Eine 5G-Antenne steht auf einem Testgelände.
Eine 5G-Test-Antenne von Vodafone. Bildrechte: dpa

Mobilfunk Bund nimmt 6,55 Milliarden mit 5G-Lizenzen ein

Die Versteigerung der Lizenzen für den neuen Mobilfunk-Standard 5G spült Milliarden ins Staatssäckel. Die vier Bieter geben deutlich mehr aus, als Experten vor der Versteigerung erwartet hatten.

Eine 5G-Antenne steht auf einem Testgelände.
Eine 5G-Test-Antenne von Vodafone. Bildrechte: dpa

Die Auktion von Lizenzen für Frequenzen des neuen Mobilfunkstandards 5G ist beendet. Die vier bietenden Unternehmen, Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch, bezahlen für die Frequenzblöcke insgesamt 6,55 Milliarden Euro, wie die Bundesnetzagentur am Mittwoch mitteilte.

Der Betrag ist deutlich höher als erwartet - Fachleute hatten nur mit drei bis fünf Milliarden Euro gerechnet.

Telekom zahlt am meisten

Am meisten zahlt die Deutsche Telekom mit rund 2,17 Milliarden Euro. Vodafone zahlt 1,88 Milliarden Euro und Telefónica 1,42 Milliarden Euro. Drillisch berappt 1,07 Milliarden Euro: Die Tochterfirma des rheinland-pfälzischen Konzerns United Internet hat bisher kein eigenes Netz und nutzt daher die Antennen der Konkurrenz.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, steht vor dem Start der Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzblöcken am Mainzer Technik-Standort der Bundesnetzagentur hinter einer Stoppuhr.
Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Bildrechte: dpa

Versteigert wurden Blöcke im 2-Gigahertz- und im 3,6-Gigahertz-Frequenzbereich. Die 2-Gigahertz-Blöcke waren deutlich teurer, da man in diesem Frequenzbereich höhere Reichweiten erzielen kann. Diese Blöcke sind allerdings erst ab 2021 oder sogar erst ab 2026 nutzbar.

Der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sprach nach dem Ende der Auktion von einem "Startschuss für 5G in Deutschland". Laut Homann sollen die Frequenzen nicht nur für 5G, sondern auch für eine bessere Mobilfunkabdeckung insgesamt eingesetzt werden.

Längste Frequenzversteigerung in Deutschland

Das Wettbieten war umkämpft: Mit 497 Runden in mehr als 12 Wochen war es die längste Frequenzauktion in Deutschland, die jemals stattfand.

Das Kürzel 5G steht für die 5. Mobilfunkgeneration. Der Standard ist der Nachfolger von 4G, auch LTE genannt. 5G ist wesentlich schneller im Download und verfügt über eine geringere Reaktionszeit (Latenz), Daten werden praktisch in Echtzeit verarbeitet. Dies ist immens wichtig für Zukunftstechnik wie das autonome Fahren oder die Telemedizin.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2019, 19:40 Uhr

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11 Kommentare

13.06.2019 14:45 Peter 11

@9: Ihren Einwand verstehe ich nicht. Der Bund nimmt Geld ein aus dem Verkauf von Mobilfunk-Lizenzen und verwendet diese Einnahmen für den Breitbandausbau.
Wo ist das Problem? Oder haben Sie was falsch verstanden?
Übrigens stammt mein Zitat aus tagesschau.de.

13.06.2019 13:00 NRW-18 10

@ 4 maheba
Sie sollten froh sein, dass es noch Gebiete gibt, die nicht oder nur gering bestrahlt werden. Ärzteverbände raten von diesem 5G ab, welches in erster Linie der Wirtschaft und der Kontrolle dienen soll und zum bisherigen Mobilfunk werden nur verharmlosende Studien als richtig dargestellt, während das Gegenteil als sogenannte Verschwörungstheorie abgewertet wird.
Übrigens telefoniere ich nur kabelgebunden, in Ausnahmefällen mit dem Handy per kabelgebundenem Headset, nutzte kein WLAN und besitze kein Smartphone. Warum wohl?

13.06.2019 09:18 Auf der Sonnenseite des Lebens 9

@ 5

"Der Bund will das Geld aus der Auktion in die Digitalisierung stecken, etwa in den Glasfaserausbau auf dem Land, aber auch für Schulen nutzen. Der sogenannte "Digitalpakt Schule" soll dadurch ebenfalls finanziert werden."

viel Ahnung haben sie nicht wenn man das liest was sie schreiben, denn es geht nicht um Glasfaser sondern um Bandbreiten die Anliegen.
Danach wird dann gefördert.

13.06.2019 00:07 A B 8

Nichts gelernt...seit 2000

Diese Lizenzgebühren sind eine Art vorgezogene Steuer, die in der Regel an die Verbraucher weitergereicht wird. Für grössere Unternehmen ist es eine Möglichkeit, die Zahl der Wettbewerber überschaubar zu halten. Resultat ist unter anderem eine langsamere Technologie Adoption, wie man am Stand des deutschen Mobilfunknetzes sehen kann, trotz gezielter Investitionen aus den eingenommenen Lizenzgebühren.

== Versteigerung der UMTS Lizensen in 2000 ==
Die erste Versteigerung fand zwischen dem 31. Juli und dem 1. August 2000 statt. Versteigert wurden Lizenzen von Frequenzblöcken für eine Nutzung durch das Universal Mobile Telecommunications System (UMTS). Erlöst wurden insgesamt etwa 50,8 Milliarden Euro, womit die Erlöse in Deutschland absolut höher ausfielen als bei vergleichbaren Auktionen in anderen Staaten. https://de.wikipedia.org

13.06.2019 00:04 part 7

Die paar Milliarden, das ist so etwa die Erhöhungs des Rüstungsetats bis 2021, gefordert aus Übersee, also kein Gewinn für die Gesellschaft, für Dich, ich und Wir. Das Geld für die Ausgaben zum neunen Standart holen sich die Mobilfunkkonzerne bald wieder beim Kunden über überschaubare Zeiträume mit entsprechenden Gewinnerwartungen und gegenseitigen Abspachen zu den Preisen ohne Konsequenzen.

12.06.2019 21:56 der Uwe 6

@#4: Nunja, das Geld kommt ja nun für Investitionen der Telefongesellschaften nicht mehr in Frage, da es im Bund jetzt verpulvert wird. Vielleicht " gefällt" Ihnen ja die "Wirtschafterei" des Staates , - soll ja Leute geben, die kommen vor Lachen nicht in den Schlaf, weil der Staat die großen "Spendierhosen" an hat und mit den Steuergeldern um sich schmeißt, schauen Sie sich mal den BER an. Bzgl. der Netzabdeckung in anderen Ländern, stimme ich Ihnen sogar zu. Aber von Privat in staatliche Hände, geht in D nun gar nicht. Anders sieht es z.B. in der Schweiz aus, - plant da der Staat 20 im Voraus, dass ein Alptunnel 54 Mrd Franken kosten wird , dann geht er planmäßig für 52 Mrd auch nach 20 Jahren in Betrieb.

12.06.2019 21:41 Peter 5

@2: Ach jochen, warum so eindimensional.
tagesschau.de teilt übrigens mit, was mit dem eingenommenen Geld passieren soll: "Der Bund will das Geld aus der Auktion in die Digitalisierung stecken, etwa in den Glasfaserausbau auf dem Land, aber auch für Schulen nutzen. Der sogenannte "Digitalpakt Schule" soll dadurch ebenfalls finanziert werden."
Hat jemand was dagegen?

12.06.2019 21:26 maheba 4

War vor kurzem in Tschechien, dort lag 4G sogar in den Bergen und den kleinsten Nest im Tal an.
Selbst am Toten Meer in Israel, also in der Wüste ohne große Siedlungen, war voller Empfang.
In Deutschland ist das nicht möglich, da die Unternehmen nur gewinnorientiert ihr Mittel einsetzen. Das Gemeinwohl schert sie einen Dreck und wo nichts zu holen ist, wird auch nichts investiert. Da hilft auch kein staatlicher Druck und Fördermittel. Siehe auch Bahn, Post, Nahverkehr, ...... .
So ist es wenn alles privatisiert und verkauft wird.

12.06.2019 20:17 Auf der Sonnenseite des Lebens 3

"Bund nimmt 6,55 Milliarden mit 5G-Lizenzen ein
...
Laut Homann sollen die Frequenzen nicht nur für 5G, sondern auch für eine bessere Mobilfunkabdeckung insgesamt eingesetzt werden."

Da kann ich wohl dann davon ausgehen, das der Bund mit den eingenommenen Mrd dafür sorgt, das die Gebühren nicht steigen? ;-)

12.06.2019 20:02 jochen 2

Merkel und ihre Gäste können sich freuen.
Der Rubel kann weiter rollen.