Ein Lokführer im Führerstand seines Triebwagens
Lokführer lehnen auch neues Bahn-Angebot ab Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Tarifkonflikt Lokführergewerkschaft GDL lehnt neues Bahn-Angebot ab

Streiken kann die Lokführergewerkschaft vorerst nicht. Dennoch bleibt die GDL im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn hart. Sie lehnte ein neues Angebot des Unternehmens ab.

Ein Lokführer im Führerstand seines Triebwagens
Lokführer lehnen auch neues Bahn-Angebot ab Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Die Lokführergewerkschaft GDL hat ein neues Tarifangebot der Deutschen Bahn abgelehnt. GDL-Chef Klaus Weselsky sagte am Mittwoch, das Angebot sei lediglich "eine Taktiererei, ein Verschieben von Zahlen".

GDL wirft Bahn Taschenspielertricks vor

Die Bahn versuche über eine höhere Zahl - 3,2 Prozent statt 2,5 Prozent - bei der angebotenen ersten von zwei Stufen den Eindruck zu erwecken, das sei ein besseres Angebot. Wenn man allerdings auf 34 Monate Laufzeit gehe, komme man zu dem Schluss, dass beide Angebote gleichwertig seien. Die Bahn müsse sich die Frage gefallen lassen, ob sie mit Taschenspielertricks die Kollegen blenden wolle.

Gewerkschaft setzt auf Schlichtung

Bereits am Mittwochmorgen hatte die GDL die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt. Ein Streik der Lokführer ist vorerst dennoch nicht in Sicht. Die GDL muss sich erst in eine Schlichtung begeben und könnte erst nach deren Ende ihre Mitglieder aufrufen, die Arbeit niederzulegen.

 Schlichtung Das Schlichtungsverfahren für die Deutsche Bahn und die GDL wurde in der Tarifrunde 2015 festgelegt. Die Vereinbarung gilt bis zum 31. Dezember 2020. Demnach kann auch nur eine Seite die Schlichtung einleiten, wenn sie zuvor die Verhandlungen für gescheitert erklärt hat.  

Die Schlichtungskommission besteht aus zwei unparteiischen Vorsitzenden und je drei Vertretern von GDL und Bahn. Sie muss laut Vereinbarung spätestens nach drei Wochen eine Einigungsempfehlung vorlegen. Eine Fristverlängerung um eine Woche ist möglich. Bis zum Ende des Schlichtungsverfahrens gilt ein Streikverbot.

Bahn und EVG verhandeln weiter

Anzeigetafel mit Zugverspätungen während eines Warnstreiks im Hauptbahnhof in Berlin.
Der EVG-Warnstreik am Montag legte den Zugverkehr in Deutschland lahm. Bildrechte: imago/Markus Heine

Unterdessen setzte die Bahn ihre Gespräche mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft fort. Strittig ist auch hier weiterhin, wie hoch die Lohnerhöhung ausfällt. Die EVG darf anders als die Lokführergewerkschaft auch ohne Schlichtung streiken. Am Montag hatte die Gewerkschaft mit einem Warnstreik den Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmgelegt.

 Beide Gewerkschaften verlangen Lohnerhöhungen von 7,5 Prozent bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwei Jahren. Die Lokführergewerkschaft vertritt rund 36.000 Beschäftigte, die EVG 160.000 Beschäftigte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 12. Dezember 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 18:52 Uhr

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3 Kommentare

13.12.2018 16:08 Fragender Rentner 3

@Gerd Müller zu 1

Du mußt einen kleinen Unterschied beachten, die die diese Woche gestreikt haben war die EVG und hier geht es um die GdL.

Die EVG waren doch bisher angeblich die "Guten"?

13.12.2018 16:07 Carolus Nappus 2

Nun will ich mal nicht gleich Lokführer und Piloten auf eine Stufe stellen. Für ersteres braucht es bestenfalls einen Hauptschulabluss. Die Leistung liegt hier nicht unbedingt auf geistigem Gebiet. Es sind eher die Arbeitszeiten bzw. deren Lage. Da wird es zunehmend schwieriger genügend Leute zu finden. Das sollte als über kurz oder lang der Markt von ganz alleine regeln, wenn die Bahnchefs die Züge nicht selber fahren wollen.

13.12.2018 11:59 Gerd Müller 1

Eine abgehobene Gewerkschaft, die ihre Position schamlos ausgenutzt.
Wer zahlt dafür, wir.
Auto nehmen, bis sie welche entlassen, dann hört diese Preistreiberei auf.
Jedes Jahr kommen diese gierigen Lokführer und wollen mehr, genauso wie die Piloten.
Das steht in keinem Verhältnis mehr mit dem Bürgern.
Mehr ausbilden und die Schreihälse feuern, fertig.