Der Streetscooter ist ein klassischer Kastenwagen mit einem für Kleintransporter üblichen Laderaum. An den Seiten ist Werbung und der Hinweis auf den Elektroantrieb angebracht
Bildrechte: MDR/Monika Tauber

Brandrisiko Deutsche Post AG zieht E-Autos aus dem Verkehr

Die Deutsche Post AG erklärt, dass sie bei 460 Fahrzeugen ihres Elektromodells Streetscooter eine potenzielle Brandgefährdung durch die Batterie sieht. Weiterfahren sollen diese nun erst, wenn sie überprüft worden sind.

Der Streetscooter ist ein klassischer Kastenwagen mit einem für Kleintransporter üblichen Laderaum. An den Seiten ist Werbung und der Hinweis auf den Elektroantrieb angebracht
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Die Deutsche Post AG stuft 460 Fahrzeuge ihres Elektromodells Streetscooter als potenziell brandgefährdet ein. Konkret gehe es um den Typ Work L, Baujahr 2018, dies bestätigte Post-Sprecher Andreas Edenhofer dem ARD-Magazin Plusminus. Eine betriebsinterne Ermittlung bei der Post habe diese Zahl ergeben.

Zweimal hat es schon gebrannt

Die kleine Flotte von Streetscootern wird mit Paketen und Briefen beladen
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Plusminus liegen zwei interne Schreiben der Deutschen Post AG aus dem Dezember 2018 und Januar 2019 vor. Aus diesen Schreiben geht hervor, dass zunächst von 298 Fahrzeugen ausgegangen wurde. Konkret wird auf zwei Fahrzeugbrände im November 2018 Bezug genommen: "Die Brände gingen jeweils von der Batterie aus. […] Ursächlich sind mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Vorlieferanten nicht durchgeführte Verbindungsschweißungen in den Traktionsbatterien", heißt es darin. Bei den beiden Bränden handelt es sich um einen Fall im baden-württembergischen Singen am 3.11.2018 und einen Fall im in Sachsen-Anhalt gelegenen Teuchern am 14.11.2018.

Erst Anweisung zur eingeschränkten Nutzung

In dem internen Dokument aus Dezember 2018 wird darum gebeten, die betriebliche Nutzung dieser Fahrzeuge "auf das Nötigste" einzuschränken. Fahrer werden darin aufgefordert, bei entsprechenden Anzeichen im Betrieb die Fahrzeuge abzustellen und "sich unverzüglich vom Fahrzeug zu entfernen".

Jetzt offenbar aus dem Verkehr gezogen

In der aktuellen Antwort der Deutschen Post an Plusminus (März 2019) heißt es jetzt: "Wir haben unsere Niederlassungen angewiesen, diese Fahrzeuge bis auf weiteres außer Betrieb zu nehmen und vorläufig durch andere Fahrzeuge zu ersetzen, um unsere Zustellerinnen und Zusteller keinem Risiko auszusetzen". Als Vorsichtsmaßnahme würden derzeit alle betroffenen Fahrzeuge hinsichtlich der Batterien überprüft und gegebenenfalls überarbeitet. Die Deutsche Post AG hat insgesamt über 9.000 Streetscooter in ihrer Flotte.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 26. März 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2019, 14:11 Uhr