Teile eines VW Passat werden im Karosseriewerk Emden von Robotern zusammengefügt.
Roboter verschweißen in Emden einen VW Passat. Solche Prozesse will VW mit Hilfe von Amazon beschleunigen. Bildrechte: dpa

Gemeinsame Digital-Strategie Volkswagen kooperiert mit Amazon

Digitalisierung, E-Mobilität und Carsharing: Die deutschen Autobauer stehen unter massivem Druck, sich zu verändern. Volkswagen sucht deshalb nach Hilfe in Sachen digitale Vernetzung - beim US-Unternehmen Amazon.

Teile eines VW Passat werden im Karosseriewerk Emden von Robotern zusammengefügt.
Roboter verschweißen in Emden einen VW Passat. Solche Prozesse will VW mit Hilfe von Amazon beschleunigen. Bildrechte: dpa

Volkswagen will mit dem US-amerikanischen Internetriesen Amazon kooperieren, um produktiver zu werden. Einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bestätigten die beiden Weltkonzerne am Mittwoch.

Demnach soll Amazon dem deutschen Autobauer dabei helfen, die Produktivität der Werke zu erhöhen. Dazu soll es eine mehrjährige Entwicklungskooperation geben, um eine "Industrie-Cloud" aufzubauen. VW-Chef Herbert Diess hatte zuletzt angekündigt, die Produktivität bis 2025 um 30 Prozent steigern zu wollen.

642.000 Mitarbeiter in 122 Fabriken

Die Volkswagen AG beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit 642.000 Mitarbeiter in 122 Fabriken. Dazu gehören neben der Kernmarke VW auch Werke von Audi, Porsche, Skoda, Scania oder Seat.

Durch neue Konkurrenten wie Tesla und die massiven Umbrüche im Mobilitätssektor stehen klassische Autokonzerne wie VW, Daimler und BMW massiv unter Druck. Diess sieht durch die Digitalisierung viele Stellen in Gefahr, zugleich setzt er voll auf die Karte Elektromobilität.

Um kostengünstiger zu produzieren, will Diess zudem mit moderner IT viele Routinearbeiten und Prozesse automatisieren. Vergangene Woche kündigte er vor Beschäftigten an, dass dadurch Arbeitsplätze wegfallen würden. Dennoch gebe es keine Alternative: "Wir müssen mit unseren Autos deutlich mehr Geld verdienen, um in die Zukunft investieren zu können."

Amzon: Größter Clouddienst der Welt

Amazon könnte mit seiner Cloud-Technologie der entscheidende Faktor bei der Digitalisierung sein. Das Unternehmen ist vor allem als Online-Händler bekannt, allerdings verfügt Amazon auch über große Serverkapazitäten. Bekannte Dienste wie Netflix oder Dropbox laufen über die Amazon-Tochter Amazon Web Service, die als weltweit größter Anbieter von Cloud Computing gilt. Beim Cloud-Computing speichern Anwender ihre Daten nicht mehr lokal, sondern auf den Servern externer Anbieter.

Mithilfe einer geplanten "Industrie-Cloud" wollen VW und Amazon nun alle Fabriken und Lager weltweit vernetzen, einheitliche Standards und Systeme schaffen und die Effizienz steigern.

Auch Microsoft kooperiert mit VW

Langfristig gehe es auch um die Integration der globalen Lieferkette mit über 30.000 Standorten von mehr als 1.500 Lieferanten und Partnerunternehmen, so VW. Die Cloud-Plattform solle auch für andere Automobilhersteller zugänglich sein. Die Wolfsburger hatten sich unlängst bereits mit dem weltgrößten Softwarekonzern Microsoft verbündet, um digitale Dienste und Mobilitätsangebote über eine Cloud anzubieten.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 12. März 2019 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. März 2019, 10:30 Uhr

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1 Kommentar

27.03.2019 11:44 Erik P. 1

Sehr guter Schachzug! Ich hoffe die Zulieferer dürfen dann auch notwendige Daten abgreifen. Das würde so einiges vereinfachen.