Mehrere Volkswagen werden mit einem mobilen Testgerät für einen WLTP-Abgastest vorbereitet. Mit dem WLTP-Testverfahren werden die Abgasemissionen und der Verbrauch von Personenkraftfahrzeugen und leichten Nutzfahrzeugen ermittelt.
Abgastest an mehreren VW-Modellen. Bildrechte: dpa

Diesel-Skandal Schon 400.000 Dieselfahrer klagen gegen VW

Die Manipulation von Dieselmotoren droht für VW auch in Deutschland richtig teuer zu werden: Inzwischen haben sich mehr als 400.000 Autobesitzer der Musterfeststellungsklage angeschlossen und ins Register beim Bundesamt für Justiz eingetragen.

Mehrere Volkswagen werden mit einem mobilen Testgerät für einen WLTP-Abgastest vorbereitet. Mit dem WLTP-Testverfahren werden die Abgasemissionen und der Verbrauch von Personenkraftfahrzeugen und leichten Nutzfahrzeugen ermittelt.
Abgastest an mehreren VW-Modellen. Bildrechte: dpa

Drei Monate nach Einreichung der Verbraucherklage im Abgasskandal bei Volkswagen haben sich etwa 401.000 Autokäufer in das Register beim Bundesamt für Justiz eingetragen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) klagt stellvertretend für sie gegen den Autokonzern. Ziel ist, dass Dieselfahrer leichter an Schadenersatz kommen.

Wann das Gerichtsverfahren beginnt, ist noch nicht klar. Vzbv-Vorstand Klaus Müller zufolge zeigt die hohe Zahl der Anmeldungen, dass die Musterfeststellungsklage für viele Betroffene ein wichtiges Instrument ist. Das Klageregister sei weiter offen, Dieselfahrer könnten sich noch bis zur mündlichen Verhandlung anschließen.

Bis zur Entschädigung ist noch ein weiter Weg

Ob der Einzelfall zur Klage gegen VW passt oder nicht, wird allerdings beim Eintrag ins Register noch nicht geprüft. Das zeige sich womöglich erst in nachgelagerten Verfahren, sagte Müller.

Bei der Musterfeststellungsklage übernehmen die Verbraucherschützer das Prozessrisiko. Dabei wird nur grundsätzlich über einen Schadensersatzanspruch entschieden. Die individuelle Höhe müssen die Kläger dann allein mit VW klären.

VW hat die Forderungen zurückgewiesen: Die Autos seien genehmigt, technisch sicher und fahrbereit. Im September 2015 hatte VW Manipulationen an Dieselmotoren einräumen müssen. Vom Pflichtrückruf bei Volkswagen sind 2,5 Millionen Autos betroffen. Beim Großteil hat VW nach eigenen Angaben das Problem durch ein Software-Update gelöst.

Vzbv verweist auf Schuldeingeständnis in den USA

Die Anwälte des vzbv wollen für den Prozess unter anderem Unterlagen und Beweismittel aus den USA heranziehen. Hier hatte Volkswagen 2017 ein Schuldeingeständnis abgegeben und Straftaten wie Verschwörung zum Verstoß gegen Umweltgesetze und Behinderung der Justizbehörden eingeräumt. Mit dem Justizministerium schloss der Konzern einen milliardenschweren Vergleich zur Beilegung strafrechtlicher Ermittlungen.

Porsche erstattet Selbstanzeige

Auch bei der VW-Tochter Porsche gab es offenbar Unstimmigkeiten bei Verbrauchswerten. Wie Porsche bestätigte, hat das Unternehmen beim Kraftfahrtbundesamt Selbstanzeige erstattet. Darin geht es um fehlerhafte Verbrauchswerte beim Sportwagen 911.

Bei den Messungen für die Typengenehmigung sei ein falscher Wert für den Luftwiderstand verwendet worden. Wie groß die Auswirkungen auf die CO2-Emissionen seien, werde nun ermittelt. Porsche bestätigte, dass bei internen Untersuchungen Abweichungen festgestellt worden seien.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Februar 2019 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2019, 05:22 Uhr

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4 Kommentare

01.02.2019 20:37 Halligalli 4

Schuld sind ja nicht die Betrüger, sondern die Politiker, die das alles gewußt u. zugelassen haben. Diesen Lobbyistenverein muß man abstrafen!

01.02.2019 19:14 REXt 3

Das wird ein Parade Beispiel der Verschleppung, Verschleierung, der Klage, ein juristisches Parade Beispiel, am Ende werden die Kläger nicht besser da stehen, oder ihre Autos schon verschrottet haben.

01.02.2019 10:45 Fragender Rentner 2

Das ist doch die leichteste Hürde die sie jetzt nehmen können.

01.02.2019 10:39 Brennabor 1

"Bis zur Entschädigung ist noch ein weiter Weg"
( Überschrift in Ihrem Bericht ) Genau das glaube
ich auch. Viele werden es gar nicht mehr erleben !