Akten zu einer Klage gegen den VW-Konzern auf einem Tisch
Der Sammelklage gegen VW könnten sich zehntausende Betroffene anschließen. Bildrechte: dpa

Musterfeststellungsklage gegen VW Vom Dieselskandal Betroffene können sich als Kläger registrieren

Betroffene Dieselkunden von Volkswagen können sich seit Montagabend einer Musterfestellungsklage anschließen. Die Verbraucherzentralen rechnen mit zehntausenden Autobesitzern, die sich in das Klageregister eintragen.

Akten zu einer Klage gegen den VW-Konzern auf einem Tisch
Der Sammelklage gegen VW könnten sich zehntausende Betroffene anschließen. Bildrechte: dpa

Seit Montagabend können sich vom Dieselskandal betroffene Volkswagen-Kunden an der Musterfeststellungsklage gegen den Konzern beteiligen. Wie es vom Bundesverband der Verbraucherzentralen hieß, wurde das Klageregister mit den entsprechenden Formularen beim Bundesamt für Justiz veröffentlicht.

Bundesverband übernimmt Prozessrisiko

Bei der Anfang November eingereichten Sammelklage des Bundesverbandes und des Automobilclubs ADAC geht es um vom Dieselskandal betroffene VW-Modelle. Der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, sagte, die Eintragung sei vor allem für diejenigen interessant, die sich gegen Einzelklagen gegen VW entschieden hätten. "Viele geschädigte Dieselfahrer haben bisher nicht die Zeit, die Risikobereitschaft, vielleicht auch nicht die Kosten aufbringen wollen, um individuell gegen Volkswagen zu klagen", sagte Müller.

Der Bundesverband übernehme durch die Sammelklage das Prozessrisiko. Ziel sei es nun, dass Verbraucher für den Werteverlust ihrer Fahrzeuge entschädigt würden. VW weist die Forderungen zurück.

Erste Musterfeststellungsklage überhaupt

Die Musterfeststellungsklage ist erst seit November 2018 möglich. Die Klage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen und des ADAC ist die erste in Deutschland eingereichte Sammelklage. Die Anwälte des Bundesverbandes rechnen mit zehntausenden Betroffenen, die sich der Klage anschließen könnten. Würde VW verurteilt, können die Verbraucher, die sich der Klage angeschlossen haben, auf Grundlage des Musterurteils eigene Verfahren etwa auf Entschädigung anstrengen. Laut dem Bundesverband Verbraucherzentrale erleichtert das Musterurteil damit "die Rechtsdurchsetzung im Einzelfall".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. November 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. November 2018, 13:08 Uhr

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5 Kommentare

28.11.2018 08:48 Jakob 5

Außerdem regiatriert sich der Verbraucher dort nicht "als Kläger", sondern er meldet nur Ansprüche oder Rechtsverhältnisse beim Register an. Zum Kläger wird der Verbraucher erst, wenn er nach Abschluss der Musterfeststellungsklage selbst Klage erhebt gegen VW. Das wird aber noch ein paar Jährchen dauern. Bis dahin dürfte ein Gros der betroffenen Diesel längst verschrottet sein.

28.11.2018 08:42 Jakob 4

Die Klage gegen VW ist nicht die "erste Musterfeststellungsklage überhaupt". Schneller waren die Kläger gegen die Mercedes Benz Bank AG, deren Klage 6 MK 1/18 schon am 20.11. bekannt gemacht wurde. VW war erst am 26.11. dran, siehe "Öffentliche Bekanntmachungen im Klageregister" beim BfJ. Die VW-Kläger wollten zwar die ersten sein, dann gab es aber irgend eine Verzögerung bei der Klagezustellung, wie das halt so ist in der deutschen Justizbürokratie. Und jetzt darf man ein PDF-Dokument hinschicken. Mehr war auf die Schnelle technisch wohl nicht mehr hinzustricken beim BfJ. Immerhin.

28.11.2018 05:45 Viola Berger 3

Also mir ist es nicht gelungen das Formular zu versenden. Ich habe die Datei runtergeladen, ausgefüllt und nach dem Klick auf Formular senden, passiert nichts. Ist schon irgendwem gelungen das Teil zu versenden?

27.11.2018 21:48 Hans-Georg Schmidt 2

Weshalb ist es in diesem Land so schwer,einzeln sein Recht durchzusetzen,gegen Betrug!....Rechtsdurchsetzung im Einzelfall,wieso nicht möglich? Risiko der Einzelklage?Betrug ist Betrug...egal wie viele betrogen wurden! VW weist die Forderungen zurück...na dann!Der kleine Autofahrer(VOLKSWAGEN)- Fahrer muss sehen..kauft doch alle schnell ein E-Auto!Der Preis und die Aufladesituation sind doch schnuppe!Danke schön!!!

27.11.2018 18:29 Atheist aus Mangel an Beweisen 1

Nix da, ich bin mit meinem Diesel sehr zufrieden!
Ich habe den auch nicht für die Umwelt gekauft und auch nicht als Sparbuch gedacht, wo man mehr nach 5 Jahren rausbekommt als was man bezahlt hat.
Ich jedenfalls Fälle auf diesen Grün Hype nicht rein.