Der Regler einer Heizung.
Die Kosten fürs Heizen sind in den vergangenen vier Jahren gesunken - jetzt werden sie wohl wieder steigen. Bildrechte: dpa

"Wärmemonitor 2017" Heizkosten werden wieder steigen

Das DIW nimmt jedes Jahr die Heizkosten unter die Lupe. Im vergangenen Jahr sind sie zwar zum vierten Mal in Folge gesunken, doch mit diesem Trend könnte jetzt Schluss sein - denn am Verbrauch haben die Deutschen nichts verändert - und jetzt steigen die Heizölpreise.

Der Regler einer Heizung.
Die Kosten fürs Heizen sind in den vergangenen vier Jahren gesunken - jetzt werden sie wohl wieder steigen. Bildrechte: dpa

Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) stimmen auf steigende Heizkosten ein. Die wieder gestiegenen Preise für Heizöl würden sich voraussichtlich mit einer gewissen Zeitverzögerung in den Energiekosten der Haushalte widerspiegeln, heißt es im "Wärmemonitor 2017".

2017 waren die Kosten fürs Heizen dem Bericht zufolge zum vierten Mal in Folge gesunken. Nach den Berechnungen des DIW fielen sie im Schnitt um 6,7 Prozent niedriger aus als noch im Jahr zuvor.

Das DIW hatte für den "Wärmemonitor 2017" Daten des Energiedienstleisters Ista für 300.000 Mehrfamilienhäuser ausgewertet. Die erneut gesunkenen Kosten werden allein mit dem Rückgang der Energiepreise begründet. Einsparungen beim Verbrauch gebe es keine, halten die Forscher fest. Dieser liege weiterhin auf dem Niveau von 2010.

Einen Grund dafür sehen die Forscher im Wärmebedarf der Gebäude. Hier verfehle die Bundesregierung ihr ursprüngliches Ziel, den Wärmebedarf von Gebäuden bis 2020 gegenüber 2008 um 20 Prozent zu reduzieren, den Forscher zufolge deutlich. Um dieses Ziel einzuhalten, müsste der Wärmebedarf im kommenden Jahr um 16,5 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand sinken.

Der DIW-Immobilienökonom Claus Michelsen warnte in diesem Zusammenhang, ohne eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden seien die Klimaziele nicht zu erreichen. Er forderte zusätzliche Maßnahmen für bestehende Gebäude. Vorgaben für das Energiesparen bei Neubauten dürften nicht aufgeweicht werden.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP | 24. Oktober 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. September 2018, 08:25 Uhr