Stromstecker auf Geldscheinen
Mit mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde ist der Strompreis in diesem Jahr auf Rekordhöhe gestiegen. Bildrechte: imago/Bernhard Classen

Energieversorgung Strom für Haushalte teuer wie nie

Seit Jahren steigen die Strompreise - doch einen so starken Sprung nach oben wie 2019 hat die Bundesnetzagentur noch nicht registriert. Auch Gasverbraucher müssen sich auf höhere Kosten einstellen.

Stromstecker auf Geldscheinen
Mit mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde ist der Strompreis in diesem Jahr auf Rekordhöhe gestiegen. Bildrechte: imago/Bernhard Classen

Strom war für die Privathaushalte in Deutschland noch nie so teuer wie in diesem Jahr. Erstmals mussten sie nach Berechnungen der Bundesnetzagentur im Durchschnitt mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde bezahlen. Für den Stichtag 1. April ermittelte die Behörde einen Durchschnittspreis von 30,85 Cent je Kilowattstunde. Wie aus einem Bericht der Bundesnetzagentur hervorgeht, war das fast ein Cent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres.

Preis für Erdgas erstmals gestiegen

Der Preisanstieg beim Strom um fast 3,3 Prozent ist der stärkste der vergangenen Jahre. Am 1. April 2018 hatte der Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde 29,88 Cent betragen. Auch in den Jahren zuvor hatte er auf diesem Niveau gelegen. Die Bundesnetzagentur wertet die Daten von weit mehr als 1.000 Stromlieferanten aus und ermittelt daraus einen Durchschnittspreis über alle Vertragsarten.

Erstmals seit 2014 wurde auch Gas für Haushaltskunden teurer. Der Durchschnittspreis je Kilowattstunde stieg um fast 4,5 Prozent auf 6,34 Cent. Und es könnte noch weiter nach oben gehen. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox haben bereits 40 örtliche Gasversorger für September, Oktober und November Preiserhöhungen angekündigt. «In der kommenden Heizperiode wird das Preisniveau von Erdgas weiter hoch bleiben», sagte Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox. Langfristig könnten die Verbraucherpreise aber wieder sinken.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. September 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2019, 13:23 Uhr

28 Kommentare

Bernd L. vor 11 Wochen

Der Strompreis ist mit etwa 30 Cent derzeit etwa doppelt so hoch wie in unseren Nachbarländern Polen und Frankreich. Er wird wegen des Kohleausstiegs in den
nächsten Jahren weiter stiegen, wie Ökonomen sagen, auf über 50 Cent. Die Ursache ist klar: Sie liegt in der Energiewende, die Deutschland im Alleingang durchgeführt hat. Nach Prof. Fuest, dem Chef vom Ifo-Institut, hat diese bisland 200 Milliareden gekostet udn die Kosten werden auf über 500 Milliarden weiter steigen. Er hat in der Phönix-Runde die Energiewende auch als Fehler klar benannt- überraschend, das so etwas im ÖTV noch gesagt werden darf. Im MDR habe ich das noch nie gehört.
Aber keine Sorge, der Michel wird die weitere Fastverdopplung durch den Kohleausstieg auch schlucken, es nutzt zwar nichts, ist aber für einen guten Zweck.

Chrisbob vor 11 Wochen

Nochmal, nominal wird in der Marktwirtschaft aufgrund der Inflation nahezu alles immer teurer: Die Mass auf der Wiesn, "teuer wie nie", der Friseurbesuch, "teuer wie nie", etc.
Die Überschrift des Artikels ist somit eine Binse mit null Aussagekraft.
Wichtiger ist doch, ob und wie hoch das am Ende real zu Buche schlägt. Und das tut es wenig bis gar nicht.
Erstens: Die Stromausgaben der privaten Haushalte lagen 2015 bei durchschnittlich nur 2,4 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens.
Zweitens: Die Reallöhne der Arbeitnehmer sowie der Rentner sind die letzten Jahre schön angestiegen; bei den Ostrentnern waren es von 2014 bis 2018 im Durchschnitt rd. 3,6 %/a und in 2019 sind es sogar 3,9 %.

Mein Fazit bleibt: nicht immer so ein Fass aufmachen sondern alles etwas niedriger hängen.

Eulenspiegel vor 11 Wochen

Ich stelle fest:
Der Strompreis ist viel zu hoch.
Die Ursache:
Während die Subventionen für Atom und Kohlestrom aus dem Steuersäckel finanziert wurden werden die Mehrkosten für das EEG und der Netzumbau einfach auf die Stromrechnung des kleinen Endverbrauchers aufgeschlagen. Das sorgt natürlich für eine totale Verzäunung der Realität. Die Ziele des EEG sind weitgehend erreicht nämlich Methoden der umweltfreundlichen Stromerzeugung die nicht konkurrenzfähig war konkurrenzfähig zu machen. Das EEG wird in Zukunft kaum noch eine Rolle spielen. Aber der Netzausbau ist doch nun wirklich eine Sache des Bundes. Warum wird das den kleinen Einzelverbraucher einfach auf die Rechnung aufgeschlagen. Ich habe den Eindruck das genau die Leute die verantwortlich für die Energiewende sind nun wirklich alles tun wollten um diese Energiewende zu verhindern. Anders kann ich mir das nicht erklären.