Nach Pleite von britischem Mutterkonzern Deutsche Thomas Cook vor Zerschlagung

Der deutsche Ableger von Thomas Cook wird als Gesamtunternehmen offenbar nicht zu halten sein. Die Investoren interessieren sich nur für die Firmentöchter. Von den gut 2.000 Jobs steht damit die Hälfte auf dem Spiel.

Das Firmenlogo der deutschen Thomas Cook vor der Zentrale des Reisekonzerns in Oberursel
Die deutsche Zentrale des Reisekonzern im hessischen Oberursel. Bildrechte: dpa

Der Reiseveranstalter Thomas Cook Deutschland wird wahrscheinlich abgewickelt. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter am Montag mitteilte, liegt noch kein belastbares Angebot für die deutsche Gruppe als Ganzes vor. Man müsse deshalb jetzt aus rechtlichen Gründen die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs zum 1. Dezember 2019 vorbereiten.

Gut 1.000 Jobs stehen auf dem Spiel

Es gebe allerdings Interessenten für die Firmentöchter, hieß es vom Unternehmen. Bei einem Verkauf könnte gut die Hälfte der aktuell rund 2.100 Thomas Cook-Arbeitsplätze in Deutschland gesichert werden. Das Unternehmen beschäftigt allein in seiner Deutschlandzentrale im hessischen Oberursel rund 1.000 Mitarbeiter.

Interesse gibt es demnach es etwa für Bucher Reisen & Öger Tours GmbH. Hier seien die Verhandlungen über eine Fortführung sehr weit fortgeschritten, erklärte Thomas Cook Deutschland . Auch für die deutschen Markennamen Neckermann  und Air Marin bestünden gute Chancen. Zudem sei man zuversichtlich, dass die Hotel-Franchise-Systeme Sentido und smartline verkauft würden.

Ein Check-In-Schalter des britischen Reisekonzerns Thomas Cook im Südterminal des Flughafens Gatwick.
Ein Bild von Ende September - nach Bekanntwerden der Pleite des britischen Reisekonzerns. Bildrechte: dpa

Alle Reisen abgesagt

Die britische Konzernmutter hatte im September die deutsche Thomas Cook mit in die Insolvenz gerissen. Etwa 140.000 Urlauber hatten sich zu diesem Zeitpunkt im Urlaub befunden. Noch geplante Reisen sagte Thomas Cook Anfang Oktober ab.

Condor aus Konzern ausgekoppelt

Auch die Fluggesellschaft Condor gehört zum Konzern. In einem sogenannten Schutzschirmverfahren wurde sie aus dem Unternehmen herausgelöst und sucht nun unter Aufsicht eines Sachwalters nach neuen Investoren. Zur Überbrückung hat Condor im Oktober einen staatlichen Überbrückungskredit von über 380 Millionen Euro erhalten. Zur Fluggesellschaft gehören rund 4.900 Mitarbeiter.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. November 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2019, 18:24 Uhr

0 Kommentare