Zwei Personen sitzen an einem Konferenztisch und diskutieren. Drei weitere Personen stehen um die beiden sitzenden herum.
Schon im Februar hatte Bundeswirtschaftsminister Altmaier seinen Entwurf für die Industriestrategie 2030 vorgestellt. Bildrechte: dpa

Industrie 2030 Kritik an Altmaiers Industriestrategie

In Berlin diskutieren Vertreter der deutschen Wirtschaft mit dem zuständigen Bundeswirtschaftsminister Altmaier über dessen nationale Industriestrategie. Darin setzt sich der CDU-Politiker für eine aktivere Rolle des Staats im globalen Wettbewerb ein. Altmaier schlägt dazu auch eine befristete Beteiligung des Staates an Unternehmen vor. In der Wirtschaft stießen seine Vorschläge auf viel Kritik.

Zwei Personen sitzen an einem Konferenztisch und diskutieren. Drei weitere Personen stehen um die beiden sitzenden herum.
Schon im Februar hatte Bundeswirtschaftsminister Altmaier seinen Entwurf für die Industriestrategie 2030 vorgestellt. Bildrechte: dpa

70 Spitzenvertreter aus Wirtschaft, Industrie, Gewerkschaften und Politik haben am Montag in Berlin über die Zukunft der deutschen Wirtschaft diskutiert. Kernthema war die nationale Industriestrategie von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, die er bereits im Februar vorgestellt hatte.

Unter anderem will Altmaier Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz gezielt fördern und deutsche Firmen vor der Übernahme durch ausländische Konzerne schützen. Damit will der Minister mehr "Wirtschaftschampions" schaffen und Jobs sichern. Außerdem will er einen Fonds, mit dem der Staat zeitweise selbst Unternehmensanteile kaufen kann.

Mittelstand wird vernachlässigt

Wie schon im Februar gab es auch diesmal viel Kritik von verschiedenen Wirtschaftsvertretern an Altmaiers Plänen. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, bezweifelt, dass der Entwurf des Wirtschaftsministers kleineren, mittleren und forschenden Unternehmen gerecht werde. Die Energiepreise seien zu hoch, die Bürokratie zu kompliziert und es fehle an Investitionen in die Infrastruktur. Altmaiers Ideen stärkten lediglich die großen Konzerne.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer schloss sich dieser Kritik an. DIHK-Präsident Eric Schweitzer warnte Altmaier davor, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb den Anschluss verlieren könnte.

Ein Schiedsrichter darf kein Mitspieler sein

Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Bernhard Mattes, kritisierte, die Politik solle sich auf ihre angestammte Rolle konzentrieren: Regeln setzen und kontrollieren. "In der Welt des Sports wären das der Sportverband und Schiedsrichter", sagte Mattes. "Schon die Rolle des Trainers, der eine Taktik vorgibt und seine Mannschaft zu bestimmten Spielzügen bewegt, wäre wirtschaftspolitisch problematisch."

Mit der Zeit gehen

Einig sind sich alle Beteiligte darin, dass Jobs und die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland erhalten werden müssen. In einem Positionspapier des BDI heißt es ebenfalls, es sollten Lösungen auf die Frage gefunden werden, wie europäische Unternehmen im globalen Wettbewerb gegen starke und oftmals massiv staatlich geförderte Konkurrenten am besten unterstützt werden könnten.

Altmaier hat einen "strukturierten Dialog" mit allen beteiligten Akteuren angekündigt. Ziel sei es, dass sich die Bundesdregierung bis Ende des Jahres auf eine Position einige.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Mai 2019 | 08:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Mai 2019, 16:51 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

6 Kommentare

07.05.2019 11:14 Mane 6

Sage schon lange,die Minister sind alle unfähig. Bekommen Kohle ohne Ende und keine Leistung.

07.05.2019 08:18 REXt 5

Nun hat auch die Wirtschaft erkannt, sie wird von Dilettanten gesteuert, bisher lief alles im Selbstläufer, jetzt geht es ans Eingemachte. Die Alles u. Nichts Könner beweisen es seit Jahren unter Merkel. Aussitzen, Abwarten, wird nicht mehr reichen, bricht die Wirtschaft ein, eine Finanzkrise dazu, kann man sich von vielen Träumen verabschieden. Man sorgt schon vor mit der CO2 Steuer, das große Schröpfen kann beginnen. Bekommen wir dann bald auch eine Steuer für,s „Artensterben“?

07.05.2019 06:56 SabineSorglos 4

Knn nicht erkennen, welche Kompetzenzen Altmayer hat, abgesehen davon, dass er Merkels treuer Diener ist.

06.05.2019 20:20 Wo geht es hin? 3

Zitate aus dem Artikel: "Außerdem will er einen Fonds, mit dem der Staat zeitweise selbst Unternehmensanteile kaufen kann." Stichwort BER - wer will noch mal, wer hat noch nicht? Weiteres Zitat; "Altmaiers Ideen stärkten lediglich die großen Konzerne." Was bleibt ihm denn bei den ganzen Lobbyisten denn anderes übrig, die da im Kanzleramt ein und - ausgehen? Die sind schliesslich in der klaren Übermacht. Er "vergisst" dabei aber, dass es eben NICHT die großen Konzerne sind, die den Laden hier am Laufen halten - DAS sind die kleinen und mittleren Betriebe. @Auf zum letzten Gefecht! - Zitat von Ihnen: "Kritik?
Wenn man mal Internet schaut, wird ihm offen "Unfähigkeit" vorgeworfen?" Zitat Ende. Blasphemie! Schwören Sie sofort ab und löschen Sie das Internet! Alles FakeNews! Die Allzweckwaffe der Kanzlerette ist ein Universalgenie! Punkt! Und keene schräge Diskussion mehr hier, wenn ich bitten darf!

06.05.2019 19:29 gerd 2

Altmaier steht exemplarisch für die Unfähigkeit Merkels Kabinetts, Altmaier überfordert ,VDL Geldverschwendung,Giffey Plagiatsvorwürfe (Leider), Maas wird nicht für voll genommen ,die Liste lässt sich noch verlängern das schlechteste KABINETT ALL EVER:

06.05.2019 17:41 Auf zum letzten Gefecht! 1

"Kritik an Altmaiers Industriestrategie"

Kritik?
Wenn man mal Internet schaut, wird ihm offen "Unfähigkeit" vorgeworfen?