Verkehrs- und Energiewende beim ÖPNV Sächsische Großstädte Vorreiter bei E-Bussen in Mitteldeutschland

In den nächsten zwei Jahren werden die meisten Elektrobusse in Mitteldeutschland in Dresden und Leipzig unterwegs sein. Mehr als drei Viertel der 73 von mitteldeutschen ÖPNV-Unternehmen geplanten E-Bus-Käufe entfallen auf die Leipziger Verkehrsbetriebe und die Dresdner Verkehrsbetriebe AG. Das ergab eine Umfrage des MDR-Magazins "Umschau". Damit wird Sachsen Thüringen ablösen, das derzeit mit 14 Elektrobussen mitteldeutscher Spitzenreiter ist.

Ein Elektrobus an der Ladestation.
Der Einsatz von Elektrobussen soll die Verkehrs- und Energiewende vorantreiben. Bildrechte: imago/Udo Gottschalk

Bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) und der Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) ist aktuell jeweils ein E-Bus im Einsatz. Bis Ende 2022 sollen bei den LVB nach eigenen Angaben 38 hinzukommen. 21 seien bereits bestellt worden, für weitere 17 laufe die Ausschreibung, heißt es. Nach Auskunft der DVB sollen bis Ende 2022 20 E-Busse in Betrieb gehen. Der Kauf werde mit rund 4,8 Millionen Euro gefördert, teilte das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr mit.

Erster Schritt in Verkehrs- und Energiewende

Diese Investitionen sind erste Schritte heraus dem Diesel-Zeitalter. DVB-Geschäftsführer Robert Roch sagt: "Bei der Elektrotechnik ist der Wirkungsgrad sehr viel höher als bei klassischen Verbrennungskraftmaschinen. Das ist der entscheidende Faktor in der Verkehrs- und Energiewende." Zudem seien die E-Busse umweltfreundlicher und leiser.

E-Bus Solaris Urbino
Die Batterien der Elektrobusse werden auch in Pausen an Endhaltestellen geladen. Bildrechte: DVB AG

Der größte Teil der Fuhrparke in Dresden und Leipzig fährt derzeit noch mit alten Antriebstechnologien. Die LVB betreiben eine Busflotte mit 151 Diesel- und 18 Hybrid-Bussen sowie einem E-Bus. In Dresden sind neben 123 dieselbetriebenen Fahrzeugen 17 Hybrid-Wagen und ein E-Bus unterwegs. Nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen basieren bundesweit 90 Prozent des Öffentlichen Busverkehrs auf fossilen Brennstoffen.

E-Busbestand in Thüringen derzeit am größten

In Thüringen befinden sich derzeit die E-Busse nicht ausschließlich in den Fuhrparks der großen Städte, sondern vor allem in denen der mittelgroßen.

Nach Auskunft des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz sind jeweils drei batterieelektrische Busse in Bad Langensalza (Salza Tours König) und Jena (Jenaer Nahverkehr GmbH) im Linienverkehr unterwegs. In Eisenach (Wartburgmobil) sind es zwei. Ende Oktober gingen bei den Verkehrsbetrieben Nordhausen fünf E-Wagen an den Start. Ein weiter folgt im Dezember.

Freistaat: 14 Neuanschaffungen geplant

Thüringenweit sollen bis Ende 2021 14 weitere Elektrobusse in den Linienverkehr gehen. Beim Verkehrsunternehmen Wartburgmobil (VUW) kommen für Bad Salzungen zwei neue E-Busse hinzu.

Passanten laufen 2015 durch die Innenstadt in Suhl.
Drei E-Busse sind für Suhl geplant. Bildrechte: dpa

Den Einstieg ins E-Bus-Zeitalter wird es mit vier Midi-E-Bussen bei der Eichsfeldwerke Bus GmbH, mit jeweils drei Fahrzeugen bei der SNG mbH in Suhl und Zella-Mehlis und bei der MBB Meininger Busbetriebs GmbH, sowie mit zwei E-Bussen bei der JES Verkehrsgesellschaft mbH in Eisenberg geben. Der Freistaat Thüringen fördert den Kauf der E-Busse mit rund 14 Millionen Euro.

Sachsen-Anhalt Schlusslicht

in Dessau sollten zum Bauhausjubiläum 2019 die ersten E-Busse in Sachsen-Anhalt fahren. Das Projekt scheiterte aus Kostengründen. Nach Auskunft des zuständigen Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr gibr es im Bundesland derzeit keinen reinen Elektrobus im Linienbetrieb eines Verkehrsunternehmens.

In Halle (Saale) sei geplant, drei Busse mit batterieelektrischem Antrieb zu beschaffen und Mitte 2022 in den Linienbetrieb einzuführen, heißt es bei der Halleschen Verkehrs AG (HAVAG). Das Vorhaben wird durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 03. November 2020 | 20:15 Uhr