Tesla Fabrik in Shanghai
In Shanghai steht schon eine von drei Tesla-Großfabriken - bald soll auch eine in Brandenburg aufgebaut werden. Bildrechte: dpa

Ankündigung von Elon Musk Tesla baut Großfabrik bei Berlin

Die Entscheidung war mit Spannung erwartet wurden. Nun steht fest: Der Autobauer Tesla baut seine neue Europafabrik in der Nähe von Berlin. Rund 10.000 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Tesla Fabrik in Shanghai
In Shanghai steht schon eine von drei Tesla-Großfabriken - bald soll auch eine in Brandenburg aufgebaut werden. Bildrechte: dpa

Der Elektroautobauer Tesla will sein Europawerk im Berliner Umland errichten. Das sagte Tesla-Chef Elon Musk am Dienstagabend bei der Preisverleihung zum "Goldenen Lenkrad" in der Hauptstadt. Tesla werde zudem ein Ingenieurs- und Designzentrum in Berlin ansiedeln. Musk erklärte, Deutschland baue großartige Autos. Das sei einer der Gründe für die Standort-Entscheidung gewesen.

Wo genau die sogenannte Gigafactory entstehen soll, sagte Musk bisher nicht. Laut dem "Tagesspiegel" könnte die Fabrik auf einer Industriefläche im brandenburgischen Grünheide gebaut werden. Laut der Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop sind 6.000 bis 7.000 Arbeitsplätze für die Fabrik im Gespräch. Hinzu kämen in Berlin "auch noch ein paar Hundert, wenn nicht gar ein paar Tausend" neue Jobs. Tesla sei nicht nur ein reiner Autohersteller, sondern auch in den Bereichen Software, Innovation und Forschung aktiv. Auf der Tesla-Webseite gab es bereits Stellenausschreibungen für das Werk. Nach bisherigen Angaben soll die Fabrik bereits Ende 2021 fertig sein.

Musk schrieb später bei Twitter, dass in der neuen Fabrik Batterien, Antriebe und Fahrzeuge gebaut werden sollen, darunter das geplante Model Y. Dabei handelt es sich um einen Kompakt-SUV. Weitere Informationen gab es bisher nicht.

Woidke sieht wichtigen Schub

Tesla-Chef Elon Musk
Tesla-Chef Elon Musk will das neue Werk des Autobauers in Brandenburg bauen lassen. Bildrechte: dpa

Die Ankündigung sorgte für Jubel in der Region: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach von einer "hervorragenden Nachricht für unser Land". Das Bundesland habe sich bereits "seit längerem in intensiven Gesprächen" dafür eingesetzt, den Zuschlag für den Standort zu erhalten, sagte Woidke. "Die Giga-Fabrik wird Brandenburg als innovativen und internationalen Standort einen weiteren Schub und sehr vielen Menschen gute Arbeit geben."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, die Entscheidung, eine "hochmoderne Fabrik für Elektroautos" in Deutschland zu errichten, sei ein "weiterer Beweis für die Attraktivität des Automobilstandortes Deutschland. Die Ankündigung sei zugleich auch ein "Meilenstein beim Ausbau von Elektromobilität und Batteriekompetenz".

Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen sagte angesichts der Tesla-Entscheidung, Deutschland müsse nun eventuell bei der Förderung für eine Batterieproduktion umdenken. Es sei zu überlegen, welchen Sinn die eine Milliarde Euro noch habe, die Wirtschaftsminister Altmaier in eine deutsche Lithium-Ionen-Fabrikation stecken wolle.

Außerdem warnte Dudenhöffer vor zu großen Erwartungen in Bezug auf die Anzahl der neuen Arbeitsplätze: "Zellfabrikation ist hochautomatisiert. Da zählen Energiekosten deutlich mehr als Arbeitskosten, erläuterte sagte er.

Bisher Werke in den USA und China

In Europa montierte Tesla bisher in den Niederlanden einige Fahrzeuge der teureren Modellreihen S und X. Ansonsten kommen die Fahrzeuge aus mehreren Werken in den USA und in China. Teilweise waren diese Fabriken aber stark überlastet. Tesla gilt als Vorreiter bei der Elektromobilität, die auch deutsche Autobauer künftig stärker in den Fokus nehmen wollen.

Zuletzt hatte VW die Produktion von Elektro-Autos in Zwickau gestartet. In Thüringen soll zudem ein Batteriewerk eines chinesischen Herstellers entstehen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. November 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2019, 08:03 Uhr

14 Kommentare

Chrisbob vor 3 Wochen

Wirklich erstaunlich, diese Mutlosigkeit bei Innovationen in diesem Foum.

Ich freue mich über die in Aussicht stehenden Investitionen in Brandenburg/Berlin in eine zukunftsträchtige Technologie unter Zugrundelegung einer Erzeugungsbasis auf einem hohen Anteil erneuerbarer Energien sehr.

Ekkehard Kohfeld vor 3 Wochen

"Ja - das war doch noch was. Zum Beispiel:
- Transrapid
- Philipp-Holzmann-Pleite
Auch hier hatte der Staat viel Geld versenkt, ohne dass es den Lebensstandard der Bevölkerung angehoben hätte."

Und der Kat sollte den sauren Regen weg machen jetzt haben alle einen Kat
die Wirtschaft dadurch Einnahmen und der Lemming den sauren Regen auch noch.

Ja oder der steuerlich geförderte Diesel,weil was sauberes gibt es nicht.
Und der Lemming fällt wieder drauf rein.

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PeterSchmitt vor 3 Wochen

OH, was sollen alle diese negativen Kommentare?
Es ist ein extrem großer Glücksfall, dass sich Tesla als der innovativste Autobauer der Welt für den Standort Deutschland entschieden hat. Das ist marketingtechnisch für Deutschland Milliarden EUR wert. Die besten Autos kommen wieder aus Deutschland, diesmal halt nicht von Deutschen Autobauer. In einem Tesla stecken heute aber schon 80% Deutsche Zulieferer. VW wird das mit seinem Baukasten für Elektroautos auch bald hinbekommen.