Gerichtsentscheidung Tesla darf für Fabrikbau in Brandenburg weiter roden

Vor wenigen Tagen hatten Umweltschützer noch einen vorläufigen Rodungsstopp für das Gelände der geplanten Tesla-Fabrik in Brandenburg durchgesetzt. Nun entschied das zuständige Gericht: Die Bäume in dem Wald dürfen weiter gefällt werden.

Luftbild: Zukünftiger Betriebsstandort in Gruenheide für Tesla
Luftbild des Geländes, auf dem die Tesla-Fabrik entstehen soll. Bildrechte: imago images/Michael Handelmann

Der US-Elektroautobauer Tesla darf den Wald auf dem Gelände seiner geplanten Fabrik in Grünheide in Brandenburg weiter roden. Das entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am Donnerstagabend. Die Richter wiesen die Eilanträge zweier Umweltverbände zurück. Damit darf Tesla nun weitere 90 Hektar Wald räumen.

Das Logo der Firma Tesla auf der Motorhaube eines Elektroautos Model 3
Künftig will Tesla 500.000 E-Autos jährlich in Brandenburg produzieren. Bildrechte: dpa

Wenige Tage zuvor hatte das Gericht einen vorläufigen Rodungsstopp angeordnet, um die Situation zunächst prüfen zu können. Das Gericht begründete die nun getroffene Entscheidung damit, dass das zuständige Landesumweltamt "über die erforderlichen Erkenntnisse verfügte, um die voraussichtliche Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens beurteilen zu können". Der Beschluss ist nicht anfechtbar.

Genehmigung der Fabrik steht noch aus

Das Brandenburger Landesumweltamt hatte zuvor den Beginn des Bäumefällens gebilligt, obwohl die komplette Genehmigung für den Bau der Fabrik noch aussteht. Der Umweltverband Grüne Liga Brandenburg und der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern hatten die Rodung auf dem Gelände deshalb stoppen wollen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) reagierte erleichtert auf das Urteil. Er nannte die Entscheidung ein "wichtiges Signal". Das Urteil sei für Umweltschutz, Arbeitsplätze und Zukunftstechnologien bedeutend. Es habe sich gezeigt, dass das Projekt des US-Elektroautopioniers juristisch einwandfrei sei und von allen politischen Kräften in Deutschland getragen werde.

Elon Musk
Tesla-Chef Elon Musk hatte das Vorhaben für Brandenburg eigens angekündigt. Bildrechte: dpa

Die Grüne Liga zeigte sich nach der Gerichtsentscheidung enttäuscht. Der Anwalt sagte: "Wir waren optimistisch, dass es anders ausgeht." Das Land Brandenburg hatte dagegen auf eine schnelle Entscheidung für eine Fortsetzung der Maßnahmen gehofft.

Tesla will in Grünheide bei Berlin bereits ab dem nächsten Jahr rund 500.000 Elektroautos jährlich bauen. Wegen des Beginns der Vegetationsperiode sollte die Rodung auf dem Gelände bis Ende Februar abgeschlossen sein. Das Gelände ist als Gewerbegebiet ausgewiesen. Tesla kündigte an, freiwillig mehr als die gefällte Waldfläche neu zu pflanzen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Februar 2020 | 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2020, 09:04 Uhr

37 Kommentare

wo geht es hin vor 6 Wochen

Und? Wo ist die"Ersatzfläche"? Oder muss die erst noch erschaffen werden? Probieren Sie so was mal als kleiner Häuslebauer - die Baumamtsmitarbeiter bekommen entweder einen Lachkrampf oder holen die Leute mit den weissen Jacken, wo die Ärmel hinten sind.

wo geht es hin vor 6 Wochen

Die Herrschaften, die Sie hier so verächtlich machen, werden sich höchstens mit ein paar wenigen Ausnahmen allesamt keines Ihrer hochgelobten E - Autos dieses Herstellers leisten können. Von daher- nein, dieses Werk brauchen wir nicht. Und auch aus anderen Gründen: Verschleuderung von Steuergeld - im Umland kostet der qm über 50 Euro. Tesla hat etwas über 13 bezahlt. Ein Wald wird einfach mal so abgeholzt - der Hambacher Forst wurde noch brachial verteidigt. Bei sowieso schon trockenen Böden wird ein enormer Wasserverbrauch akzeptiert. Auf ein Mal spielt die Erhaltung der Natur und der Umweltschutz keine Rolle mehr. Und die Arbeitsplätze? Nicht umsonst hat Tesla in Polen schon grosse Stellenausschreibungen gestartet. Und nein - der Autobauer Tesla ist bestimmt kein Depp - der sind wir als Steuerzahler und Sie klatschen noch Beifall dazu. Sie haben nicht begriffen, dass hier eine Heuschrecke hofiert wird.

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 6 Wochen

"Allerdings stellen alle PKW-Hersteller auf dieser Welt ihre Produktion auf E-Autos um. "

wieder falsch @Peter,
du hast doch so gern China immer mit genannt, warum jetzt nicht mehr?
Weil China erkannt hat das dies nicht der richtige Weg ist.
Und China ist Weltmarktführer!

Jetzt hast du dir wieder ein Eigentor geschossen.