Fachkräftemangel Gastronomie: Immer mehr Beschäftigte aus dem Ausland

Inzwischen haben über 50 Prozent der Beschäftigten in der Gastronomie keinen deutschen Pass. Ohne diese Fachkräfte aus dem Ausland müssten viele Hotels und Restaurants schließen. Trotz dieses Trends sind immer noch viele Stellen offen.

Immer mehr Beschäftigte in der Gastronomie haben keinen deutschen Pass. Im Jahr 2008 waren noch 28,8 Prozent der Mitarbeiter sozialversicherungspflichtig angestellte Ausländer, inzwischen sind es über 56 Prozent. Es ist ein bundesweiter Trend, der für die gesamte Hotelbranche gilt.

Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nimmt die Zahl der Mitarbeiter aus dem Ausland seit Jahren deutlich zu. Im Gastgewerbe (Hotel und Gastronomie) stiegen die Zahlen laut der Bundesagentur für Arbeit von 2008 bis 2018 von 2178 auf 17.024 an. Im Gesundheitswesen von 2557 auf 10.151 und im Baugewerbe von 1.805 auf 12.525.

Für die deutsche Wirtschaft seien diese Arbeitskräfte ein Segen, sagt der Chef der Agentur für Arbeit in Hamburg, Sönke Fock. "Die wirtschaftliche Entwicklung - das heißt also der ganze Fortschritt, der im Bereich von Produktion, Handwerk oder Industrie erfolgt ist - wäre ohne ausländische Arbeitskräfte nicht realisierbar gewesen."

Denn selbst mit der Unterstützung durch Menschen aus anderen Ländern können nicht alle Stellen in diesen Branchen besetzt werden. "Selbst wenn es gelänge, dass jeder Schüler, jede Schülerin ihre Ausbildung machen, wird es nicht ausreichen, die angebotenen Arbeitsplätze besetzen zu können", erklärt Fock. Deswegen sei es unumgänglich, den Arbeitsmarkt für Menschen aus der EU und weiteren Staaten zu öffnen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 24. April 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2019, 21:17 Uhr

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10 Kommentare

25.04.2019 20:50 Wirtshausgänger 10

Also, mir ist es wurscht, wer mir die Halbe an den Tisch bringt. Eines habe ich aber festgestellt. Kaum ein einziger "Einheimischer Ostdeutsche" ist dazu mehr bereit. Sollte der Kellner einer von den Malediven oder aus Syrien sein oder sonstwoher, dann ist mir das egal. Der bekommt, wie es sich im Wirtshaus gehört, auch noch ein ordentliches Trinkgeld. These: Der nachgewachsene Deutsche blamiert sich ja lieber bei den Superstar`s oder den Nexttopmodel`s.
Etliche dieser Deutschen, sind ja noch nicht mal mehr in der Lage einen vernünftigen Satz (Rechtschreibung und Grammatik) auf`s Papier zubringen.
Übrigens @ jochen: Jedenfalls mehr Fachkraft als Sie!!!!!!

@ 7 Susann: Solange der Ureinwohner nicht bereit ist für die Dienstleistung zu bezahlen, wird sich nichts ändern

25.04.2019 10:42 kleinerfrontkaempfer 9

So geht demografischer Wandel=>
Weniger Geburten => weniger Kinder/Schüler/Studenten/Lehrlinge => weniger Arbeitskräfte/Fachkräfte/Steuerzahler.
Da sollten die Verantwortlichen / "Experten" schnell mal den Taschenrechner rausholen. Besser ist es aber kluge Studien und Expertenmeinungen einzufordern. Das ist schick und zeitgemäß.
Dann weiß jeder was er zu tun (oder zu lassen) hat.

25.04.2019 10:09 Ureinwohner 8

Inzwischen haben über 50 Prozent der Beschäftigten in der Gastronomie keinen deutschen Pass. Ohne diese Fachkräfte aus dem Ausland müssten viele Hotels und Restaurants schließen. Nicht vergessen,dass die meisten "Fachkräfte" eben nur Hilfskräfte und Anlernlinge sind.Fachkräfte sind im Allgemeinen Menschen mit einem erlernten Beruf .

25.04.2019 01:57 Susann 7

Es gibt immer noch mehr als genug Deutsche die arbeitslos sind. Doch in genau den genannten Bereichen, Pflege, Gastronomie, Baugewerbe, werden die Leute ausgebeutet. Man leistet körperlich schwere Arbeit zu meist unerträglichen Zeiten und das für einen Hungerlohn! Man sollte den Leuten Löhne zahlen, von denen sie zumindest überleben können, statt ständig von Fachkräftemangel zu reden. Ich selbst bin Krankenschwester, mein Lebensgefährte Schlosser. wir wissen sehr genau wo von wir reden!

24.04.2019 21:00 René Krahmann 6

Dieses Problem können wir letztendlich nur selbst lösen und nicht durch Abwerbung von Fachkräften aus dem Ausland. Damit meine ich echte Fachkräfte und keine Versorgungszuwanderer. Diese Länder brauchen ihre Fachkräfte für ihre Wirtschaft selbst. Das wird nur durch eine völlig erneuerte Familienpolitik möglich sein , die unsere Frauen motiviert mehr Kinder zu bekommen. Dann muss jedem Kind ermöglicht werden seine individuellen Potentiale in der Schule und Berufsausbildung voll auszuschöpfen um dann später den optimalen Platz in der Gesellschaft zu finden. Realität ist aber das jährlich tausende gut ausgebildete Leistungsträger unser Land verlassen weil sie für sich und ihre Familien in anderen Ländern bessere Bedingungen finden.

24.04.2019 16:19 jochen 5

Angeblich alles Fachkräfte - Wirklich ?

24.04.2019 16:14 Fragender Rentner 4

Wir hatten Mitte und Ende der 60er Jahren auch viele aus Bulgarien und hatte auch so manche Jugoslaven kennen gelernt.

Und nicht die Vietnamesen, Angolaner und auch Cubaner vergessen.

24.04.2019 15:27 Atheist aus Mangel an Beweisen 3

Deshalb bleiben wir auch immer mehr zu Hause.
Nicht rauchen und nix verstehen ist mir zu anstrengend für das viele Geld.

24.04.2019 15:26 winfried 2

Wieder ein Artikel der uns sagen soll(?),
das mit der Digitalisierung und Umstellung auf E-Mobilität sind eigentlich nur Randerscheinungen,
auf's Gastgewerbe und Handwerk kommt es an.
Und trotzdem, auch nach lesen des Artikels glaube ich immer noch ... die Erde ist eine Kugel.

24.04.2019 14:56 Blumenfreund 1

Die arbeitsfähigen Deutschen werden ja auch nicht animiert zum arbeiten. Die werden noch mit Hartz4 stillgelegt.