Energiewende Zu viel Wind: Netzbetreiber muss Windräder abschalten

Deutschland setzt bei der Stromerzeugung verstärkt auf Windkraft. Weht zu viel Wind, droht eine Überlastung des Stromnetzes. Das war im vergangenen Jahr besonders häufig der Fall - mehr als 350 Mal musste der Netzbetreiber Mitnetz Windräder abschalten.

Windräder und Strommast
Bei weitflächig starkem Wind droht eine Überlastung des Stromnetzes. Dann müssen Windkraftanlagen abgeschaltet werden. Bildrechte: IMAGO

Der Netzbetreiber Mitnetz hat im vergangenen Jahr so oft wie seit Jahren nicht mehr Windkraftanlagen wegen drohender Netzüberlastung gedrosselt. Wie das Unternehmen aus Kabelsketal in Sachsen-Anhalt  mitteilte, wurde 357 Mal die Stromerzeugung heruntergefahren.

Als Grund wurde das sehr windreiche Jahr 2019 genannt. Im Jahr 2015 waren es 534 Eingriffe, damals unter anderem wegen des Orkans Niklas.

Kaum mehr Windräder, aber deutlich mehr Strom

Mitnetz verzeichnete nach eigenen Angaben binnen Jahresfrist einen Anstieg von acht Prozent der Strommenge aus Wind. Die installierte Leistung der Windkraftanlagen sei hingegen nur um ein Prozent gestiegen. An 92 Tagen hätten Energieerzeugungsanlagen aus Sicherheitsgründen nicht oder nicht voll einspeisen können. 2018 hatte Mitnetz 232 Mal eingegriffen.

Die meisten Eingriffe (217) gab es demnach in der Netzregion Sachsen-Anhalt, gefolgt von Brandenburg (123). Im vergangenen Jahr hatten mehrere Sturmtiefs das Land überzogen. So mussten dem Netzbetreiber zufolge wegen des Sturms Eberhard die Anlagen länger als 33 Stunden heruntergefahren werden.

Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH ist eine 100-prozentige Tochter des Chemnitzer Energieversorgers enviaM. Sie betreut ein Stromnetz von 74.000 Kilometern Länge in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Februar 2020 | 14:30 Uhr