Tarifkonflikt Warnstreik im Nahverkehr am kommenden Dienstag

Pendler müssen sich am kommenden Dienstag auch in Mitteldeutschland auf Probleme einstellen: Im Tarifkonflikt im öffentlichen Nahverkehr hat die Gewerkschaft Verdi zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen.

Ein Beschäftigter der Rostocker Straßenbahn-AG (RSAG) steht mit einer Weste der Gewerkschaft Verdi vor Straßenbahnen im Depot.
Verdi plant großen Warnstreik in der kommenden Woche. Bildrechte: dpa

Im Tarifkonflikt um die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr ruft die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft für Dienstag kommender Woche bundesweit zum Warnstreik auf. Verdi begründete das am Freitag mit der angeblichen Weigerung der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA), überhaupt zu verhandeln.

Viele Städte in Mitteldeutschland betroffen

Auch in Mitteldeutschland müssen sich tausende Pendler auf Einschränkungen im Bahn- und Busverkehr einstellen. In Sachsen kündigte die Gewerkschaft Verdi für Dienstag Aktionen in Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Plauen an. Dort sollen mit Beginn der Frühschicht Busse und Straßenbahnen in den Depots bleiben. In Thüringen sind Erfurt, Jena und Gera betroffen. In Sachsen-Anhalt will die Gewerkschaft den Nahverkehr in Magdeburg, Halle, Dessau und im Burgenlandkreis lahmlegen.

Rahmenvertrag gefordert

Menschen steigen in einen Bus ein
Vor allem im Busverkehr fehlt Nachwuchs - laut Verdi wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Bildrechte: dpa

Verdi will einen Rahmentarifvertrag für bundesweit rund 87.000 Beschäftigte in rund 130 Unternehmen, Urlaubstage, Entlastungen, Sonderzahlungen und Regelungen für mehr Nachwuchs.

"Nach 20 Jahren Sparkurs auf dem Rücken der Beschäftigten sind die Grenzen der Belastbarkeit erreicht", sagte die Verdi-Vizechefin Christine Behle zur Begründung.

Dass die Arbeitgeber nicht einmal zu einer Verhandlung bereit sind, verhöhnt die Beschäftigten. Uns bleibt daher nur der Warnstreik, um ein deutliches Signal zu senden, wie ernst die Lage ist.

Verdi-Vize Christine Behle

Behle wies mit Blick auf die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr auf hohe Krankheitsquoten und fehlenden Nachwuchs hin. In Ballungsregionen seien Busse und Bahnen oft überfüllt, in ländlichen Gebieten fehlten Fahrerinnen und Fahrer sowie die Finanzierung für mehr als lediglich die Grundversorgung. Verdi bedauere Einschränkungen durch den Warnstreik. Ein guter Tarifvertrag für die Beschäftigten käme aber auch den Fahrgästen zugute.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. September 2020 | 11:00 Uhr

7 Kommentare

Matthi vor 4 Wochen

Da werden sich alle diejenigen freuen die auf Bus und Bahn angewiesen sind. Da wartet man Monate auf ein Facharzt Termin und kommt dann nicht hin. Zum Glück hab ich ein Auto und bin auf Bus und Bahn nicht angewiesen.

Leachim-21 vor 4 Wochen

ein sehr interessanter und aufschlussreicher Artikel würde ich sagen, der jedoch einige Fragen aufwirft:
1. da bei diesen Berufen auch angebliche Systemrelevante Berufe dabei sein sollen wie gestern im TV bei den NR. berichtet , Frage ich mich warum sich die Arbeitgeber für gerechte Bezahlung des Personals weigern.
2. wenn in diesen Artikel von 20 Jahren Sparen auf Kosten der Beschäftigten gesprochen wird durch Verdi muss man sich da nicht Fragen was hat dann die Gewerkschaft die 20 Jahre über getan. rächt sich jetzt vielleicht die Unfähigkeit der Gewerkschaften über 20. Jahre nichts oder fast nichts für ihre Mitglieder getan zu haben oder den Sparkurs mitgetragen zu haben. Fragen über Fragen.

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 4 Wochen

"mein Lieber, gerade die müssen nun ordentlich loskotzen um den "ichichich"-Leuten klar zu machen: wir sind wer, wir wollen was!Wirbrauchen mehr von denen, mehr Streik+mehr Gewerkschaftsmitglieder!Die Steuerhinterzieher sollen löhnen, löhnen,löhnen+höhere Abgaben leisten für diejenigen die den Staat zusammenhalten, also, der ÖD!"

Das ist natürlich großer Quatsch,

Einfach von den hunderten Mrd die für die EU geplant sind, zwei drei hundert Mrd in Deutschland lassen.
Da könnte mit zwei drei hundert Mrd investitionen in die Infrastruktur, in Bildung und Pflege .... investiert werden, was dann auch wieder an den deutschen Fiskus zurückfließt, durch Steuern, weil auch Arbeitsplätze erhalten und geschaffen wurden.

Also, macht eurem Unmut Luft in Berlin das die das Geld rausrücken!!!!