Das Gebäude der Nord LB in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover.
Macht mit deutlich weniger Beschäftigten weiter: Nord/LB Bildrechte: dpa

Landesbank Nord/LB baut mehr als 2.000 Stellen ab

Faule Kredite hatten die Norddeutsche Landesbank, an der auch Sachsen-Anhalt beteiligt ist, in Schwierigkeiten gebracht. Nun stellte die Bank ein Programm zum Umbau des Kreditinstituts vor. Mehr als ein Drittel aller Stellen soll wegfallen. Die 56 Nord LB-Beschäftigten in Sachsen-Anhalt dürften nach Angaben des dortigen Finanzministeriums von dem Stellenabbau kaum betroffen sein.

Das Gebäude der Nord LB in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover.
Macht mit deutlich weniger Beschäftigten weiter: Nord/LB Bildrechte: dpa

Bei der Norddeutschen Landesbank sollen mehr als 2.000 Stellen wegfallen. Das teilte Niedersachsens Finanzminister Hilbers nach einem Treffen mit Bundesfinanzministerium und Europäischer Zentralbank mit.

Beim Umbau der Bank werde die Stellenzahl von bisher 5.500 auf 3.250 reduziert. Davon würden 1.250 bereits über das bankeigene Sparprogramm abgebaut, 750 weitere könnten durch Auslagerungen wegfallen. Näheres werde in den Aufsichtsräten zu besprechen sein.

Künftig keine Schiffskredite mehr

Das Gespräch bei der Bankenaufsicht sei gut verlaufen, erklärte Hilbers. "Es gibt ein grundsätzliches Verständnis über die künftige Ausrichtung der Bank." Die Nord/LB will sich künftig auf das Geschäft mit Firmenkunden und Immobilienfinanzierungen konzentrieren. Die Deutsche Hypo bleibt laut Hilbers Bestandteil der Nord/LB. Auch Teile der Flugzeugfinanzierung würden in der Bank bleiben, aber in reduziertem Umfang. Von Schiffskrediten will man sich vollständig trennen.

Beschäftigte in Sachsen-Anhalt kaum betroffen

Das Finanzministerium in Magdeburg geht davon aus, dass die Nord LB Sachsen-Anhalt von dem Stellenabbau kaum betroffen sein dürfte. Die 56 Nord LB-Beschäftigten in Sachsen-Anhalt arbeiten den Ministeriumsangaben zufolge für die Bereiche Immobilien und Wohnungswirtschaft. Mit dem auf der Kippe stehenden Bereich Schiffsfinanzierungen, der die Bank in den Verluststrudel gerissen hat, haben sie nichts zu tun. Auch der Bereich Flugzeugfinanzierung, der ebenfalls zurückgefahren werden soll, spielt in Sachsen-Anhalt keine Rolle.

Länder müssen Bankverluste ausgleichen

Faule Schiffskredite hatten der Nord/LB einen Rekordverlust beschert. Insidern zufolge liegt das Minus deutlich über zwei Milliarden Euro. Die Eigentümer mussten mit zusätzlichem Kapital aushelfen, darunter die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Erst am Dienstag hatte das Kabinett in Magdeburg beschlossen, seinerseits neue Schulden aufzunehmen, um die Bank zu retten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. April 2019, 13:10 Uhr