Medienbericht Krankenkassen beenden das Jahr mit Verlusten

Vergangenes Jahr hatten die gesetzlichen Krankenkassen noch einen Überschuss erzielt - nun schließen sie das Jahr mit einem Defizit ab. GKV-Vorstandschefin Pfeiffer sprach von einer alarmierenden Entwicklung.

Die Versichertenkarten der Krankenkassen DAK, AOK, Barmer und Techniker-Krankenkasse TK liegen mit Euro-Geldnoten unter einem Stethoskop.
Medizinischer Fortschritt und teure Gesetze der Bundesregierung sind laut GKV Grund für rasch steigende Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen. Bildrechte: dpa

Die gesetzlichen Krankenkassen beenden das Jahr mit Verlusten. Das sagte die Vorstandschefin des Verbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Das Defizit für 2019 werde über eine Milliarde Euro betragen.

Es ist das erste Minus seit 2015. Im Jahr 2018 hatten die Kassen nach Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums noch zwei Milliarden Euro Überschuss erzielt. Das aktuelle Defizit dagegen ist laut Pfeiffer durch stark steigende Ausgaben verursacht. Die GKV-Vorstandschefin sprach von einer alarmierenden Entwicklung. Diese habe sich während des Jahres sogar noch beschleunigt.

Höhere Beiträge wohl ab 2021

Grund dafür seien der medizinische Fortschritt sowie teure Gesetze der Bundesregierung. "Allein durch das Terminservicegesetz und das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz kommen auf die Krankenkassen im nächsten Jahr rund fünf Milliarden Euro an Mehrausgaben zu", sagte Pfeiffer.

Sie gehe davon aus, dass die meisten Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag im neuen Jahr noch nicht erhöhen müssen. Die meisten Kassen würden stattdessen einen Teil ihrer Rücklagen auflösen. Erst ab 2021 seien höhere Beitrage zu erwarten. Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge hatten die Krankenkassen Ende 2018 rund 21 Milliarden Euro Betriebsmittel und Rücklagen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Dezember 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Dezember 2019, 08:02 Uhr