Gesetzentwurf Kükentöten soll verboten werden

Die massenhafte Tötung männlicher Küken soll ab Anfang 2022 in Deutschland verboten sein. Das sieht ein Gesetz vor, dessen Entwurf das Bundeskabinett am Mittwoch auf den Weg gebracht hat. Kritik gibt es an Übergangsregelungen.

Das Töten männlicher Küken in der deutschen Hühnerhaltung soll ab Anfang 2022 verboten sein. Das sieht ein Gesetzentwurf von Agrarministerin Julia Klöckner vor, den das Bundeskabinett am Mittwoch auf den Weg gebracht hat. Die CDU-Politikerin sprach nach dem Beschluss von einem "bedeutenden Fortschritt für mehr Tierschutz".

Gerichtsurteil umgesetzt

Julia Klöckner
Julia Klöckner: "Bedeutender Fortschritt" Bildrechte: dpa

In Deutschland werden jedes Jahr rund 45 Millionen männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen routinemäßig getötet, weil sie keine Eier legen und weniger Fleisch liefern. Tierschützer kritisieren das "Kükenschreddern" seit Jahren.

Im Jahr 2019 hatte nach Klagen das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass Tierschutzbelange schwerer wiegen als wirtschaftliche und erklärte diese Praxis nur noch für eine Übergangszeit als zulässig. Stattdessen sollen nun Verfahren einsetzbar sein, um das Geschlecht im Ei zu erkennen und männliche Küken nicht mehr schlüpfen zu lassen. In einem zweiten Schritt sollen ab 1. Januar 2024 auch bestimmte Eingriffe an Hühnereiern zur Geschlechterbestimmung verboten werden.

Tierschutzorganisationen kritisieren, dass das Töten empfindungsfähiger Embryonen noch zwei Jahre erlaubt bleibt. Dabei wird davon ausgegangen, dass ein Hühnerembryo ab dem siebten Bruttag auch Schmerzen empfinden kann. Klöckner argumentiert hier, dass der Branche so Zeit gegeben werde, sich an die neue Rechtslage anzupassen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Januar 2021 | 11:30 Uhr