Maschine von Germania am Flughafen Berlin-Schönefeld.
Für die insolvente Airline Germania gibt es laut Insolvenzverwaltung keine Rettung. Bildrechte: dpa

Insolvenz Rettung von Germania-Airline gescheitert

Anfang Februar hatte der deutsche Ferienflieger Insolvenz angemeldet. Jetzt kam das endgültige Aus. Die fast 1.700 Mitarbeiter werden ab April freigestellt.

Maschine von Germania am Flughafen Berlin-Schönefeld.
Für die insolvente Airline Germania gibt es laut Insolvenzverwaltung keine Rettung. Bildrechte: dpa

Die Rettung der insolventen Berliner Fluggesellschaft Germania ist gescheitert. Der vorläufige Insolvenz-Verwalter Rüdiger Wienberg teilte mit, alle seriösen Bieter seien abgesprungen.

Enger Zeitrahmen

Eine Stilllegung ist Wienberg zufolge nicht mehr abzuwenden. Wienberg erklärte: "Die Mitarbeiter erhalten nun in den nächsten Tagen die Kündigungen und werden zusätzlich zum Anfang April freigestellt." Der "Knackpunkt" bei allen interessierten Investoren sei der extrem enge Zeitrahmen gewesen. Der Insolvenzverwalter teilte mit: "Weniger als zwei Monate sind für die Investoren sehr wenig, um eine Übernahme zu planen, durchzurechnen, darüber zu entscheiden."

Zum 31. März endet der Zeitraum, in dem Insolvenzgeld gezahlt wird. Da Germania für eine Fortführung des Geschäftsbetriebs aus eigener Kraft die Mittel fehlen, musste bis dahin die Investorenlösung stehen.

Mehr als vier Millionen Passagiere

Laut Wienberg kommt zudem für jeden Investor das Problem hinzu, in diesem Zeitraum die für eine Übernahme und Wiederaufnahme des Flugbetriebes notwendige Finanzierung zu organisieren.

Germania hatte Anfang Februar Insolvenz angemeldet. Betroffen waren rund 1.700 Mitarbeiter. Die Fluggesellschaft beförderte nach eigenen Angaben jährlich mehr als vier Millionen Passagiere, unter anderem zu Zielen im Mittelmeerraum.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. März 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 14:39 Uhr

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5 Kommentare

25.03.2019 21:19 Schrumpel 5

@ MDR: Sehr geehrte Damen und Herren vom MDR, lesen Sie sich bitte mal die Anmerkung eines Ihrer Kollegen zum 1. Kommentar von User Max W. durch.
War ihr Kollege betrunken ?
Der User schrieb, die werden entlassen, ihr MA schrieb dann, die werden freigestellt und haben Anspruch auf Arbeitslosengeld.
Nur mal so zur Info, wenn ich nicht entlassen bin, habe ich auch kein Recht auf Arbeitslosengeld, oder irre ich mich da?

[Lieber Schrumpel,
das Thema ist etwas kompliziert. Wir versuchen es kurz:
Durch die Freistellung haben die Arbeitnehmer bis zum Ablauf der Kündigungsfrist einen Entgeltanspruch. Die Arbeitnehmer erhalten für den Freistellungszeitraum aber vorerst keine Zahlungen, da keine ausreichende Liquidität vorhanden ist. Gemäß § 143 Abs. 3 SBG III haben die Arbeitnehmer einen Anspruch auf Arbeitslosengeld für den Freistellungszeitraum.
Freundliche Grüße aus der MDR.de-Redaktion]

25.03.2019 18:16 Max W. 4

@25.03.2019 15:46 Wo geht es hin? (Eine Riesensauerei ist es von der Geschäftsführung gewesen, Ende Januar noch von "Rettung" und "ausreichend, ja sogar mehr Liquidität wie benötigt" in den Medien zu schwadronieren, um dann kurz vor der Einreichung des Insolvenzantrages noch das Onlineflugportal für 2020 zu öffnen. Freunde von mir haben da gebucht und am 05.02.2019 war das Geld futsch.)

Was sollen sie machen? Wenn sie das Portal NICHT starten, merkt jeder sofort, was die Stunde geschlagen hat - also wird Schaum geschlagen und solange wie möglich kassiert. Dieses Marktverhalten und bis zum Exotus Schönlügen ist doch längst sogar in der politischen Exekutive so: Sachverhalte zu behaupten, von denen die Verlautbarer längst wissen, dass sie nicht zutreffen und viel Geld kosten werden. Aber eben das Geld juristisch quasi Wehrloser und zukünftiger Generationen. qed.

25.03.2019 17:44 Gerd Müller 3

Guten Morgen in der Realität des Kapitalismus, der Mensch ist eine Ware, wenn man sie nicht mehr braucht, weg damit.
Profit, ist alles und genau daran geht der Mensch und der Planet kaputt.
Alles andere ist überflüssig zu diskutieren

25.03.2019 15:46 Wo geht es hin? 2

Eine Riesensauerei ist es von der Geschäftsführung gewesen, Ende Januar noch von "Rettung" und "ausreichend, ja sogar mehr Liquidität wie benötigt" in den Medien zu schwadronieren, um dann kurz vor der Einreichung des Insolvenzantrages noch das Onlineflugportal für 2020 zu öffnen. Freunde von mir haben da gebucht und am 05.02.2019 war das Geld futsch. Mir kann niemand erzählen, dass bei der Öffnung des Onlineportales die Insolvenz noch nicht im Raum stand. Da freut sich nur der Insolvenzverwalter über mehr Kohle zum verteilen (natürlich nicht an die Geprellten) und der Kunde ist der Gelackmeierte. Für mich ist das kriminell und die Typen gehören in den Knast! Und der Gesetzgeber ist auch nicht unschuldig: spätestens nach AirBerlin hätte ein Gesetz her gemusst, dass die Airlines wie die Reiseveranstalter zu einem Sicherungsschein zwingt. Passiert ist nix!

25.03.2019 14:04 Max W. 1

(Die fast 1.700 Mitarbeiter werden ab April freigestellt)

Nein. Die werden entlassen.

[Lieber Nutzer, Der Insolvenzverwalter hat nach Eröffnung des Verfahrens den Arbeitnehmern gekündigt und sie von der Arbeit freigestellt. Die Arbeitnehmer erhalten für den Freistellungszeitraum vorerst keine Zahlungen, da keine ausreichende Liquidität vorhanden ist. Da vorerst keine Zahlungen erfolgen können, haben die Arbeitnehmer einen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Beste Grüße, Ihre MDR.de-Redaktion]