70-Cent-Briefmarken
Die letzte Erhöhung des Briefportos liegt noch gar nicht so lange zurück. 2016 stieg der Preis für den Standardbrief von 62 auf 70 Cent. Bildrechte: IMAGO

Netzagentur stoppt Genehmigung Post darf Porto vorerst nicht erhöhen

Zum Jahreswechsel wollte die Post eigentlich das Briefporto erhöhen – von jetzt 70 Cent auf 80 Cent. Daraus wird aber vorerst nichts. Die Bundesnetzagentur hat ihr Veto eingelegt. Damit bleiben die derzeit gültigen Preise vorerst in Kraft.

70-Cent-Briefmarken
Die letzte Erhöhung des Briefportos liegt noch gar nicht so lange zurück. 2016 stieg der Preis für den Standardbrief von 62 auf 70 Cent. Bildrechte: IMAGO

Die Bundesnetzagentur in Bonn hat das Genehmigungsverfahren zur geplanten Portoerhöhung der Post auf Eis gelegt. Zur Begründung hieß es, das Unternehmen habe seine Pläne nicht ausreichend begründet.

Der Chef der Netzagentur, Jochen Homan, sagte: "Eine endgültige Entscheidung ist wegen der aktuellen Umbrüche bei der Deutschen Post AG nicht möglich". Die derzeitigen Preise blieben daher vorerst in Kraft. Die Entscheidung über das künftige Porto solle im ersten Halbjahr 2019 fallen.

Sparkurs bei der Post

Hintergrund für den vorläufigen Stopp des Verfahrens sind die Geschäftszahlen der Post aus dem vergangenen Sommer. Vorstandschef Frank Appel hatte im Juni wegen anhaltender Probleme im heimischen Brief- und Paketgeschäft ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm angekündigt.

Die Bundesnetzagentur bemängelte nun, die Post habe die Kosten und künftigen Einsparungen des Programms nicht ausreichend nachgewiesen. Die geforderten Unterlagen wolle die Post aber bis zum 30. November nachliefern.

Genehmigungsverfahren braucht Zeit

Die Bundesnetzagentur entscheidet in einem dreistufigen Verfahren über die Erhöhung beim Briefporto. Zunächst legt sie auf Basis der Postangaben einen Preisrahmen fest. Danach werden die Post, deren Wettbewerber, Verbraucherverbände und das Bundeskartellamt konsultiert. Sie alle können sich zu den Plänen äußern.

Erst wenn die Netzagentur ihre Vorgaben danach endgültig festgelegt hat, darf die Post die konkreten Preise einreichen. Und das ist bis Ende des Jahres nicht mehr zu schaffen, so die Netzagentur.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. Oktober 2018 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Oktober 2018, 17:18 Uhr

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4 Kommentare

02.11.2018 16:47 A 4

Die Post müsste sich mal eine Kopf machen warum die Umsätze einbrechen. Wenn man am Schalter 15 bis 20 Minuten wrten muß weil die zu wenig Personal einsetzen, dann wird eben nichts mehr mit der Deutschen Post verschickt.

01.11.2018 11:24 Ossi 65 3

01.11.201807:32 Gaihadres 2, Was den Briefporto angeht haben Sie recht, diese Briefmarken brauche ich wenn überhaupt nur sehr selten, also wäre ein teurer Briefporto da durchaus zu Verkraften.

01.11.2018 07:32 Gaihadres 2

@Nr.1: Sie klingen überrascht? Gemeinhin wird der Effekt als Inflation bezeichnet - in manchen Bereichen ist er stärker als in anderen. In manchen spekulativ, in anderen ein natürlicher Prozess. Im gleichen Zeitraum steigen auch die Löhne. Nicht für jeden im gleichen Umfang, aber sie steigen. Neben der Post sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Konkurrenten entstanden - jeder Bürger kann ausweichen uns Dank E-Mail und Telefon sind Briefporto ohnehin kaum mehr von Bedeutung für Privatpersonen. Echte Brisanz ist in der Meldung für den durchschnittlichen Verbraucher nicht gegeben.

31.10.2018 17:29 Ossi 65 1

Deutschland besteht nur noch aus jedes Jahr wird alles Teurer, egal ob Briefporto, Bus und Bahn, Strom und Gas, usw. Nun hat es mal mit dem Briefporto nicht geklappt, noch nicht.