Streestscooter-Schwachstellen Post ruft 12.000 Elektrotransporter in die Werkstatt

Wegen der Gefahr von Rauch- und Hitzeentwicklung hat die Deutsche Post rund 12.000 Elektrofahrzeuge der Baureihen WORK und WORK L ihres Tochterunternehmens Streetscooter in die Werkstatt gerufen. Einen Zusammenhang mit zurückliegenden Batterie-Bränden bei Streetscootern soll es aber nicht geben.

Ein Elektrofahrzeug vom Typ Streetscooter Work L der Deutschen Post DHL fährt vor einer Zustellbasis in Düsseldorf.
Elektrofahrzeug Streetscooter Work L der Deutschen Post DHL. Bildrechte: dpa

Die Deutsche Post hat gut 12.000 der von ihrem Tochterunternehmen Streetscooter produzierten Elektrotransporter in die Werkstätten gerufen. Wie der Konzern am Samstag mitteilte, besteht bei den Fahrzeugen der Baureihen WORK und WORK L die Gefahr von Rauch- und Hitzeentwicklung. Ein Brand sei nicht auszuschließen. Grund seien Schwachstellen im Bereich des Niedrigvoltspannungs-Ladegerätes und der Isolierung eines Kabelstrangs. Von den beiden Schwachstellen gehe aber keine Gefährdung für den Fahrer aus. Es handele sich um einen freiwilligen und nicht angeordneten Rückruf, betonte ein Unternehmenssprecher.

Bruchteil der eigenen Fahrzeuge mit Schwachstellen

Der Streetscooter ist ein klassischer Kastenwagen mit einem für Kleintransporter üblichen Laderaum. An den Seiten ist Werbung und der Hinweis auf den Elektroantrieb angebracht
Streetscooter der Deutschen Post beim Aufladen. Bildrechte: MDR/Monika Tauber

Nach Angaben der Post sind bislang die Hälfte der rund 10.000 durch das Unternehmen selbst genutzten Streetscooter-Fahrzeuge kurzfristig in Reihentests untersucht worden. Dabei habe nur ein kleiner Bruchteil die genannten Schwachstellen aufgewiesen. Grundsätzlich sollen die Fahrzeuge der betroffenen Baureihen in Übereinkunft mit dem Kraftfahrtbundesamt innerhalb von zwölf Monaten in die Werkstatt gebracht, geprüft und bei Bedarf instandgesetzt werden. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, besteht zwischen den aktuellen Schwachstellen und den beiden vor zwei Jahren aufgetretenen Batterie-Bränden kein Zusammenhang.

Post stellt Streetscooter-Produktion ein

Die Deutsche Post hatte Anfang des Jahres angekündigt, die Produktion ihrer Streetscooter-Elektrotransporter noch im Laufe des Jahres 2020 komplett einzustellen. Die Post-Tochter Streetscooter GmbH produziert seit 2014 an den nordrhein-westfälischen Standorten Aachen und Düren vollelektrische Kleintransporter der Baureihen WORK, WORK L und WORK XL. 2018 hatte die Streetscooter-Sparte der Deutschen Post einen Verlust von 70 und 2019 sogar von 100 Millionen Euro beschert.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Juli 2020 | 14:30 Uhr