Vorsicht bei Schnäppchen Verbraucherschutz warnt vor Black Friday

Der Black Friday steht vor der Tür. Das heißt, eigentlich hat er längst begonnen: Viele Geschäfte und Online-Händler bieten seit Tagen Schnäppchen an, angeblich mit bis zu 50 Prozent Nachlass. Es ist die Zeit der Rabattschlachten. Doch Verbraucherschützer raten zur Vorsicht.

Black Friday Rabatte in einer Modefiliale
Nicht jedes Rabattschild hält das, was es verspricht. Bildrechte: imago images / ecomedia/robert fishman

Die Werbung ist nicht zu übersehen in der Leipziger Innenstadt: Auf meist schwarzen und roten Schildern und Aufklebern in Schaufenstern – in den Höfen am Brühl zum Beispiel, wo sich ein Pärchen aus Grimma umschaut. Wegen der Prozente seien sie hier, erzählen sie.

Black Friday zieht Kundschaft an

Von Corona lassen sich die Kundinnen und Kunden nicht abschrecken, die Geschäfte sind recht gut gefüllt. Auch in der Fußgängerzone. Viele schauen sich um – und haben dabei vor allem Weihnachtsgeschenke im Sinn. "Ich fange an, mir jetzt schon Gedanken zu machen und werde das sicher dann jetzt auch erledigen", sagt eine Passantin.

Doch man sollte dabei nichts überstürzen, raten Verbraucherschützer. Denn nicht hinter jedem Rabattschild steckt auch wirklich ein Rabatt, erklärt Sten Wagner vom Referat Recht der Verbraucherzentrale Sachsen.

Worauf Sie achten sollten

Ein beliebter Trick der Händler sei zum Beispiel, Rabatte auf Mondpreise anzugeben. "Wenn man sich im Vorfeld informiert und vielleicht zwei Suchmaschinen bemüht und die Preise vergleicht, kann man auch den Rabatt besser einordnen. Und wenn man das mal nachrecherchiert ist ein Rabatt von 50 Prozent meist nur ein Rabatt von um die 20 Prozent."

Vorsicht sei auch beim Einkauf im Internet geboten, sagt Sten Wagner weiter. Auch hier seien die Rabatte oft aufgeblasen, hinzu kämen in manchen Online-Shops auch angebliche Zeitlimits, von denen man sich nicht unter Druck setzen lassen sollte.

Vorsicht vor Betrügern

Und – wie jedes Jahr in der Black-Friday-Zeit – blühten auch die Betrugsversuche. "Es ist immer ähnlich gelagert: Von Bekannten werden die Seiten nachgebaut und kopiert, um den Eindruck zu erwecken, es ist ein seriöser Shop, und dann wird, nachdem das Geld gezahlt wurde, keine Ware versendet", beschreibt Wagner eine beliebte Masche.

Trotzdem könne sich der Black Friday lohnen, meint der Verbraucherschützer. Denn viel billiger als jetzt dürfte es bis Weihnachten nicht werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. November 2020 | 05:00 Uhr

4 Kommentare

Ritchi vor 7 Wochen

Auch am 11. November gab es eine 11 % – Rabatt Aktion. Ich wollte bei dem großen roten Elektronikmarkt einen Laptop kaufen und siehe da: am 11.11. war dieser Laptop plötzlich so viel teurer, dass er trotz 11 % Rabatt nicht an den niedrigeren Preis der Vorwoche heranreichte.

part vor 7 Wochen

Der Handel und Versandhandel in Europa hat sich dieses Jahr wieder so viel Einheitsmode von den Herstellern aus Fernost aufschwatzen lassen, die irgendwie bei Jacken an Nordkorea erinnnert, das sie Waren auch mit Black Weeks nicht los werden. Der Geschmack des Kunden entscheidet und nicht Geiz ist geil und der Verzicht auf eigene Mode- Desingner, wenn aber in Bangladesh, Indien, Vietnam oder China entschieden wird, was ich anziehen soll und der Rest an traditioneller Mode zu Mondpreisen vertrieben wird, dann heist es weiter clicken, wenn möglich bis zum nächsten Jahr. Das Gejammer der Händler nach der Saison wir dagegen noch höher ausfallen als letztes Jahr, nicht nur wegen Corona, denn wer das falsche einkauft muß zu Schleuderpreisen verkaufen. Meine älteren Bekleidungsstücke aus dem Kleiderschrank könnte ich dagegen bald bei Horst Lichter verkaufen in der berühmten Fernsehsendung, zu Höchstpreisen...

H.E. vor 7 Wochen

Den ganzen Mist, der aus China und Südostasien über die Meere (mit Schweröl) zu uns nach Deutschland geschippert wird und wir dann unbedingt kaufen sollen, brauchen die meisten Leute überhaupt nicht. Je mehr man zu Hause rumliegen hat, umso belastender wird es. Weniger ist mehr!