Paypal-Startseite
Paypal-Startseite: Verbraucherschützer kritisieren die seit Januar geltenden neuen AGB des Zahlungsdienstleisters. Bildrechte: IMAGO

Kritik an Zahlungsdienstleister 80 Seiten AGB - Verbraucherschützer mahnen Paypal ab

20.000 Wörter auf 80 DIN A4-Seiten: Verbraucherschützer halten die neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Zahlungsdienstleisters Paypal für zu lang und zu unverständlich. Bis Monatsende fordern sie eine Unterlassungserklärung.

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Paypal-Startseite: Verbraucherschützer kritisieren die seit Januar geltenden neuen AGB des Zahlungsdienstleisters. Bildrechte: IMAGO

Verbraucherschützer haben den Zahlungsdienstleister Paypal abgemahnt. Grund sind die im Januar eingeführten neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Unternehmens. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hält diese mit 20.000 Wörtern auf 80 ausgedruckten DIN A4-Seiten für zu lang. Außerdem seien die neuen AGB unverständlich formuliert, teilte der vzbv am Mittwoch mit. Paypal verstoße damit gegen den gesetzlich vorgeschriebenen Grundsatz der Transparenz. Außerdem würden Verbraucher benachteiligt.

Unterlassungserklärung gefordert

Laut vzbv wurde Paypal zur Abgabe einer Unterlassungserklärung aufgefordert. Bis Ende Februar habe das Unternehmen dafür Zeit. Die Marktwächter Digitale Welt beim vzbv bemängelten nicht alleine die "formale Unverständlichkeit" der neuen Paypal-Geschäftsbedingungen, sondern auch die erforderliche Zeit, die Verbraucher bräuchten, um diese zu lesen und zu verstehen.

Es könne nicht sein, dass Nutzer weit mehr als eine Stunde aufbringen müssten, um die neuen AGB vollständig zu lesen, sagte eine vzbv-Sprecherin. Frühere Befragungen hätten ergeben, dass Verbraucher etwa für Datenschutzerklärungen maximal fünf Minuten opfern möchten.

Mangelnde Transparenz

Außerdem kritisierte der vzbv, dass Papypal gar nicht transparent mache, was sich mit den neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen seit Januar für Verbraucher überhaupt geändert habe. Um dies herauszufinden, müssten die Nutzer erst die kompletten neuen Geschäftsbedingungen lesen. Zudem hätten wissenschaftliche Text-Analysen ergeben, dass die Paypal-AGB "formal unverständlich" seien.

Zuerst hatten die Zeitungen der Funke Mediengruppe über das Thema berichtet. Wie die Funke Zeitungen berichteten, prüft Paypal derzeit die Angelegenheit. Einer Unternehmenssprecherin zufolge will sich der Zahlungsdienstleister vorerst nicht zu den Vorwürfen äußern.

Zahlungsdienstleister Paypal Paypal ist ein weit verbreitetes Zahlungssystem für Bestellungen im Internet. Dabei werden die Zahlungen über virtuelle Konten abgewickelt. Paypal hat nach eigenen Angaben weltweit über 200 Millionen aktive Kunden. In Deutschland hat der Finanzdienstleister fast 19 Millionen Kunden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Februar 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2018, 18:10 Uhr

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1 Kommentar

14.02.2018 19:28 NRW-Wessi 1

Paypal brauche ich nicht Bei einem Internetkauf reicht mir eine SEPA-Überweisung, denn es ist mir egal, wenn vom Kauf bis zur Lieferung 5 bis 10Tage vergehen. Wegen mir muss auch kein Express-Dienstleister mit seinem Kleintransporter mit Vmax über die linke BAB-Spur heizen und sich und andere gefährden.
Brauche ich ein Produkt dringend, so fahre ich zum stationären Händler und tausche seine Ware gegen Bargeld.
Dieses heutige "immer schneller" und "Immer bequemer" wird zwar von vielen Menschen als fast lebensnotwendig erachtet, hat aber auch Nachteile.
Unnötiger Liefer- und Zustellverkehr mit unterbezahlten Mitarbeitern, undurchsichtige Unternehmen wie Paypal und deren Sammeln von Daten sind aus meiner Sicht auf jeden Fall Nachteile, über jeder zumindest mal nachdenken sollte.