Eine Passagierin geht mit ihrem Koffer an einem geschlossenen Büro des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook vorbei.
Die Pleite des britischen Thomas-Cook-Konzerns hatte viele Urlauber kalt erwischt. Bildrechte: dpa

Nach Thomas-Cook-Pleite Reiseverband fordert bessere Absicherung für Pauschalurlauber

Nach der Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook waren die akuten Folgen für viele Pauschalurlauber unangenehm: Nicht wenige saßen längere Zeit fest, teilweise forderten Hotels von ihnen Zahlungen, noch nicht angetreten Reisen fielen aus. Der Deutsche Reiseverband hat deshalb gefordert, die Touristen besser abzusichern.

Eine Passagierin geht mit ihrem Koffer an einem geschlossenen Büro des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook vorbei.
Die Pleite des britischen Thomas-Cook-Konzerns hatte viele Urlauber kalt erwischt. Bildrechte: dpa

Nach der Pleite von Thomas Cook hat der Deutsche Reiseverband eine bessere Absicherung für Pauschalurlauber gefordert. Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte Verbandspräsident Norbert Fiebig: "Wir sind gemeinsam gefordert, Lücken im bestehenden Sicherungssystem zu schließen." Politik, Versicherungen und die Branche müssten hier gemeinsam Lösungen finden.

Die Kundengeldabsicherung für die organisierte Reise müsse zukunftssicher und wirtschaftlich tragfähig werden, sagte Fiebig. Mit einer besseren Absicherung seien aber auch höhere Kosten verbunden, was solche Reisen teurer machen würde.

Bundesregierung wartet auf Gutachten

Die Insolvenz-Haftung von Reiseveranstaltern ist in Deutschland bislang auf 110 Millionen Euro beschränkt. Im Fall des britischen Thomas-Cook-Konzerns wird diese Summe nach Angaben des Versicherers aber nicht ausreichen. Eine konkrete Summe für die Absicherung nannte Fiebig nicht. Nach seinen Angaben will die Bundesregierung in einem Gutachten klären lassen, ob die aktuellen Regelungen zu modifizieren seien.

Thomas Cook hatte im September für viele überraschend Insolvenz angemeldet. Betroffen waren auch der Ferienflieger Condor und die deutsche Tochter von Thomas Cook. Unter rund 600.000 betroffenen Urlaubern waren auch 140.000 Deutsche.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Oktober 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2019, 10:23 Uhr