Anzeigentrafel auf dem Flughafen Köln/Bonn
Wegen des Streiks könnten zahlreiche Flüge in Mitteldeutschland ausfallen. Bildrechte: dpa

Tarifstreit Streiks sollen mitteldeutsche Flughäfen lahmlegen

Die Gewerkschaft Verdi weitet die Warnstreiks beim Sicherheitspersonal an Flughäfen aus: Am Dienstag sollen die Beschäftigten in Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt die Arbeit niederlegen. Auch Frankfurt soll bestreikt werden.

Anzeigentrafel auf dem Flughafen Köln/Bonn
Wegen des Streiks könnten zahlreiche Flüge in Mitteldeutschland ausfallen. Bildrechte: dpa

An den Flughäfen Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt wird am Dienstag das Sicherheitspersonal streiken. Eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi sagte MDR AKTUELL, von den insgesamt 420 Security-Mitarbeitern an den drei Flughäfen werde etwa ein Drittel die Arbeit niederlegen.

Hunderte Passagiere könnten betroffen sein. Die Sprecherin sagte, die Warnstreiks führten an allen drei Flughäfen "mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Einschränkungen im Flugverkehr". Am Dresdner Flughafen beginne der Streik demnach schon am Dienstagmorgen um drei Uhr. Erst um 21 Uhr werde er beendet. Am Mittag seien die Beschäftigten zu einer gemeinsamen Streikversammlung in Schkeuditz aufgerufen, hieß es weiter.

Auch Streiks in Frankfurt geplant

Geschlossen ist die Sicherheitskontrolle des Flughafen Düsseldorf.
Geschlossen: die Sicherheitskontrolle des Flughafen Düsseldorf. Bildrechte: dpa

Die Gewerkschaft begründete den Streik damit, dass die Arbeitgeber im Tarifstreit auch nach vier Verhandlungsrunden noch immer kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hätten.

Auch der Frankfurter Flughafen soll am Dienstag bestreikt werden. Diese Woche hatte es bereits Warnstreiks in Berlin, Köln/Bonn, Düsseldorf und Stuttgart gegeben. Hintergrund ist ein Tarifstreit. Die Gewerkschaft fordert einen bundesweit einheitlichen Lohn von 20 Euro die Stunde. Die Arbeitgeber halten das für unrealistisch. Beide Seiten wollen am 23. Januar wieder verhandeln.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Januar 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2019, 18:06 Uhr

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7 Kommentare

13.01.2019 16:31 Fragender Rentner 7

Die Luft und die Umwelt wird es freuen wenn weniger Luftverschmutzung kommt.

13.01.2019 07:58 J. I. S. 6

Ich dachte der Erfurter Flughafen lebt stark von der Subventionen durch das Bundesland Thüringen!? Wie können da die Mitarbeiter Gehalt in diesem Ausmaß verlangen?

13.01.2019 07:16 Carolus Nappus 5

Sollen die mal steiken und fordern. Wenn der Markt das hergibt, werden sie das auch bekommen. 20€ wären natürlich recht bitter für so manch andere Branche. Gerade in den neuen Ländern wird dann geradezu ein un auf diese Jobs einsetzen und andere werden das Nachsehen haben oder werden wohl oder übel ebenfalls ein besseres Angebot machen müssen.

12.01.2019 22:02 Leopold Breuer 4

@Peter: Ein wenig differnezierte sollte man die Aussage von "Blumenfreund" - mal ganz unabhängig von seiner politischen Ausrichtung durchaus sehen. Er schrieb, man müsse"solche Streiks" verbieten und kritisierte explizit die 20 € (und nach meiner Interpretation damit auch die wohl nicht vorhandene Verhältnismäßigkeit) pro Stunde, die man durchaus kritisieren kann, zumal wenn das an einigen Standorten 44 % Lohnsteigerung zur Folge hätte, was doch arg viel ist. Mein Vorschlag wäre, für die etwas höheren Gehaltsgruppen 4,5-5 % mehr für dieses Jahr, für die Niedrigen 7-7,5 % mehr pro Jahr. So könnte man stufenweise eine Angleichung der Löhne erreichen, was sicherlich nicht von jetzt auf gleich passieren kann. Für mich stellt sich jedoch die Frage, warum die Arbeitgeberseite den sTreik nicht gerichtlich prüfen lässt (insbesondere wegen der für mich utopischen Gehaltsforderung).

12.01.2019 19:57 Peter 3

@1 Blumenfreund: Streikverbot. Hatten wir schon mal: 33-45 und 49-89. Dass Sie einer der beiden dunklen Phasen deutscher Geschichte nachtrauern, ist dem aufmerksamen Leser im MDR durchaus bekannt.
Übrigens: 3.200 € brutto halte ich für die Beschäftigten für durchaus angemessen.

12.01.2019 19:41 heribert54 2

Schon wieder Streik an Flughäfen, gesponsort von Verdi. Man traut sich keinen Urlaub mehr zu buchen, vielleicht auch gut so, wegen der Umwelt. Da fahre ich eben mit einem alten "Diesel" 3000 Km durch Europa und Asien. Die Grünen wirds freuen. Aber mal Spass beiseite, sind 20 € nicht etwas viel?

12.01.2019 18:14 Blumenfreund 1

Wow..., 20 Euro pro Stunde! Das ist jammern auf hohem Niveau. Die Fluggäste werden durch die Gewerkschaft wiedermal in Geiselhaft genommen. Eigentlich sollte man solche Streiks verbieten.
Sie bringen immer nur Unruhe und Unordnung!!