Neue Gesellschaft geplant Siemens gliedert Energiesparte aus

Siemens trennt sich von seiner kriselnden Kraftwerkssparte und will sie in einer eigenständigen Gesellschaft an die Börse bringen. Rund 20.000 Beschäftigte - unter anderem in Görlitz und Erfurt - sind davon betroffen.

Siemens will seine Energiesparte ausgliedern und an die Börse bringen. Das teilte der Konzern nach einer Sitzung des Aufsichtsrats in München mit. Die Trennung soll bis September nächsten Jahres verwirklicht werden.

20.000 Beschäftigte betroffen

Der Konzern trennt sich damit von seiner angeschlagenen Kraftwerkssparte. Zur neuen Gesellschaft soll dann auch der Siemens-Anteil an dem Windkraftwerke-Hersteller Siemens Gamesa gehören. Von den weltweit rund 380.000 Siemens-Mitarbeitern sind rund 80.000 von der Umstrukturierung betroffen.

In Deutschland sind es laut IG Metall fast 20 Standorte mit weit über 20.000 Beschäftigten, darunter auch die Werke in Görlitz und Erfurt. Was die Veränderung für die Beschäftigten bedeutet, sei aber bislang unklar.

Konzentration auf digitale Technologien

An dem neu entstehenden Energieunternehmen will Siemens etwas weniger als 50 Prozent halten. Der Münchner Konzern will sich künftig auf die beiden Sparten Automatisierung von Fabriken (Digital Industries) und die Vernetzung von Gebäuden, Städten und Ländern (Smart Infrastructure) konzentrieren. Die Konzernspitze erfüllt mit der Konzentration auf digitale Technologien eine Forderung der Aktionäre von der Hauptversammlung im Januar.

Kraftwerkssparte ist Sorgenkind

Die Kraftwerkssparte ist das größte Sorgenkind von Siemens. Sie kämpft wegen der schwachen weltweiten Nachfrage nach großen Turbinen mit Überkapazitäten bei Gasturbinen. Siemens hatte deshalb bereits im vergangenen Herbst den Abbau von mehreren tausend Stellen angekündigt und die Standorte neu aufgestellt. Konzern-Chef Joe Kaeser versicherte, dass die damals geschlossene Vereinbarung mit der Arbeitnehmerseite auch im neuen Unternehmen Bestand haben soll.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Mai 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Mai 2019, 22:20 Uhr

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4 Kommentare

08.05.2019 13:14 Ekkehard Kohfeld 4

@ winfried 1
>>Siemens gliedert Energiesparte aus<< ... Das ist der erste Schritt hin zum "Aus".##

Ja was glaubt man den auch,was bei der Politik in Richtung
zurück ins Mittelalter die Wirtschaft hier noch soll?
Ohne Energie und Rohstoffe was will man de da noch produzieren
Willkommens Teddybären?

08.05.2019 13:06 Auswanderer 3

..............danach wird das Gebilde verramscht, dann das Lohngefüge "angepasst" und personell abgebaut, wieder anschließend wird geschlossen.

Sachsen, wacht auf!

08.05.2019 11:47 REXt 2

@1 , nach den Wahl im Herbst ist es dann so weit, wetten?
Das war der Sinn des Gesprächs von Kretschmer u. Kaeser.

08.05.2019 08:28 winfried 1

>>Siemens gliedert Energiesparte aus<< ... Das ist der erste Schritt hin zum "Aus".