Andreas Scheuer
Nach dem E-Scooter-Vorstoß nun die E-Auto-Offensive: Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Bildrechte: dpa

Bundesverkehrsministerium Höhere Kaufprämie für E-Autos geplant

Das Bundesverkehrsministerium prüft, die Kaufprämien für Elektroautos und Hybridmodelle kräftig zu erhöhen. Für preiswerte Modelle könnte dann der Zuschuss auf 6.000 Euro steigen - ein Fünftel des Kaufpreises.

Andreas Scheuer
Nach dem E-Scooter-Vorstoß nun die E-Auto-Offensive: Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Bildrechte: dpa

Das Bundesverkehrsministerium plant, die Kaufprämien für Elektroautos und Hybridwagen zu erhöhen. "Das Ministerium will sowohl höhere Beträge als auch eine längere Förderdauer als vom Wirtschaftsministerium vorgeschlagen", sagte ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters.  

Bis zu 6.000 Euro Prämie

Besonders stark sollen demnach preiswerte Stromer und Hybrid-Modelle gefördert werden. Als Preisgrenze sind 30.000 Euro im Gespräch. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erwäge, den staatlichen Zuschuss für diese günstigen E-Autos auf 4.000 Euro zu verdoppeln. Zusammen mit dem Förderanteil der Autoindustrie von 2.000 Euro ergäbe das eine Fördersumme von 6.000 Euro - etwa einem Fünftel des Neuwagenpreises.

Zu preiswerten Plug-In-Hybriden will der Bund dem Bericht nach 3.000 Euro beisteuern. Mit weiteren 1.500 Euro der Industrie ergäbe sich daraus eine Prämie von 4.500 Euro.

Bei teureren E-Modellen bis zu einem Verkaufspreis von 60.000 soll der Bundesanteil den Angaben zufolge um 500 auf 2.500 Euro steigen.

Für Taxen und Lieferwagen sollen preisunabhängig die staatlichen Beihilfen auf 4.000 beziehungsweise 3.000 Euro verdoppelt werden. Das Verkehrsministerium wollte sich am Freitag nicht zu den Zahlen äußern, die Abstimmung innerhalb der Regierung laufe noch.

Aktuelle Regelung läuft aus

Scheuers Pläne gingen über den Ansatz von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hinaus, der die Kaufprämien weitgehend unverändert bis Ende 2020 verlängern will. Die 2016 eingeführte Regelung läuft Ende Juni aus. Aktuell wird der Kauf eines E-Autos mit 4.000 Euro gefördert, für Hybrid-Fahrzeuge gibt es einen Zuschuss von 3.000 Euro. Die dafür vorgesehenen Bundesmittel von 1,2 Milliarden Euro wurden bisher jedoch nicht ausgeschöpft.

Mittelstand soll E-Autos kaufen

Laut dem Bericht will Scheuer neue Käuferschichten erschließen und den Absatz von E-Autos forcieren. Bislang leisten sich vor allem Besserverdienende ein Elektromobil.

Seit Einführung der Kaufprämie vor drei Jahren wurden jedoch erst rund 109.000 Förderanträge beim Neukauf eines E-Autos oder eines Hybrid-Fahrzeuges gestellt. Das ist weit entfernt von der ursprünglichen Zielmarke der Bundesregierung - eine Million E-Mobile bis 2020.

Scheuer hat nun die Zahl von zehn Millionen elektrischen Autos bis 2030 ins Auge gefasst. Auch die deutschen Autobauer stehen unter Druck. Die EU hat vorgeschrieben, dass die Autoflotten bis 2030 über 30 Prozent sauberer werden müssen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Mai 2019 | 03:12 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2019, 20:52 Uhr

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31 Kommentare

12.05.2019 16:43 Gerd Müller 31

darf hier jetzt für blechkarossen # 28 geworben werden - ok ich versuchs salopp mit ioniq effizient a+ und nur 3,8 l/100 km und dem honda e der 2020 kommen soll und statt spiegel kamaras hat - die zukunft kommt, 10.000 als gutschrift von regierung erleichtern den wechsel vom diesel

12.05.2019 16:23 Chrisbob 30

@ 29
Aber laut Deutscher Automobil Treuhand (DAT) gaben die Deutschen im Jahr 2017 für einen Neuwagen 30.350 Euro aus. Der durchschnittliche Listenpreis lag noch darüber.

Sollte man 4.000 € vom Staat und 2.000 € von den Unternehmen dazu erhalten, halte ich das für viele potenzielle Neuwagenkäufer für durchaus interessant.

Dass man sich von Hungerlöhnen kein neues Auto kaufen kann, ist völlig unabhängig von der Antriebsart.

12.05.2019 15:56 Thielke 29

Die meisten die ich kenne haben keine 30.000€ für Elektro oder Hybridauto da helfen auch 6000€ Förderung nicht. Mit Hungerlöhnen kann man kein Neues Auto kaufen! Darüber sollten sich mal die Politiker Gedanken machen. Thielke

12.05.2019 13:52 Bärchen 28

#21
Typische Fehlinfo:
Grosse Autos sind Dreckschleudern..

Die Realität:
Der 3l Lupo begnügt sich bei Autobahnfahrt mit einer Familie besetzt im Schnitt 9liter/100km

Ein Sharan 1,6l TDI mit Familie Caravan ca 14l Diesel/100km

Ein grossvolumiger Diesel kommt mit weitaus weniger Diesel unter gleichen Bedingungen aus.

Sogar der 31 Jahre alte Mercedes Kombi mit 2,5l Diesel ohne Schnickschnack wie Turbo, Abgasrueckfuehrung und Kat verbraucht nur ca 5l/100km

Kleine Autos mögen zu Singles mit wenig Bewegungsdrang passen.

Zu einer Familie oder fuer Leute, die mehr als 2 Personen befördern und evtl auch noch Anhänger mitführen wollen, fressen die modernen kleinen Benziner weitaus mehr an Sprit als man denkt.

Noch ungünstiger sind im Moment E-Autos, die im Falle einer Urlaubsfahrt mit Familiencaravan alle 300km an die Steckdose müssen. Wie soll man den Kinder erklären, dass nun fuer evtl 4 Stunden die Autobahntankstelle ihr Spielplatz sein soll ?

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12.05.2019 12:30 Chrisbob 27

Zwei Punkte in Ergänzung des MDR-Artikels:

1) Treibhausgas-Emissionen im Verkehrssektor laut Umweltbundesamt
- 1990: 163 Mio. t
- 2018: 162 Mio. t

2) Die Studie des Fraunhofer-Instituts "Die aktuelle Treibhausgas- emissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland" kommt zu folgendem Ergebnis: "Die Spannweite der prozentualen Einsparungen reichen von 28 % gegenüber einem Oberklassewagen Diesel bis zu 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner, wenn man den Strommix in Deutschland zugrunde legt."

Ich stelle mir die Frage, warum es in Deutschland immer so viele "Bewahrer" gibt und die Mutlosigkeit Neues zu wagen, so gering ausgeprägt ist.

12.05.2019 12:20 Chrisbob 26

# 13 007

- Wissen Sie, dass ein elektrisches Batteriefahrzeug einen wesentlichen besseren Gesamtwirkungsgrad hat als die von Ihnen glorifizierten "Wasserstofff- Gas- Brennstoffzellen- oder Synthetische Kraftstoffe"?

- Und wie begründen Sie, dass "deren Schadstoffausstoß Null ist"? Wie werden der Wasserstoff und die synthetischen Kraftstoffe produziert?

- Warum behaupten Sie, dass "die Öko-Bilanz der E-Fahrzeuge Grotten schlecht ist u den Otto/Diesel Fahrzeugen bis zu einer Laufleistung von 200 000-250 000 in etwa gleich ist", ohne zumindest zu erwähnen, dass die Mehrzahl der Studien, z. B. vom namhaften dt. Fraunhofer Institut ISI, zum gegenteiligen Ergebnis kommen?

12.05.2019 12:03 Bernd L. 25

INFO 24:
Da sieht man wieder, was herauskommt, wenn man keine eigenen Technikkenntnisse hat und einfach den Medien nachplappert. Es ist klar:
Dieseltechnologie ist die umweltfreundlichste und sicherste Technologie, ein großer Teil unserer Wirtschaft beruht darauf.
E-Autos sind umweltschädlich (Batterien!).

12.05.2019 11:05 INFO 24

# 22 so funktioniert unsere erfolgreiche Wirtschaft und Dieselstinker waren nötig und sind heute als Dreckschleuder erkannt und werden zeitnah abgeschafft und durch Trolleybus-Antriebstechnologie des letzten Jahrhunderts und wenn ausgereift durch Wasserstoff ersetzt

12.05.2019 10:20 Ricarda 23

die bundesweite 0,30 EUR pro Kilometer Pauschale wurde schon vor Jahren für sozial schwache und Bedürftige vom Bundes-Ministerium auf 0,20 EUR unsozial gekürzt - gerechter wäre es für alle zu streichen und nicht nur Schwache was wegzunehmen. Die Rechtsverdreher meinen sozial Schwache wird nichts gekürzt sie bekämen nur etwas weniger. Die "Braunen" wollen bei den sozial Abhängigen lt. Programm noch stärker kürzen. Da fällt die Wahl leicht ^^ Grüne

12.05.2019 07:10 Carolus Nappus 22

Das ist wieder typisch Deutschland. Man subventioniert gleichzeitig noch die alte Technologie, die man am liebsten verteufeln mag, und gleichzeitig irgendeine Alternative, die besser sein soll. So kann man wenigstens noch in irgendeiner Behörde ein paar Beamte mehr damit beschäftigen den Markt zu stören.
Einfach erstmal sämtliche bisherigen Subventionen abschaffen. Eine echte Pendlerpauschale einführen. Auch bei Firmenwagen gibt es nur noch eine Pauschale pro gefahren Kilometer. Die wird sich natürlich nicht an einem 3 Tonnen schweren Diesel-SUV orientieren, sondern eher am unteren Ende der möglichen Kosten. Alles andere ist dann selbst zu bezahlen. Dann würde sich der Markt schon von ganz alleine in die richtige Richtung bewegen. Und wenn es dann nicht reicht, kann man immernoch fördern.