Konjunktur Mehrwertsteuersenkung vom Online-Handel kaum weitergegeben

Kunden von Online-Händlern profitieren nur teilweise von der Senkung der Mehrwertsteuer. Das ergab eine Auswertung der 100 umsatzstärksten Unternehmen.

Online-Shop wirbt mit Nachlässen
Wer online einkauft, hat möglicherweise nichts von der Mehrwertsteuersenkung. Bildrechte: imago images / Panthermedia / Andrey Popov

Online-Händler geben die seit Juli geltende Mehrwertsteuersenkung kaum an die Kunden weiter. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Erhebung des Vergleichsportals "Idealo".

Preissenkung um 0,77 Prozent

Zwar senkten die 100 umsatzstärksten Unternehmen ihre Preise, allerdings nur um 0,77 Prozent. Ursprünglich ist der Steuersatz von 19 auf 16 Prozent gesenkt worden. Wäre die Senkung im vollen Umfang an die Kunden weitergegeben worden, hätten die Preise um 2,5 Prozent sinken müssen.

Die Situation ist bei einzelnen Produktgruppen jedoch sehr unterschiedlich. Die stärksten Nachlässe gab es in den Kategorien Baby und Kind mit 3,02 Prozent, die geringsten bei Tierbedarf mit 0,31 Prozent. Ziel der vorübergehenden Steuersenkung ist es, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern und die Bevölkerung zum Konsum zu motivieren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Juli 2020 | 06:00 Uhr

4 Kommentare

ElBuffo vor 3 Wochen

Die Gastrosteuer wurde von zehn von welchem Satz auf 19% gesenkt? Wusste gar nicht, dass es sogar noch einen höheren gab. Das haben die von der FDP aber geschickt gemacht. Wieviel haben die Gastronomen denn daran jetzt verdient?
Die Händler haben da durchaus einen hohen Aufwand wegen der Umstellung. Und das gleich zweimal innerhalb eines halben Jahres. Mit den Ausdrucken neuer Preisschilder ist es da nicht getan. Aber davon hat man als kleienrfrontkaempfer vielleicht gar keine Vorstellung.
Die aktuelle vorübergehende Senkung war auch mitnichten zur alleinigen Förderung der Kunden gedacht. War von Anfang an so kommuniziert worden, dass das auch den Unternehmern helfen soll.

kleinerfrontkaempfer vor 3 Wochen

Vor 10 Jahren hat die FDP die Absenkung der Gastrosteuer durchgesetzt. Angekommen ist bei den Gästen nix. 10 Jahre Mehrverdienst und in Zeiten der Seuche Jammern ohne Ende.
Taxis reden sich mit tarifgebundenen Fahrpreisen raus, die nur zentral zu ändern sind. Händler betreiben keinen Mehraufwand zur Umstellung des Kassen/Abrechnung. Also wieder große Überschriften und Topmeldungen und nix Greifbares in Doitschland. Gut das der Spuk im Januar vorbei ist.

wer auch immer vor 3 Wochen

Bei 100 € Einkauf in der Woche , ergibt sich je nach Steuersatz, eine Einsparung von 3 €.
Also "Nichts" .
Wenn man jetzt nur das Wichtige kauft, bringt das Einiges mehr.