Arbeiten zu Hause Arbeitgeberpräsident hält Recht auf Homeoffice für "blanken Unsinn"

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat Pläne des Bundesarbeitsministeriums für ein Recht auf Homeoffice heftig kritisiert. Ein Rechtsanspruch auf Heimarbeit sei unsinnig und führe zur Auslagerung von Tätigkeiten, sagte Kramer dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, steht im Atrium der Hauptgeschäftsstelle der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände in Berlin.
Warnt vor den Folgen eines Rechtsanspruchs auf Homeoffice: Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Bildrechte: dpa

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat die Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für ein Recht auf Homeoffice heftig kritisiert. "Es ist blanker Unsinn, wenn das Arbeitsministerium per Gesetz ein Recht auf Homeoffice schaffen will", sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Unternehmen sollen bestimmen

Ein Arbeitgeber müsse sein Unternehmen so organisieren können, wie es dem ganzen Betrieb mit seinen verzahnten Abläufen diene, erklärte Kramer weiter – "und nicht ausschließlich, wie es dem einzelnen Mitarbeiter dient".

Der Interessensvertreter der Unternehmen warnte davor, dass ein Recht auf Homeoffice zur Auslagerung von Tätigkeiten führen könnte. Kramer: "Wenn die Entscheidung über das Homeoffice nicht bei der gemeinsamen Abstimmung von Arbeitgeber und Mitarbeiter bleibt, wird das über kurz oder lang nur dazu führen, dass Unternehmen Tätigkeiten, etwa die Buchhaltung, auslagern und an Dienstleister übertragen." Das könnten weder Politik noch Gewerkschaften wollen.

Digitalisierungsschub durch Corona

Arbeitsminister Heil hatte angesichts der Erfahrungen und des Digitalisierungsschubs in der Corona-Krise angekündigt, er wolle ein Recht auf Homeoffice gesetzlich verankern. Bis zum Herbst soll dazu ein Entwurf vorliegen. Laut Umfragen würden viele Deutsche von einer solchen Möglichkeit Gebrauch machen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Juli 2020 | 14:30 Uhr

9 Kommentare

GEWY vor 4 Wochen

Darf ich mal fragen was ist Homeoffice? :-) Ich könnte mir vorstellen, dass ich mit "Heimarbeit" oder "Büro zuhause" in unseren Breitengraden besser zurecht komme.

Ekkehard Kohfeld vor 4 Wochen

"Es soll Leute geben, die kommen mit Home Office bestens zu Recht."

So wie sie,muß toll sein wenn der Chef nicht sieht wie man den Tag vertrödelt.😬😬😬
Aber gut die Büroeinrichtung muß er ja nicht bezahlen auch die Räumlichkeiten nicht. usw.dafür bekommen sie dann sicherlich einen höheren Lohn oder etwa nicht?🤭🤭🤭

Agnostiker vor 4 Wochen

"Home Office ist Menschenunwürdig." Äh, nö ist es nicht. Sie scheinen ja beim Home Office mal alles falsch gemacht zu haben was man falsch machen kann. (Vielleicht lag der Herzinfarkt auch einfach nur daran, dass Sie sich einfach mal über alles aufregen. Die Flüchtlinge könnens ja diesmal nicht gewesen sein.) Es soll Leute geben, die kommen mit Home Office bestens zu Recht. Über die Vorteile gibts sogar in den europäischen Nachbarländern Studien dazu. Klar, dass geht nicht bei allen Berufen. Und es sollte im Ermessensspielraum des Arbeitgebers liegen.