Metall- und Elektrobranche Ost-Metaller müssen weiter auf 35-Stunden-Woche warten

Für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Ostdeutschland ist keine 35-Stunden-Woche in Sicht. Die IG Metall brach die Verhandlungen ab und will nun für jeden Betrieb einzeln um eine Arbeitszeitverkürzung kämpfen. Im Westen gilt die 35-Stunden-Wochen in der Branche seit 1996.

Die flächentarifliche 35-Stunden-Woche für Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie ist in weite Ferne gerückt. Die IG Metall erklärte die Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite für die Tarifgebiete Brandenburg, Berlin und Sachsen "in dieser Form als beendet".  IG-Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel kündigte an, die Gewerkschaft werde nun "Betrieb für Betrieb die Arbeitszeitverkürzung angehen".

Ost-Metaller arbeiten drei Stunden länger

Damit konnte sich die Gewerkschaft mehr als 15 Jahre nach ihrem bis dahin letzten Versuch erneut nicht mit ihrem Ziel durchsetzen, die Arbeitszeiten in Ost und West im Flächentarifvertrag anzugleichen. Aktuell gelten im Osten 38 Stunden pro Woche als Regelarbeitszeit, im Westen sind es seit 1996 35 Stunden.

Dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall zufolge arbeiteten im Dezember vergangenen Jahres knapp 500.000 Menschen in der Metall- und Elektrobranche in den ostdeutschen Ländern. Tariflich beschäftigt waren davon etwa 80.000.

Branche in Sachsen sieht Rezession

Die sächsische Metall- und Elektroindustrie beklagt Umsatzeinbußen. Verbandspräsident Jörg Brückner zufolge hat die schwache Entwicklung im ersten Halbjahr den wichtigsten Industriezweig in Sachsen in die Rezession rutschen lassen. Allein im zweiten Quartal ging demnach die Zahl der Auftragseingänge um elf Prozent zurück, das entspreche rund 1,1 Milliarden Euro.

Auch der Umsatz sank um sechs Prozent (minus 713 Millionen Euro). Damit waren die Verluste fast dreimal so hoch wie zu Jahresbeginn. Betroffen sind vor allem der Fahrzeugbau und die Exporte.

Brückner zufolge schlägt die weltweit sinkende Zurückhaltung durch. Hiesige Unternehmen hätten zudem Wettbewerbsnachteile wegen hoher Steuersätze und Energiekosten. Bisher sei es den Firmen aber gelungen, die Zahl der Mitarbeiter mit rund 190.000 stabil zu halten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Oktober 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2019, 07:36 Uhr

1 Kommentar

kennemich vor 26 Wochen

Zitat: Ost-Metaller müssen weiter auf 35-Stunden-Woche warten

Naja haben doch erst 30 Jahre gewartet.

Sind ja nicht nur die , sind doch bestimmt fast alle AN im Osten und wie sieht es eigendlich mit den Pendlern aus?

Bekommen die auch alle dort den gleichen Lohn wie die einheimischen AN?