Tarifstreit Post und Verdi einigen sich auf 5 Prozent mehr Lohn

Zwei Wochen lang hatte Verdi mit Warnstreiks Druck auf die Deutsche Post gemacht. Die Gewerkschaft forderte 5,5 Prozent mehr Geld für die 140.000 Beschäftigten. Nun gibt es eine Einigung.

Ein Paketzusteller scannt ein Paket vor einem StreetScooter Work L der Deutschen Post DHL.
Seit der Corona-Krise nahm das Paket-Geschäft noch einmal weiter zu. Bildrechte: dpa

Bei den Tarifverhandlungen für die Deutsche Post gibt es eine Einigung. Das teilten Sprecher der Gewerkschaft Verdi und der Post mit. Demnach erhalten die 140.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post in zwei Stufen fünf Prozent mehr Geld. Die Löhne und Gehälter sollen zum 1. Januar nächsten Jahres um drei Prozent steigen. Ein Jahr später kämen noch einmal zwei Prozent dazu.

Zusätzlich wurde den Angaben zufolge vereinbart, dass Vollzeitbeschäftigte im November einmalig 300 Euro bekommen. Der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen wurde bis Ende 2023 verlängert.

Verdi hatte ursprünglich eine lineare Erhöhung der Löhne um 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert. Mit Warnstreiks hatte die Gewerkschaft in den vergangenen zwei Wochen Druck für ihre Forderungen gemacht. Am Montag begann die dritte Verhandlungsrunde.

Paket-Geschäft seit Corona-Krise gewachsen

Die Beschäftigten der Post- und Paketsparte in Deutschland stellen jeden Werktag im Schnitt rund 55 Millionen Briefe und rund 5,2 Millionen Pakete zu. Während Briefe zunehmend von E-Mails abgelöst werden, boomt das Paket-Geschäft. In der Corona-Krise nahmen die Online-Bestellungen noch einmal zu. Im zweiten Quartal war der operative Ertrag des Konzerns um knapp 20 Prozent gestiegen. Die Post zahlte den Beschäftigten bereits einen Bonus von 300 Euro pro Person für ihren Einsatz in der Corona-Krise aus.

Zuletzt hatten sich Post und Gewerkschaft im Frühjahr 2018 auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Damals gab es eine Lohnerhöhung in Schritten von 3,0 Prozent und weiteren 2,1 Prozent.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. September 2020 | 12:00 Uhr