Corona-Krise Bund startet Überbrückungshilfe für kleinere und mittlere Firmen

Ein im Konjunkturpaket zur Bewältigung der Corona-Krise beschlossenes Programm für kleine und mittelständische Unternehmen ist gestartet. Gedacht ist es für Firmen mit Umsatzeinbußen über 60 Prozent. Über ihre Steuerberater und Wirtschaftsprüfer können diese nun Anträge stellen.

Zur Überwindung der Corona-Krise ist ein weiteres Programm des Bundes für angeschlagene kleine und mittelständische Unternehmen gestartet.

Plattform zur Registrierung online

Seit Mittwoch können sich auf einer Online-Plattform Steuerberater und Wirtschaftsprüfer registrieren. Um Missbrauch vorzubeugen, dürfen nur sie Anträge für betroffene Firmen einreichen. Noch im Juli könnten die Auszahlungen laut Bundesregierung beginnen.

Für die Überbrückungshilfen stehen insgesamt 25 Milliarden Euro zur Verfügung. Mit dem Geld soll kleinen und mittelständischen Firmen – aber auch Solo-Selbstständigen – geholfen werden, die weiter erhebliche Umsatzeinbußen haben. Antragsberechtigt sind Unternehmen und Organisationen aller Branchen, deren Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 Prozent zum Vorjahr zurückgegangen ist. Erstattet werden fixe Betriebskosten wie etwa Mieten und Pachten bis zu einem Betrag von 150.000 Euro. Gewährt wird die Hilfe für die Monate Juni bis August. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden.

Altmaier stellt Verlängerung in Aussicht

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erklärte, ab der zweiten Augusthälfte werde geprüft, ob die Hilfen verlängert würden. Altmaier wollte bereits jetzt erreichen, dass das Programm länger läuft, konnte sich damit in der Koalition aber nicht durchsetzen.

Der Staat hatte in der Krise ein umfassendes Konjunkturpaket beschlossen, um Firmenpleiten zu verhindern und Jobs zu sichern. Darunter waren etwa Sonderkredite und Soforthilfen, die Überbrückungshilfen gehörten ebenfalls zum verabschiedeten Paket. Mit ihnen kommt die Koalition den Forderungen von Wirtschaftsverbänden nach weiterer Unterstützung nach.

Laut Umfrage jedes fünfte Unternehmen noch lahmgelegt

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Eric Schweitzer, verwies darauf, dass laut Umfragen noch immer rund 20 Prozent der Unternehmen von einem kompletten oder weitreichenden Stillstand ihres Geschäfts berichteten. Darunter seien z.B. Busunternehmen, Veranstalter von Messen, Konzerten oder Schausteller.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juli 2020 | 15:00 Uhr

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