu versorgen. Zudem sollen Autobahnen und Bundesstraßen abgedeckt werden. Das endgültige Konzept der Netzagentur soll Ende November stehen. Diskutiert wird derzeit neben einer Vergabe an bundesweit tätige Telekom-Konzerne auch, einen Teil der Netze im hohen Frequenzbereich lokalen Betreibern zuzuteilen.

Schnelles Internet für ländliche Regionen?

Computer-Nutzer 2012 in einer Wohnung, Internetverbindung über W-Lan-Router
Durch die 5G-Netze sollen künftig auch ländliche Räume mit schnellem Internet versorgt werden. Bildrechte: imago/Jochen Tack

5G gilt als Voraussetzung für eine weitere Digitalisierung Deutschlands. Derzeit laufen Testversuche, etwa am Hamburger Hafen. Zudem diskutiert die Kohlekommission der Bundesregierung darüber, ehemalige Braunkohlegebiete in Nordrhein-Westfalen oder in der Lausitz zu Modellregionen zum Ausbau des neuen Netzes zu machen. Eine Entscheidung darüber ist aber noch nicht gefallen. Experten erhoffen sich von der neuen Technologie auch eine flächendeckende Versorgung ländlicher Regionen mit schnellem Internet.

Ende Oktober hatte das Magazin "Spiegel" berichtet, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verlangt, die Ausschreibungsregeln für das neue Mobilfunknetz nachzubessern. Mit den derzeitigen Vergabekriterien seien keine gleichwertigen Lebensverhältnisse in Deutschland herzustellen, wie es im Koalitionsvertrag festgeschrieben sei. Nach derzeitigem Plan wären stattdessen 15 bis 20 Prozent der Bundesfläche nicht mit schnellen 5G-Verbindungen versorgt. Das betreffe vor allem ländliche Regionen.

Ebenfalls Ende Oktober schrieb der Verband kommunaler Unternehmen:"Industrie und Wirtschaft finden sich in Deutschland nicht nur in Ballungsräumen, sondern gerade auch im ländlichen Raum." Somit sei ein zügiger und möglichst flächendeckender 5G-Ausbau so wichtig und ein wesentlicher Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen.

5G nötig für autonomes Fahren

Die 5G-Netze sollen auch beim autonomen Fahren zum Einsatz kommen. Derzeit forschen Konzerne weltweit an autonom fahrenden Fahrzeugen. Damit diese funktionieren, sind sie aber auf einen hohen, schnellen und präzisen Austausch von Daten angewiesen. Die Fahrzeuge empfangen etwa Daten über Glätte oder Gegenstände auf den Straßen. Sie übermitteln aber auch Informationen an nachfolgende Autos und andere Objekte. So soll die Verkehrssicherheit steigen. Auch in anderen Bereichen wie der Medizin gibt es viele neue Anwendungsmöglichkeiten durch schnellere Netze.

MDR AKTUELL RADIO

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2018, 05:00 Uhr

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1 Kommentar

06.11.2018 20:26 NRW-18 1

Hoffentlich werden bald neutrale, glaubwürdige Studien über die dauerhafte Bestrahlung von Lebewesen mit gepulster Hochfrequenz veröffentlicht!
Ich bin kein Aluhutträger, aber mir sind Grenzwerte bekannt, die in Ländern wie CH, RUS und BG deutlich niedriger sind als bei uns.
Selbst die sonst nicht gerade industriefeindliche WHO warnt vor einer möglichen krebserregenden Wirkung des Mobilfunk. Auch die österreichische Ärztekammer hat Warnungen ausgesprochen, woraufhin der französische Telekommunikationsanbieter Orange zur Strahlungsminimierung aufrief.
Nicht umsonst gibt es bei mir kein WLAN und kein DECT.

Noch mehr flächendeckende Bestrahlung halte ich für höchst bedenklich.