Lkw-Hersteller MAN kündigt massiven Stellenabbau an

Der Lkw- und Bushersteller MAN will 9.500 Stellen in Deutschland und Österreich abbauen. Das könnte auch den Standort in Plauen treffen. Der Konzernbetriebsrat kündigte Widerstand an.

Neu entwickelte Lastwagen von MAN stehen während der Vorstellung der ersten Fahrzeuge in einer Halle.
Die Lkw-Branche steckt in der Krise. Bei MAN werden nun Stellen abgebaut. Bildrechte: dpa

Wie die VW-Tochter MAN in München mitgeteilt hat, sei es das Ziel, bis 2023 rund 1,8 Milliarden Euro einzusparen. Die Betriebe im sächsischen Plauen, in Wittlich in Rheinland-Pfalz sowie der Standort im österreichischen Steyr könnten ganz geschlossen werden. Der Vorstand habe eine "umfassende Neuausrichtung" beschlossen.

Betriebsrat stellt sich gegen Entscheidung

Dafür sei ein "signifikanter Stellenabbau" in allen Bereichen nötig. Zudem solle Produktion und Entwicklung an andere Standorte verlegt werden. MAN kündigte zeitnahe Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern an.

Der Konzernbetriebsrat kritisierte die Entscheidung des Unternehmens. "Es kann nicht sein, dass Stellenabbau und Standortschließungen die einzigen Lösungsansätze sind, die dem Vorstand einfallen", sagte der Vorsitzende Saki Stimoniaris. "Sparprogramme" nach der "Rasenmähermethode" seien mit dem Betriebsrat nicht zu machen. Stimoniaris kritisierte auch, dass MAN es nicht geschafft hätte, in Zeiten guter Konjunktur für ausreichend Rendite zu sorgen, um eine Krise wie die jetzige zu überstehen. Die Belegschaft könne weder etwas für die roten Zahlen noch für Corona.

Neuausrichtung auf Elektro- und Wasserstoffantrieb

Das Unternehmen MAN beschäftigt rund 36.000 Menschen. Die Branche steht wegen der weltweit sinkenden Nachfrage nach Lastwagen unter Druck. Schon vor der Pandemie hatte der Konzern mit einem Rückgang von 10 bis 20 Prozent Umsatz gerechnet.

MAN will bis zur Mitte des Jahrzehnts zu den führenden Nutzfahrzeugherstellern bei Elektro- und Wasserstoffantrieben gehören. Hersteller schwerer Nutzfahrzeuge müssen in der EU in den kommenden Jahren die klimaschädlichen CO2-Emissionen der neu verkauften Fahrzeuge deutlich senken.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. September 2020 | 09:00 Uhr

2 Kommentare

Zween vor 19 Wochen

Die MAN ler packen genug an. Wer in nürnberg pro std ca 26motoren(mittlere baureihe) und das wird nicht mal reichen(kleiner baureihen, marine, etc) rausknallt und gewinn macht. Aber anscheinend reicht der gewinn nicht ist schon sehr traurig. Wir in plauen geben jeden tag unser bestes für die MAN!!

Baldur von Ascanien vor 19 Wochen

Nunja, ein Elektroantrieb, egal ob Batterie oder Wasserstoff als Grundlage, benötig zig hundert Teile weniger im Antrieb. Klar das nicht alle Werktätigen mehr benötigt werden. Das wird sicher den Grünen und ihren Kobolden(Kobalden?) gefallen, wir doch auch der menschliche Fußabdruck in der Produktion wesentlich geringer. Also, man sieht es geht vorwärts, nicht immer nur meckern, mal richtig mit anfassen.