Energiesicherheit Spekulanten schuld an Engpässen im Stromnetz

Im Juni sind offenbar durch illegale Spekulationen an der Strombörse Engpässe im Stromnetz ausgelöst worden. Das sagte ein Sprecher der Bundesnetzagentur. Händler hätten Strom verkauft, den sie nicht besaßen.

Nach ersten Untersuchungen der Bundesnetzagentur haben Spekulationen zu Strom-Engpässen im Juni geführt. Das sagte ein Sprecher der Bundesnetzagentur MDR AKTUELL. Demnach sollen Stromhändler Strom verkauft haben, den sie gar nicht besessen hätten, um Geschäfte zu machen. Diesen Händlern drohe jetzt ein Verfahren, das zum Ausschluss von der Börse führen könne.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur hatte aber zu keiner Zeit die Gefahr eines großflächigen Stromausfalls bestanden. Dem Sprecher zufolge griffen Gegenmittel. Am 25. Juni hatten im deutschen Stromnetz jeweils für einige Minuten rund 6.000 Megawatt gefehlt. Die Netzbetreiber mussten den Mangel durch überteuerte Stromaufkäufe ausgleichen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. August 2019 | 05:17 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. August 2019, 09:30 Uhr

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14 Kommentare

15.08.2019 08:03 Jörg 14

Spekulationen gibt es schon immer egal ob Strom Öl Lebensmittel Immobilien und das wird immer auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen Hauptsache diese Profitgierigen erreichen ihr Ziel reich werden obwohl sie es schon sind egal wie alles wird unternommen um ihre Profitgier zu stillen die aber unerschöpflich ist.

14.08.2019 22:32 Walter 13

Wer die sichersten Atomkraftwerke der Welt abschaltet ist selbst Schuld!

Und Mdr Beitrag über unsichere Atomkraftwerke!

Von diesen haben wir sicher den fehlenden Strom gekauft.

Also alles total durchdacht???!!!

14.08.2019 18:37 Uwe 12

Sonstwas Schützer bekommen als Betreiber solcher Windräder Strom bezahlt welcher nie geliefert wurde und als Spekulanten verkaufen die dann logischerweise auch Strom den es nicht gibt. So lange die Mehrheit dem treiben der Schützer kein Ende bereitet wird sich an diesen Betrügereien auch nichts ändern. Im Gegenteil.

14.08.2019 16:27 lummox 11

so einen tiefgreifenden beitrag kann man nur beim mdr erhalten, bin gerührt und dankbar, mehr davon :) früher standen solche meldungen im "eulenspiegel"

14.08.2019 13:18 winfried zu (9)nasowasaberauch 10

Sie haben völlig Recht mit "nicht alles in staatlicher Hand". Ich denke, "in der Mitte" ist's richtig.
Für mich sind staatlich zu garantieren die grundsätzlichen menschlichen Bedarfe und Notwendigkeiten.
Dazu zähle ich u.a. ... essen, trinken, wohnen, Sicherheit, körperliche Unversehrtheit.

14.08.2019 12:39 nasowasaberauch 9

Alles in die Hände des Staates sehe ich skeptisch, weil wo der Staat oder die Stadt, die Verwaltung inne hat bläht sich der Apparat auf. Mehr Kontrolle und fühlbare Strafen bei Mißbrauch tun es auch. Ganz so glimpflich ging die Deckungslücke nicht über die Bühne. Die Netzfrequenz ist die Basisfrequenz z.B. für Umrichter, die Antriebe für Maschinen steuern, diese war nicht mehr stabil und dadurch kann erheblicher Schaden entstehen.

14.08.2019 11:34 jochen 8

Die Stromerzeugung gehört ausschließlich in staatliche Hände, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Die Abgabe der Stromversorgung an "Investoren" (Windräder) halte ich für eine unverantwortliche Fehlleistung der Politik.
Dadurch entstehen die völlig überhöhten Kosten für die Bürger, weil alle unnötigen Kosten auf uns Bürger abgewälzt werden. Die Politik schaut dabei auch noch zu.

[Lieber Nutzer, diesen Händlern droht einem Sprecher der Bundesnetzagentur zufolge jetzt ein Verfahren, das zum Ausschluss von der Börse führen kann. Nach Angaben der Bundesnetzagentur hatte zu keiner Zeit die Gefahr eines großflächigen Stromausfalls bestanden. Beste Grüße, Ihre MDR.de-Redaktion]

14.08.2019 11:24 janosch13 7

Strom, Wasser, Gesundheitswesen und öffentlicher Nahverkehr gehören in "Staatshände" und nicht an irgendwelche Börsen wo damit gezockt wird. Und nein ich will nicht die DDR zurück ;-))

14.08.2019 10:49 Max W. 6

@14.08.2019 09:54 winfried (>>Spekulanten schuld an Engpässen im Stromnetz<< ... NEIN und nochmals, NEIN !!! Schuld an der Situation ist die Gesetzeslage die Spekulantentum ermöglicht.)

Ganz richtig. Das ist wie ein Gärtner, der erst Blattläuse züchtet, fördert und in seinem Garten aussetzt, um sich dann lauthals zu beklagen, die Blattläuse frässen seinen Garten kaputt und seien schuld am desolaten Zutand des Anwesens.

Wir müssen also nicht über die Blattläuse diskutieren, die nur tun, was sie wesensgemäss immer tun, sondern über den Gärtner. Warum nur geschieht das dann nicht? Wie könnte das wohl kommen, dass Krankheitssymptome und Ursachen stets und monoton in der "Berichterstattung" miteinander "verwechselt" werden?

14.08.2019 10:39 Max W. 5

@14.08.2019 09:39 Michael Möller (wenn man diesen Artikel ließt stellt sich sofort die Frage ein, warum dürfen sich hier Spekulanten an der Börse tummeln...)

Strom ist, wie alles in "unserem" Wirtschaftssystem aka Kapitalismus eine Ware. Mit Waren, Warenterminen usw. wird spekuliert (wie etwa beim short selling im Handel) und das ist das WESEN eben dieses Kapitalismus - wie sie schon bei "Buddenbrooks" nachlesen können. "Schuld" sind also nicht die Spekulanten, sondern die, die die zu ERWARTENDE Spekulation NICHT per GESETZ und exekutiver KONTROLLE verhindern - und "die" sind niemand anderes als "unsere Politiker". Siehe als Beispiel besonders krasser billigender Inkaufnahme auch: "Wohnungsbau" und SPD in Berlin. Hier wie dort wird ganz offen spekuliert mit der Daseinsfürsorge - denken sie das ruhig zuende, bevor sie wählen...