Georg Maier besucht Waldbrand-Gegend bei Plaue
Den größten Beitrag zum Gemeinwohl trägt nach Ansicht der Befragten die Feuerwehr bei. Bildrechte: MDR/WichmannTV/A.Thielemann

Gemeinwohlatlas Feuerwehr leistet größten Gemeinwohlbeitrag

Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz - den aktuellen Gemeinwohlatlas führen gemeinnützige Einrichtungen an. Unternehmen landeten weiter hinten im Ranking. Besonders die Automobilbranche verlor im Vergleich zu 2015 an Zustimmung.

Georg Maier besucht Waldbrand-Gegend bei Plaue
Den größten Beitrag zum Gemeinwohl trägt nach Ansicht der Befragten die Feuerwehr bei. Bildrechte: MDR/WichmannTV/A.Thielemann

Öffentliche Einrichtungen tragen am meisten zum Gemeinwohl in der Gesellschaft bei. Das ergab der Gemeinwohlatlas 2019, der von der Leipziger Graduate School of Management HHL in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen erstellt wurde und am Dienstag in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die Ergebnisse liegen dem MDR bereits vor.

Das Gesamtranking zum Gemeinwohlbeitrag in Deutschland in den Kategorien Unternehmen, Vereine/Verbände und öffentlicher Sektor führt die Feuerwehr an, vor dem Technischen Hilfswerk und dem Deutschen Roten Kreuz. Aufgeführt werden insgesamt 137 Institutionen. Als bestes Unternehmen wird Carl Zeiss ausgezeichnet, gefolgt von der Süddeutschen Zeitung und der Drogeriemarkt-Kette DM.

Lebensqualität, Aufgabenerfüllung, Moral

Der Gemeinwohlatlas wird in diesem Jahr nach 2015 zum zweiten Mal veröffentlicht. Für die Untersuchung wurden fast 12.000 Menschen über 137 vorher festgelegte Organisationen und Unternehmen über ihren Gemeinwohlbeitrag in den Bereichen Lebensqualität, Aufgabenerfüllung, Zusammenhalt und Moral befragt. Die Untersuchung führte die Leipziger Hochschule in Zusammenarbeit mit dem Umfrageinstitut Forsa durch. Die Auswahl der teilnehmenden Organisationen und Unternehmen basiert auf einer vorher festgelegten Gewichtung, etwa nach Umsatz, Bedeutung oder der Anzahl der Mitglieder.

Autofirmen verlieren deutlich an Zuspruch

Im Vergleich zu 2015 hat in diesem Jahr der ADAC im Ranking am meisten Zustimmung hinzu gewonnen. Der Automobilclub scheint seine Vertrauenskrise nach den Betrugsfällen überwunden zu haben und konnte seinen wahrgenommenen Gemeinwohlbeitrag um mehr als elf Prozent steigern.

Verlierer im Vergleich zur ersten Erhebung sind Automobilbauer wie Volkswagen (minus 33 Prozent) und Audi (minus 23 Prozent), die vor allem unter den andauernden Debatten rund um den sogenannten Dieselskandal sowie der Fahrverbote in Innenstädten leidet.

Auch der Deutsche Fußballbund (DFB) hat mit 16 Prozent massiv im Ranking eingebüßt. Auf den letzten der 137 Plätze des Gemeinwohlatlasses 2019 befinden sich die Deutsche Bank (134), Bild (135), die FIFA (136) und Marlboro (137).

Nach dem Gemeinwohlbeitrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wurde ebenfalls gefragt. Dieser befindet sich in der Spitzengruppe. Dabei belegen die Dritten Programme Platz 16 im Gesamtranking, vor der ARD (18) und dem ZDF (21).

Ostdeutsche bewerten Firmen positiver

Der Vorstandsvorsitzende der Zeiss AG zeigte sich erfreut über den ersten Platz bei den Unternehmen. "Es ist auch Würdigung, was schon von unseren Vorvätern ins Stiftungsstatut geschrieben wurde, nämlich als Unternehmen nicht nur dem wirtschaftlichen Erfolg verpflichtet zu sein, sondern einen Platz in der Gesellschaft zu haben und dort bestimmte Aufgaben zu erfüllen", sagte Michael Kaschke MDR Aktuell.

Die Sorge der Deutschen um das Gemeinwohl im Land ist laut der Studienmacher sehr hoch. Acht von zehn Deutschen machten sich dazu Sorgen, sagte Timo Meynhardt MDR AKTUELL. Meynhardt zeigte sich zu Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland allerdings überrascht. "In Ostdeutschland wird der Gemeinwohlbeitrag der Firmen höher bewertet als in Westdeutschland".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Mai 2019 | 06:11 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Mai 2019, 06:37 Uhr

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2 Kommentare

20.05.2019 12:27 FSee 2

@Anton - "eine wirklich gute Sache ist daran zu erkennen, dass die Grünen dagegen sind". Wenn man den Gedanken weiter denkt, dann gehört mehr Glyphosat auf die Felder, müssen weitere Dörfer für Braunkohle weggebaggert, muss mehr Öl aus Krisenregionen bei uns verheizt werden und und und. Auch wenn ich keiner grünen Partei oder Bewegung angehöre, fällt mir doch auf, dass "die Grünen" eher FÜR etwas als DAGEGEN sind. Und den Diesel-Betrug haben uns nicht Umweltfreunde eingebrockt, oder?

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20.05.2019 10:39 Anton 1

Mag sein, dass Drogeriemarkt-Kette DM die beste ist. Aber das ist nur reine Theorie, weil hier in Umgebung keine Geschäfte von DM zu sehen sind. Es ist leicht, Beste zu sein, wenn man nichts macht.
Was aber Dieselskandal betrifft, fühle ich mich mit meinen früheren Gedanken bestätigt: eine wirklich gute Sache ist daran zu erkennen, dass die Grünen dagegen sind.