Eine Fünf und ein großes G ist zu sehen.
Mit 5G soll die Datenübertragung deutlich schneller werden. Bildrechte: dpa

Versteigerung 5G-Frequenzen: Netzbetreiber beklagen zu hohen Preis

Die Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G sind für mehr Geld versteigert worden als erwartet. Die Bundesregierung freut sich über die zusätzlichen Milliarden. Die Netzbetreiber sehen die hohen Ausgaben dagegen kritisch.

Eine Fünf und ein großes G ist zu sehen.
Mit 5G soll die Datenübertragung deutlich schneller werden. Bildrechte: dpa

Die deutschen Netzbetreiber haben die Versteigerung der 5-G-Lizenzen kritisiert. Telekom-Vorstand Dirk Wössner sagte, die Auktion hinterlasse einen bitteren Beigeschmack. Das Ergebnis hätte wesentlich günstiger ausfallen können. In anderen Ländern sei deutlich weniger Geld für die Frequenzen geboten worden. Das jetzt für die Frequenzen ausgegebene Geld werde für den Netzausbau fehlen.

Auch andere Netzbetreiber enttäuscht

Der Deutschlandchef von Vodafone, Hannes Ametsreiter, sprach von einem "katastrophalen" Ergebnis. Auch er betonte, dass jetzt kein Geld mehr für den Ausbau der Netzinfrastruktur da sei.

Ametsreiter sagte der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung", der Bund sollte die Einnahmen aus der Auktion in Form einer Förderung an die Unternehmen zurückgeben. Das könne helfen, ein besseres Mobilfunknetz zu bauen.

Auch Telefonica nannte den Vergabeprozess "kontraproduktiv für den Mobilfunkausbau in Deutschland". Vorstandschef Markus Haas erklärte aber zugleich, sein Unternehmen habe bei der Auktion ein gutes Ergebnis erzielt.

Neben der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland (O2) hatte auch der Mobilfunk-Anbieter Drillisch für die 5G-Frequenzen geboten. Dabei handelt es sich um eine Tochterfirma des rheinland-pfälzischen Konzerns United Internet. Drillisch hat bisher kein eigenes Netz und nutzt daher die Antennen der Konkurrenz.

Insgesamt kamen nach Angaben der Bundesnetzagentur 6,55 Milliarden Euro zusammen, mehr als gedacht. Mit 2,2 Milliarden Euro gab die Deutsche Telekom das meiste Geld aus.

Bund: Geld fließt komplett in digitale Infrastruktur

Bundesfinanzminister Olaf Scholz zeigte sich erfreut, dass die Erlöse aus der Auktion höher ausgefallen sind als erwartet. Zugleich betonte er, dass die Mehreinnahmen nicht dafür genutzt werden sollen, um Haushaltslöcher zu stopfen.

Scholz sagte, das Geld werde - wie von der Koalition vereinbart - für die digitale Infrastruktur verwendet. Es gebe nun mehr Mittel, um die Digitalisierung der Schulen voranzutreiben und auch dünn besiedelte Regionen mit einem besseren Breitband zu versorgen.

Zuvor hatte auch der für digitale Infrastruktur zuständige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer versichert, dass der Erlös aus der Versteigerung zu 100 Prozent in den Netzausbau und den Digitalpakt Schule fließen sollen.

Mit dem Ausbau des 5G-Netzes erhofft sich besonders die Industrie eine schnellere Datenübertragung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Juni 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2019, 07:58 Uhr

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3 Kommentare

13.06.2019 17:22 Fragender Rentner 3

Ganz einfach, hätte keiner von diesen Jammernden geboten so hätten sie alle noch ihr Geld.

13.06.2019 09:06 Auf der Sonnenseite des Lebens 2

mir kommen die Tränen wenn ich sehe wie schlecht es den Netzbetreibern geht.

"In anderen Ländern sei deutlich weniger Geld für die Frequenzen geboten worden."

In Deutschland werden die Kunden mit überhöhten Preisen seit Jahren ausgenommen weil die Konkurrenz fehlt!!!

Und warum fehlt die Konkurrenz, dann fragt mal die Bundesnetzagentur!

13.06.2019 08:49 Info 1

Sehr geehrtes MDR-Team,

es freut mich, dass es eine Weiterentwicklung des Mobilfunknetzes gibt.

Viele Grüße
Info