Analyse Handel mit Russland geht im Osten stärker zurück

Die ostdeutschen Länder sind vom Einbruch beim Handel mit Russland stärker betroffen als der Rest Deutschlands. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Die heftigsten Einbußen verzeichnete Sachsen mit einem Minus von über 70 Prozent.

Der Hamburger Hafen
Der Handel mit Russland ist eingebrochen Bildrechte: imago images/Hoch Zwei Stock/Angerer

Der Warenaustausch zwischen Deutschland und Russland schrumpft - im Osten stärker als im Westen. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Zuletzt belasteten laut Ausschuss die Folgen der Corona-Krise die Handelsbeziehungen zwischen Russland und Deutschland. Die Krise mache sich in diesem Jahr "extrem bemerkbar".

Handelsvolumen um ein Viertel gesunken

Das Gesamthandelsvolumen zwischen Deutschland und Russland brach demnach von 2013 bis 2019 um 25 Prozent ein. Im Osten Deutschlands lag das Minus bei rund 40 Prozent. Die heftigsten Einbußen verzeichnete Sachsen mit einem Minus von mehr als 70 Prozent.

Der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Oliver Hermes, sagte, viele Unternehmen in Ostdeutschland seien traditionell stärker in Russland engagiert. Deswegen seien sie stärker von den Handels-Einbußen betroffen. Die EU-Sanktionen gegen Russland hätten die Geschäfte ohne Frage erschwert.

Ausschuss warnt vor Abbruch von Nord Stream 2

Der Ost-Ausschuss fürchtet daher neue Sanktionen beim Pipeline-Projekt Nord Stream 2. Zuletzt hatte die Initiative vor einem Abbruch des Gaspipeline-Projekts von Russland nach Deutschland gewarnt. Ostdeutschland profitiere von dem Projekt, da die Leitung vom Hafen Sassnitz aus gebaut werde, die Röhren in Mecklenburg-Vorpommern anlandeten und die Anschlussleitungen durch Brandenburg und Sachsen verliefen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. September 2020 | 08:00 Uhr