Ein roter Pfeil mit einem Tampon-Symbol.
Eine Petition hat Tampons und Co. zum Politikum gemacht. Bildrechte: Colourbox.de

Steuern auf Tampons, Binden und Co. Tampons als Politikum

Für wichtige Artikel des täglichen Bedarfs gilt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Hygieneartikel wie Tampons, Binden und Menstruationstassen fallen aber nicht darunter. Das soll sich ändern, fordert eine Petition, mit der sich nun auch der Petitionsausschuss des Bundestags befassen muss.

Ein roter Pfeil mit einem Tampon-Symbol.
Eine Petition hat Tampons und Co. zum Politikum gemacht. Bildrechte: Colourbox.de

Der Petitionsausschuss des Bundestags muss sich mit der Forderung befassen, die Steuern auf Monatshygiene-Produkte wie Tampons und Binden zu senken.

Innerhalb von vier Wochen haben mehr als 81.000 Menschen eine entsprechende Petition dazu unterzeichnet. Deren Initiatoren müssen nun im Bundestagsausschuss angehört werden, denn ab 50.000 Unterschriften muss eine Beratung erfolgen.

Periode für Frauen "unausweichlich"

Ins Leben gerufen wurde die Petition vom Online-Magazin "Neon" und dem Kondomhersteller Einhorn.

Macher und Unterzeichner kritisieren, dass für Tampons, Binden und Menstruationstassen der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gilt, obwohl der Kauf dieser Produkte für Frauen unvermeidbar ist. Der hohe Mehrwertsteuersatz diskriminiere Frauen außerdem, da sie sich ihre Monatsblutung nicht ausgesucht hätten.

Grundbedarf ermäßigt besteuert

Für andere wichtige Güter des täglichen Bedarfs, zum Beispiel Brot, Butter, Milch, Kaffee, Obst und Gemüse, Bücher, Zeitungen sowie Tickets im öffentlichen Nahverkehr gilt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent.

In mehreren anderen Ländern wurde die Steuer auf Monatshygieneartikel bereits gesenkt oder ganz abgeschafft.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Mai 2019 | 13:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2019, 17:51 Uhr

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15 Kommentare

01.06.2019 01:16 Part 15

Eigentlich ein Aufhänger um Sinn und Zweck von Verbrauchsteuern grundsätzlich zu hinterfragen, denn während es einige Wenige, die ganze Kanzleien von Anwälten und Steuervermeidungsspezialisten beschäftigen überhaupt nicht merken, wenn die neue Yacht woanders gebaut wurde, merken es die wahren Leistungsträger der Gesellschaft sehr wohl, wenn für Waren des täglichen Bedarfs etwas abgezogen wird, damit Stiefvater Staat das eingenomme Geld für Unsinnigkeiten verschwenden darf.

30.05.2019 16:17 Gerald 14

@ gerald 11
Falsch Namensvetter! Die CDU sagte vor der einen Wahl, sie ist für eine 2% MwSt-Erhöhung! Die SPD sagte, mit Ihr gibt es keine Erhöhung! Und was kam? 3 Mal können Sie raten! Eine 3% Erhöhung! Also hat die CDU fast die Wahrheit gesagt! Und die SPD?
Also hat die SPD eher die Unwahrheit gesagt!

30.05.2019 16:06 Mehr Gleichberechtigung 13

Genau das richtige Zeichen angesichts eines Parlaments mit einem durch AfD, FDP und Union so hohen Männeranteil wie lange nicht mehr! Und allgemein gegen überteuerte Frauenprodukte. Zum alltäglichen Bedarf muss auch die Menstruationshygiene zählen. Sonst werden Frauen nicht als gleichberechtigt anerkannt, sondern sind etwa teure Exotin. Überdies geht es um mehr Sichtbarkeit von Frauen und ihrer Situation, Enttabuisierung der "Damen-Hygiene".

30.05.2019 13:39 Gerd Müller 12

Und das zum Männertag, eine einführende Geschichte.

30.05.2019 12:28 gerald 11

Ich kann mich noch erinnern, wie Merkels Versprechen zur MWst aussah. Es war eine glatte Lüge, "mit mir wird es keine 2%ige Erhöhung geben", am Ende wurden es drei.

30.05.2019 12:08 Mane 10

Was wollt Ihr von den Politiker ? Diese wollen nur die eigenen Taschen füllen.

30.05.2019 12:07 Wachtmeister Dimpfelmoser 9

Sollte man den Damen ruhig zugestehen. Bier fällt ja schließlich auch unter die sieben Prozent Mehrwertsteuer, und der Kauf dieses Produktes ist für Männer unvermeidbar.

30.05.2019 09:56 Michael Möller 8

nach meiner Meinung nach müsste das ganze System der Mehrwertsteuer überarbeitet werden und alles gleichbesteuert wert außer für Grundnahrungsmittel und für Kinder (denn die Kinder sollten ja angeblich unsere Zukunft sein ). auch würde ich sagen die MWS. könnte dann auch gesenkt werden . nur ist es die Frage ob unsere Politiker wirklich für Gerechtigkeit stehen und die Zukunft oder fremdgesteuert sind . ( Lobbyismus)

30.05.2019 09:43 Mustermann 7

So geht also Populismus...Glaubt denn dann jemand ernsthaft, selbst wenn die Mehrwertsteuer reduziert wird, dass dann auch der zu zahlende Preis an der Kasse geringer (12%) ausfällt? Dann wird einfach der Nettopreis angehoben oder Tampons weniger reingetan.

So, wo sind die wichtigen Probleme?

30.05.2019 01:01 part 6

Babynahrung und Medikamente: 19 Prozent, Tierfutter und Trüffel: sieben Prozent. Das System der Mehrwertsteuer ist überholt, aber beständig bis heute. Auf Babygläschen, Wasser und Medizin fallen 19 Prozent Steuer, auf Zeitschriften, Tiernahrung, Garnelen und Seilbahnfahrten nur sieben Prozent. Das Mehrwertsteuer-Recht ist eine äußerst komplexe Materie. Was wie besteuert wird, regelt Paragraf 12 des Umsatzsteuergesetzes sowie zwei Tabellenanhänge mit 54 Kategorien. Hier zeigt sich das Luxus nicht teuer sein muß aber wohl das Dasein als weibliches Wesen bei 70 Jahren Grundgesetz das die Würde des Menschen von seinem Einkommen, seinen Parteispenden und vom Geschlecht abhängig macht.