Diesel-Skandal Musterverfahren gegen VW gestartet

Hunderttausende Käufer von Diesel-Autos aus dem VW-Konzern richten jetzt ihren Blick nach Braunschweig. Dort wird eine Musterklage gegen den Konzern verhandelt. Das Verfahren könnte sich lange hinziehen.

Ein VW steht vor der Stadthalle.
Die Verhandlung des OLG Braunscheig findet in der Stadthalle statt. Bildrechte: dpa

In der Stadthalle Braunschweig hat ein Musterverfahren gegen den Volkswagen-Konzern wegen des Diesel-Skandals begonnen. Das Oberlandesgericht verhandelt eine sogenannte Musterfeststellungsklage, die der Verbraucherzentrale Bundesverband und der Automobilclub ADAC eingereicht haben. Der Klage hatten sich zuletzt fast 470.000 Autokäufer angeschlossen.

Mit ihrer Klage wollen Verbraucherzentrale Bundesverband und ADAC feststellen lassen, dass VW eine verbotene Abschalteinrichtung in Dieselautos eingebaut hat und seine Kunden damit "vorsätzlich und sittenwidrig" geschädigt hat. Aus ihrer Sicht haben die Kunden daher grundsätzlich einen Anspruch auf Schadenersatz.

VW rechnet nicht mit Vergleich

Experten rechnen mit einem langen Verfahren, dass sich über Jahre hinziehen könnte. Die Anwälte der Verbraucherschützer halten aber auch einen Vergleich mit Volkswagen für möglich. Der beteiligte Anwalt Ralph Sauer sagte, VW könne keine Interesse daran haben, dass das Verfahren ständig in der Öffentlichkeit sei.

Auch der Vorsitzende Richter Michael Neef erklärte, ein Vergleich sei möglich. Es sei aber nicht einfach, einen möglichen Schadenersatzbetrag für betroffene Dieselkunden festzulegen.

Volkswagen hält einen Vergleich dagegen für unwahrscheinlich. Das Unternehmen teilte mit, ein Vergleich sei kaum vorstellbar, da völlig unklar sei, wer sich mit welchen möglichen Ansprüchen gemeldet habe. Man hoffe aber auf ein zügiges Verfahren. Es nütze niemandem, wenn sich der Prozess unnötig hinziehe. Volkswagen argumentiert, dass die Kunden keinen Schaden erlitten hätten, da alle Fahrzeuge im Verkehr genutzt werden könnten.

Musterfeststellungsklage ist neue Klageform

Eine Musterfeststellungsklage ist erst seit vergangenem Jahr möglich. Nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbandes bietet die Klageformen vor allem für die Verbraucher Vorteile, die keine Rechtschutzversicherung haben. Nach einem Musterverfahren müssen die individuellen Ansprüche aber weiter selbst eingeklagt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. September 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2019, 11:19 Uhr

7 Kommentare

kennemich vor 26 Wochen

Dann hättest du in der USA das Auto kaufen und fahren müssen, da könntest du bestimmt Geld erwarten.

Anderes Land, andere Gesetze.

Also nicht jammern.

Denkschnecke vor 26 Wochen

"akt ist, die Streitobjekte fahren und dies nicht schlecht" Es geht aber darum, dass den Kunden ein Auto mit signifikant besseren (und auf betrügerische Weise erreichten) Eigenschaften angeboten wurde, als sie es erhalten haben. Ich frage mich immer, was in Deutschland los wäre, hätte sich herausgestellt, dass ein VW-Turbodiesel im Straßenbetrieb nur eine Leistung von 145 PS hat und nicht die versprochenen 190 PS.

Peter Riesler vor 27 Wochen

Einfach widerwärtig, diese verlogene, korrupte und strafanfällige Autoindustrie dieser schönen BuntenRepublikDeutschland. Nun finden die auf Grund des vorhandenen Geldes sogar noch Rechtsanwältinnen, denen man schon beim bloßen Zuhören K..zanfälle bekommt. Warum sitzen diese VW-BMW-Audi-Mercedes-Verbrecher noch nicht in U-Haft? Jeder, der sein 10-Euro-Parkverwarngeld nicht bezahlen möchte, wird letztendlich in Erzwingungshaft genommen. Hier wird von seitens der Presse von Affäire und Unzulänglichkeiten gesprochen. Ganz klare Straftaten (zumindestens im Anfangsverdacht). In anderen Ländern säßen diese Leute längst im Knast.