Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim
Das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Betrugsverdacht Razzia bei Opel - Rückruf von Dieselautos steht bevor

Wegen möglicher Manipulationen bei Dieselfahrzeugen hat es bei dem Autobauer Opel Razzien gegeben. Es geht um den Anfangsverdacht des Betrugs bei 95.000 Fahrzeugen mit Abgasnorm 6.

Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim
Das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Skandal um manipulierte Dieselmotoren ist nun auch Opel ins Visier der Justiz geraten. Ermittler rückten am Montag zu Razzien an den Standorten Rüsselsheim und Kaiserslautern aus. Das hessische Landeskriminalamt bestätigte laufende Aktionen.

Betrugsverdacht bei 95.000 Fahrzeugen

Laut Staatsanwaltschaft Frankfurt besteht der Anfangsverdacht des Betrugs bei 95.000 Opel-Fahrzeugen mit der Abgasnorm Euro 6. Es gehe um Euro-6-Fahrzeuge der Modelle Zafira, Cascada und Insignia. Nach Angaben der Frankfurter Oberstaatsanwältin Nadja Niesen gehen die jetzigen Ermittlungen auf eine bereits im April gestellte Strafanzeige des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg zurück.

Ministerium mit schweren Vorwürfen

Eine blauen Plakette mit 'Euro 6' klebt auf einer Autoscheibe.
Es geht um den Anfangsverdacht des Betruges bei Euro 6-Autos von Opel (Themen-Archivbild). Bildrechte: dpa

Das Bundesverkehrsministerium, dem das KBA unterstellt ist, erklärte, der amtliche Rückruf der betroffenen fast 100.000 Fahrzeuge stehe kurz bevor. Zugleich erhob das Ministerium schwere Vorwürfe gegen Opel. Der Autobauer habe die Beseitigung von Mängeln immer wieder verschleppt. Zuletzt sei Anfang 2018 eine Abschalteinrichtung entdeckt worden, die vom KBA als unzulässig eingestuft worden sei. Deshalb laufe eine amtliche Anhörung. Auch diese sei von Opel mit immer neuen technischen Argumenten zeitlich verschleppt worden.

Opel weist Vorwürfe zurück

Opel selbst räumte Untersuchungen an den Standorten Rüsselsheim und Kaiserslautern ein. Manipulations- und Verschleppungsvorwürfe wies die Tochter des französischen PSA-Konzerns allerdings zurück. "Das Unternehmen bekräftigt, dass seine Fahrzeuge den geltenden Vorschriften entsprechen", erklärte Opel. Man kooperiere vollumfänglich mit den Behörden. Zu weiteren Details des laufenden Verfahrens könne man sich gegenwärtig aber nicht äußern.

Verdacht von Manipulationen

Wie bereits bei anderen Autobauern geht es auch bei Opel um den Verdacht von Manipulationen bei der Abgasreinigung. Wenn diese nicht richtig arbeitet, stoßen die Diesel mehr gesundheitsschädliche Stickoxide aus. Da Luftgrenzwerte in vielen Städten überschritten sind, drohen Fahrverbote für Dieselautos.

Ausgelöst hatte den Abgas-Skandal 2015 der VW-Konzern. Auch BMW und Daimler gerieten danach unter Manipulationsverdacht. Bei Audi sind die Ermittler seit März 2017 mehrmals zu Durchsuchungen angerückt. Daimler war im Mai vergangenen Jahres Ziel einer bundesweiten Razzia. Bei BMW standen die Fahnder im März 2018 vor der Tür.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Oktober 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2018, 18:55 Uhr

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