Reisebüro des ehemaligen Tourismuskonzerns Thomas Cook
106 der 126 deutschen Thomas Cook-Reisebüros werden von Galeria Karstadt Kaufhof übernommen. Bildrechte: dpa

Insolventer Reiseveranstalter Galeria Karstadt Kaufhof kauft Thomas Cook-Reisebüros

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof übernimmt den Großteil der deutschen Thomas Cook-Reisebüros. Damit sind 500 Jobs gesichert. Zugleich ist aber auch die Zerschlagung des Reiseveranstalters besiegelt. Für das eigentliche Veranstaltergeschäft gibt es bislang keinen Käufer.

Reisebüro des ehemaligen Tourismuskonzerns Thomas Cook
106 der 126 deutschen Thomas Cook-Reisebüros werden von Galeria Karstadt Kaufhof übernommen. Bildrechte: dpa

Die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof übernimmt 106 der 126 Reisebüros des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook Deutschland. Das haben die vorläufigen Insolvenzverwalter am Dienstag mitgeteilt. Zudem übernimmt der Warenhauskonzern die Internetplattform "Golden Gate" von Thomas Cook mit "maßgeschneiderten IT-Lösungen" sowie den entsprechenden Kundendaten.

500 Jobs gesichert

Das Firmenlogo der deutschen Thomas Cook vor der Zentrale des Reisekonzerns in Oberursel
Die Zentrale der deutschen Thomas Cook in Oberursel bei Frankfurt. Bildrechte: dpa

Nach Angaben der Insolvenzverwalter werden durch die Übernahmen mehr als 500 Arbeitsplätze in den betreffenden Bereichen gesichert. Die Kartellbehörden sowie der Gläubigerausschuss von Thomas Cook müssen dem Verkauf aber noch zustimmen. Eine Kaufsumme wurde nicht genannt.

Das Reisegeschäft von Galeria Karstadt Kaufhof umfasste bislang 78 Reisebüros in Warenhäusern sowie weitere 22 innerstädtische Reisebüros. Durch die Übernahme der 106 Thomas Cook-Büros wird die Zahl der Reisebüros der Warenhauskette mehr als verdoppelt.

Kein Verkauf im Ganzen

Durch die vereinbarten Übernahmen steht aber auch fest, dass die deutsche Thomas Cook, zu der auch Marken wie Neckermann, Öger, Bucher und Air Marin gehören, zerschlagen wird. "Wir haben alles versucht, Thomas Cook als Ganzes zu veräußern. Das war allerdings im Markt nicht zu realisieren", sagte Ottmar Hermann, einer der vorläufigen Insolvenzverwalter.

Früheren Angaben zufolge liegen konkrete Übernahmeangebote auch für die Thomas Cook-Töchter Bucher Reisen & Öger Tours GmbH, der Hotelmarke Sentido und der Reisebüro-Franchisemarke Holiday Land vor. Thomas Cook hofft, mit den angestrebten Verkäufen gut die Hälfte der etwa 2.100 Jobs in Deutschland sichern zu können.

Keine Übernahme für Veranstaltungsgeschäft

Ein Übernahmeangebot für das Veranstaltergeschäft der Thomas Cook Touristik GmbH gibt es aber nicht. Früheren Angaben zufolge wird deshalb aus rechtlichen Gründen die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs der Thomas Cook Touristik GmbH zum 1. Dezember 2019 vorbereitet. Das würde auch die Kernmarken Neckermann Reisen, Air Marin und Thomas Cook Signature treffen.

Insolvenz durch Pleite des Mutterkonzerns

Die Thomas Cook GmbH sowie die Thomas Cook Touristik GmbH hatten am 25. September Insolvenz angemeldet. Sie waren in den Strudel der Pleite ihres britischen Mutterkonzerns, der Thomas Cook Group, geraten. 140.000 Urlauber saßen zeitweise an ihren Urlaubsorten fest. Sie und weitere zehntausende Menschen, die einen Urlaub bei Thomas Cook gebucht hatten, melden derzeit Entschädigungsansprüche an. Fest steht aber wohl, dass die Betroffenen nur einen Teil ihres Geldes zurückbekommen können. Im Dezember soll feststehen, wie viel das sein wird.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. November 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. November 2019, 20:25 Uhr